Zum 202. Geburtstag von Anton Bruckner am 4. September dirigierte Star-Dirigent Riccardo Chailly die Filarmonica della Scala im Brucknerhaus Linz. Der außergewöhnliche, von Kritikern beachtete Abend vereinigte Werke russischer Komponisten mit dem Auftritt des Pianisten Alexander Malofeev vor Publikum im Großen Saal.
Riccardo Chailly und die Filarmonica della Scala im Brucknerhaus Linz
Das Internationale Brucknerfest Linz hat den 202. Geburtstag von Anton Bruckner mit einem musikalischen Höhepunkt begangen. Am 4. September gastierte der renommierte Dirigent Riccardo Chailly gemeinsam mit der Filarmonica della Scala im Großen Saal des Brucknerhauses Linz. Das Konzert wurde live aus dem Großen Saal des Brucknerhauses in den benachbarten Donaupark übertragen. Auf dem Programm der „Klassischen Klangwolke“ stand zwar kein Werk Bruckners, Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Symphonie Nr. 4 f-Moll op. 36 entstand jedoch 1877 zeitgleich mit Bruckners „Vierter“. Chailly und seine Mailänder „Filarmonicawurden vom Saalpublikum dementsprechend umjubelt.
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Ein unkonventionelles Programm mit russischen Meisterwerken
Das Programm des Abends unterschied sich deutlich von standardisierten Konzertfolgen. Chailly entschloss sich für Werke durchwegs russischer Komponisten, für Sergei Rachmaninoff und Pjotr Iljitsch Tschaikowski, wobei zu bemerken wäre, dass Anton Bruckner vornehmlich das Schaffen von Tschaikowski zu schätzen wusste und besonders für dessen sinfonisches Werk ein Faible hatte. Tschaikowskis Vierte gilt in der Musikwelt als seine „Schicksalssinfonie“. Das Fanfarenmotiv der ersten Takte zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk. Dank des melodischen Reichtums zwischen zarter Lyrik und dann wieder etwas lärmender Instrumentation erwies sich die Sinfonie als ideal für eine „Klangwolke“ im Freien.””
Eingerahmt wurde das Hauptwerk von zwei Kompositionen von Sergei Rachmaninoff: der kurzen symphonischen Dichtung op. 7 „Der Fels“ und seinem Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 g-Moll op. 40. Das vor exakt 100 Jahren nach Rachmaninoffs Emigration in die USA komponierte Werk verbindet romantische Tradition mit Offenheit für die amerikanische Moderne dieser Zeit. Der russische, in Berlin lebende Pianist Alexander Malofeev wurde dem durchaus schwierigen Aufbau des Klavierparts faszinierend gerecht. Der 25-Jährige hat bereits mit 13 Jahren den renommierten Tschaikowski-Wettbewerb gewonnen.”
Brucknerfest Linz unter dem Motto Endlich
Der Auftakt zum Festival unter dem Motto „Endlich

Das Brucknerfest Linz findet dieses Jahr vom 13. bis zum 30. September statt. Unter dem Motto „Endlich“ wird die Vergänglichkeit und Einzigartigkeit des Moments gefeiert. Das Festival bietet Konzerte, Lesungen, Workshops und ungewöhnliche Formate an verschiedenen Orten in Linz. Den Auftakt bildet der feierliche Festakt am 13. September im Brucknerhaus, bei dem unter anderem Werke von Anton Bruckner und Ludwig van Beethoven erklingen. Am selben Abend bringt das Bruckner Orchester Linz unter Markus Poschner mit Debussys „La Mer“ und Beethovens „Pastorale“ die Natur in den Konzertsaal. „Das Brucknerfest Linz ist ein zentraler Bestandteil der kulturellen Identität unserer Stadt, so Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ).
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Sportpark Lissfeld und Cameron Carpenter beim Brucknerfest
Das Festival überrascht mit außergewöhnlichen Formaten und Orten. In der Trendsporthalle des Sportparks Lissfeld wird ein Konzert mit Percussion-Klängen inszeniert, und in der Skaterhalle wird getrommelt. Familien kommen beim Familientag am 26. September auf ihre Kosten, mit Konzerten, Workshops und kreativen Stationen. Weitere Höhepunkte sind die Auftritte von Orgelvirtuose Cameron Carpenter, der Stummfilme live begleitet, sowie das Konzert „Unendlich Bachmit Christian Tetzlaff im Alten Dom. Jazz und Klassik verschmelzen bei einem Abend mit Brad Mehldau und Kirill Gerstein, während Lars Eidinger im Posthof Gedichte von Thomas Brasch vorträgt.

Ausblick auf die kommenden Festivalhöhepunkte
Felix Breisach gestaltet visualisierte Linzer Klangwolke
Nach dem gefeierten Auftakt mit Riccardo Chailly und der Filarmonica della Scala blickt das Linzer Publikum auf ein vielseitiges Programm. Bereits am Nachmittag des 6. September konnten Familien mit ihren Kindern die Kinder-Klangwolke besuchen, die um 14 Uhr im Linzer Donaupark bei freiem Eintritt begann; die Bühnenshow Sun & Bun auf der Suche nach dem Glück
begann um 16 Uhr. Am Samstag, den 12. September, findet dann die von Felix Breisach gestaltete visualisierte Linzer Klangwolke unter dem Titel „ATTheEndLinzim Donaupark statt.
Am 11. Oktober, Bruckners Todestag, verabschiedet sich Franz Welser-Möst nach 25 Jahren als Chefdirigent des Cleveland Orchestra mit einem Konzert im Brucknerhaus.
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