Der neue Roman Das Leben der M
der britisch-kanadischen Bestseller-Autorin Rachel Cusk sorgt vor seinem Erscheinen im Sommer 2026 für heftige Kontroversen. Kritiker und Lesekreise spekulieren intensiv darüber, ob die porträtierte Schauspielerin M eine scharfe, unbarmherzige Fiktionalisierung des Hollywood-Stars Natalie Portman darstellt, mit der die Autorin persönlich bekannt ist.
Rachel Cusk ist Kontroversen gewohnt. Schon ihre früheren Werke lösten in der literarischen Öffentlichkeit scharfe Debatten aus, etwa als sie in A Life’s Work im Jahr 2001 ihre Erfahrungen als Mutter verarbeitete oder mit Aftermath im Jahr 2012 das Ende ihrer Ehe literarisch beleuchtete. Das Buch steht im Zentrum einer intensiven Debatte über die Grenze zwischen Fiktion und Realität.
Parallelen zwischen der Romanfigur M und Natalie Portman
Die biographischen Übereinstimmungen zwischen der Romanfigur und der Oscar-Preisträgerin sind zahlreich und fallen sofort ins Auge. Beide Frauen leben in Paris, einer Stadt, die im Buch zwar nicht namentlich genannt, aber unverkennbar beschrieben wird. Sowohl Portman als auch Cusk bewegen sich in denselben intellektuellen und literarischen Kreisen. Zudem verbindet sie eine Vorgeschichte: Portman wählte in der Vergangenheit Bücher der Autorin für ihren Online-Buchklub aus und führte im Jahr 2022 ein Interview mit Cusk zu ihrem Roman Second Place.

- Die Hauptfigur M begann ihre Karriere als Kind in einem Film, der ihre Jugend schlagartig beendete, was exakt dem Start von Natalie Portman in Léon – Der Profi im Jahr 1994 entspricht.
- M berichtet im Roman, dass ihre Mutter verlangte, bestimmte Szenen aus dem Drehbuch zu streichen, und dass sie nach der Veröffentlichung in der Schule gemobbt wurde – Details, die Portman über ihre eigene Kindheit erzählt hat.
- Der größte Erfolg der Romanfigur ist ein Film über eine psychisch belastete und besessene Ballerina, was unverkennbar auf Portmans Oscar-Rolle in Black Swan aus dem Jahr 2011 verweist.
- Auch eine im Buch beschriebene Werbekampagne erinnert stark an Portmans langjährige Arbeit als Werbegesicht für Dior.
Rachel Cusk schweigt zu den Spekulationen
Während Kritiker in den USA und Europa darüber streiten, ob es sich um einen unzulässigen Vertrauensbruch oder um genial kalkuliertes Literaturmarketing handelt, weigert sich die Autorin konsequent, die Spekulationen zu bestätigen oder zu dementieren.

Der Verlag Farrar, Straus and Giroux bewirbt das Werk als eine flammende Untersuchung von Ruhm, Macht, Schönheit und Wahrheit
, wie tz.de berichtete. Der Roman selbst ist als spröde, gedankliche Prosa angelegt, die weitgehend auf klassische Dialoge verzichtet. Die Erzählinstanz schlägt der Schauspielerin M eingangs vor, ihre Autobiographie zu schreiben – allerdings nicht als Ghostwriterin in Absprache, sondern rein aus der Beobachtung und eigener Imagination heraus.
Reaktionen aus dem Umfeld und juristische Fragen
Offizielle Äußerungen von Natalie Portman zu dem Roman gibt es bislang nicht.
Juristische Schritte wurden von Seiten Portmans bisher nicht eingeleitet. Ein solcher Schritt birgt für Prominente ohnehin ein klassisches Dilemma: Wer gegen einen Schlüsselroman klagt, gibt damit indirekt zu, sich in der oft unvorteilhaften Figur wiederzuerkennen. Cusk selbst hat in der Vergangenheit Erfahrungen mit rechtlichen Konsequenzen gemacht; ihr Roman The Last Supper
musste nach seiner ersten Veröffentlichung zurückgezogen werden, weil sich reale Personen in den Figuren wiedererkannten und mit Klagen drohten, wie ebenfalls berichtet wurde.
Eine literarische Demontage oder ein philosophischer Diskurs?
Statt einer echten Abrechnung präsentiert Cusk einen philosophischen Text über den Zustand der modernen Identität, die Konstruktion von Öffentlichkeit und die Frage, was von einem Menschen übrig bleibt, dessen Leben vollständig von seiner äußeren Persona aufgesogen wurde.
Ob das Buch als literarischer Meisterstreich oder als fragwürdiger Seitenhieb auf eine bekannte Vertraute in die Literaturgeschichte eingeht, bleibt vorerst offen. Die Diskussionen in den Feuilletons und Buchhandlungen dürften jedoch auch nach dem offiziellen Erscheinungstermin im August 2026 anhalten.
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