LSU verzichtet vorerst auf den Einsatz früherer NFL-Profis im Kader, während im Hintergrund massiver juristischer und politischer Druck auf die SEC und das Programm lastet. Die Entscheidung fiel vor dem Eröffnungsspiel gegen Clemson, nachdem der Generalstaatsanwalt von Georgia drohte, den Ausschluss der Universität zu fordern.
Der Verzicht von LSU auf die Spieler Dae’Quan Wright und Zxavian Harris für das anstehende Eröffnungsspiel am Samstag gegen Clemson beendet vorerst eine hitzige Debatte im College-Football. Obwohl eine einstweilige Verfügung den Einsatz der beiden früheren NFL-Profis rechtlich ermöglicht hätte, zog die Universität vor Ablauf einer Freitagsfrist die Notbremse, wie Pete Thamel von ESPN berichtet. Der Kader umfasst aktuell 103 Spieler, wodurch noch zwei freie Plätze für Wright und Harris verfügbar blieben. Thamel fügt hinzu, dass die beiden Spieler möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt in der Saison noch dem Team hinzugefügt werden könnten.
Politischer und institutioneller Druck aus Georgia
Der Widerstand gegen die Kaderpläne formierte sich auf höchster politischer Ebene. Der Generalstaatsanwalt von Georgia, Chris Carr, wandte sich in einem Brief, der durch CBS Sports‘ Richard Johnson öffentlich wurde, an SEC-Commissioner Greg Sankey und forderte diesen auf, all measures available
gegen LSU einzusetzen, sollte die Universität professionelle Athleten in ihren Kader aufnehmen. In dem Schreiben schlug Carr sogar die Suspendierung oder den Ausschluss von LSU aus der Conference vor.
Chris Carr, der Generalstaatsanwalt von Georgia, erklärte, dass die SEC, sollte LSU tatsächlich einen oder mehrere Profisportler in ihren Kader aufnehmen oder konkrete Pläne dafür vorweisen, nachdrücklich alle verfügbaren Maßnahmen ergreifen sollte, um gegen dieses Verhalten vorzugehen, einschließlich der Suspendierung und/oder des Ausschlusses von LSU aus der Conference.
In dem Schreiben betonte Carr zudem, dass Conference-Mitglieder die Freiheit hätten, sich mit Institutionen zusammenzuschließen, die sich der Einhaltung der NCAA- und Conference-Regeln verpflichtet haben, und dass keiner Institution erlaubt werden sollte, die Verpflichtungen der Conference-Mitgliedschaft zu ignorieren und gleichzeitig weiterhin die Vorteile der Mitgliedschaft zu genießen. Die Debatte erinnert stark an den Fall des Texas Tech Quarterbacks Brendan Sorsby, der nach ähnlichem Druck von Seiten der Staatsanwälte und der Big 12 Conference gezwungen war, das Programm zu verlassen.
Juristischer Streit vor Gericht
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Frage, ob Spieler, die an NFL-Preseason-Spielen teilgenommen haben, spielberechtigt bleiben. Neben Dae’Quan Wright und Zxavian Harris, die beide 2025 unter Trainer Lane Kiffin bei Ole Miss spielten und den NFL-Draft-Prozess durchliefen, hatte sich auch Jack Pyburn der Klage angeschlossen, um seine Berechtigung einzuklagen. Pyburn beendete seinen Versuch jedoch, nachdem er über die Waiver-Liste von den Kansas City Chiefs verpflichtet wurde.

Vor dem zuständigen Staatsrichter William Jorden trafen die SEC und LSU bei einer Anhörung aufeinander, um ihre Standpunkte vorzutragen. Richter Jorden entschied am Freitag, dass die SEC ihre neue Regel zur Blockierung der Spielberechtigung vorerst nicht durchsetzen durfte, betonte jedoch, dass eine endgültige Entscheidung im Rahmen der Anhörung getroffen werden muss. Legell gesehen wären die Spieler spielberechtigt gewesen, sollte Richter Jorden zu ihren Gunsten urteilen.
Die Reaktion der Universitätsführung
Während Trainer Lane Kiffin die Situation womöglich mit der Haltung damn the torpedoes
vorangetrieben hätte, zeigte die Erklärung von LSU-Präsident Wade Rousse vom Freitag, dass die Universitätsführung erkannte, wie sehr die Situation die Zukunft der Schule in der SEC gefährden könnte. Der Schritt verdeutlicht, dass LSU eine umfassendere Abwägung der Vor- und Nachteile sowie der potenziellen Langzeitkonflikte mit der Conference und deren Mitgliedern vorgenommen hat, nachdem die SEC heftig reagiert hatte. No. 11 LSU eröffnet die Saison 2026 am Samstag zu Hause gegen Clemson und gilt als eines der Teams, die in der Offseason mit einer aus 44 Transfers bestehenden Transferklasse (Rank 1 overall) am stärksten investierten.
Generalstaatsanwalt Carr bekräftigte in seinem Schreiben die Haltung zum Schutz des College-Sports und erklärte, dass College-Sportarten ausschließlich für College-Sportler da seien und er dankbar sei, dass die SEC schnell gehandelt habe, um diesen Standard aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig schloss er mit der Feststellung, dass die Regeln jedoch nicht ignoriert oder verdreht werden dürften, um einem Trainer, einer Institution oder einem Programm zu nützen, und dass er sich weigere, tatenlos zuzusehen, während dies geschehe.