Die Katastrophe, die durch einen Gletscherabbruch an der Grenze zu Tibet ausgelöst wurde, hat nach offiziellen Angaben mehr als 1.200 Menschen das Leben gekostet und Tausende Vermisste hinterlassen.
Die Rettung der beiden Männer am Upper-Trishuli-3A-Wasserkraftprojekt im Distrikt Rasuwa markiert einen seltenen Moment der Hoffnung nach der Naturkatastrophe vom 26. August 2026. Wie das nepalesische Militär und die Nationale Behörde für Katastrophenrisikomanagement mitteilten, handelt es sich bei den Überlebenden um den 30-jährigen mechanischen Vorarbeiter Sanjay Shah und den 45-jährigen mechanischen Supervisor Kabir Maharjan. Die Männer wurden aus einer Tiefe von 170 Metern in einem schwer zugänglichen Tunnelabschnitt gerettet.
Dramatische Rettung aus 170 Metern Tiefe
Ein Team aus Armeeangehörigen, Polizeikräften und internationalen Experten hatte tagelang mit schwerem Gerät, Baggern und kontrollierten Sprengungen versucht, die verschütteten Tunnelzugänge im Himalaya-Gebiet freizuräumen. Am Freitagmorgen machten die Retter schließlich einen entscheidenden Durchbruch, als sie schwache Zurufe aus dem Inneren vernahmen. Die Rettungskräfte riefen in den Schacht, dass sie nicht panisch werden sollen, da sie sie retten, woraufhin die Verschütteten ein Lebenszeichen gaben.

Bilder der nepalesischen Armee zeigten, wie Shah und Maharjan aus dem schlammigen Schacht gezogen und auf Tragen abtransportiert wurden. Ein Team von Militärärzten versorgte Shah in einem Zelt vor Ort und legte ihm eine Sauerstoffmaske an, bevor beide Männer per Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Kathmandu geflogen wurden. Nach Angaben aus dem Armeekrankenhaus befinden sich beide Überlebenden auf der Intensivstation, wobei ihre Vitalwerte stabil sind.
Ein ungenannter Offizier des nepalesischen Militärs teilte mit, dass der Name des Mannes Sanjay Shah laute und er im mechanischen Kontrollraum gearbeitet habe, wobei die Vitalparameter normal aussähen.
Überlebender Sanjay Shah berichtete nach seiner Befreiung von den dramatischen Stunden im finsteren Tunnelsystem. Da er sich im Kontrollraum befand, versuchte er zunächst, alle anwesenden Kollegen zu warnen. Um in der absoluten Dunkelheit die Ruhe zu bewahren, rezitierte er ununterbrochen Mantras und stand über akustische Rufe mit drei oder vier weiteren Kollegen in Verbindung.
Milliardenschäden und anhaltende Suche an den Kraftwerken
Die katastrophalen Überschwemmungen entstanden, als eine gewaltige Schlamm- und Gesteinslawine nach dem Bruch eines Gletschers durch die Täler der Flüsse Bhotekoshi und Trishuli raste.

Besonders im Fokus stehen weiterhin die Wasserkraftprojekte, in deren Tunneln laut Schätzungen von Behörden und dem Verband unabhängiger Energieerzeuger (Independent Power Producers Association of Nepal) noch immer bis zu 900 Arbeiter vermisst werden. Allein am Trishuli-3A-Projekt gelten Hunderte Personen als vermisst, wobei Experten schätzen, dass sich rund 115 Menschen in den Haupttunneln eingeschlossen haben könnten.
Internationale Hilfe und die Hoffnung auf weitere Überlebende
Die Rettungsmassnahmen werden durch die schwierige Topografie und anhaltend schlechte Wetterbedingungen erschwert.
Kommunikationsminister Bikram Timilsina äußerte sich optimistisch hinsichtlich weiterer Rettungserfolge. Insgesamt wurden nach offiziellen Angaben im gesamten Katastrophengebiet bisher mehr als 1.250 Tote geborgen, während über 4.000 Menschen weiterhin vermisst werden.
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