Ein Richter in Louisiana hat eine einstweilige Verfügung gegen die NCAA erlassen und damit den Weg für ehemalige NFL-Profis wie Zxavian Harris und Dae’Quan Wright frei gemacht, in den Kader der LSU Tigers zurückzukehren. Die Entscheidung fiel am Donnerstagabend unmittelbar vor der Kaderabgabe an die SEC, während die juristische Auseinandersetzung zwischen Liga und Universität weiter eskaliert.
Gerichtsbeschluss in Baton Rouge kippt NCAA-Sperren
Die rechtliche Hängepartie um die Rückkehr ehemaliger Profis in den College-Sport hat eine neue Wendung genommen. Am Donnerstagabend erließ der Richter am East Baton Rouge Parish Court, William Jorden, eine vorläufige Verfügung gegen die NCAA. Damit dürfen Spieler mit Profivergangenheiten vorerst wieder für Universitäten wie die Louisiana State University antreten, wie unter anderem Associated Press berichtete.
Das Urteil fiel nur wenige Stunden vor der Frist, zu der die LSU ihren 105-Mann-Kader bei der Southeastern Conference (SEC) einreichen musste. Die SEC hatte in der Vorwoche schwere Strafen für Basketball- und Footballteams angekündigt, die ehemalige Profis einsetzen. Der Richter lehnte es jedoch ab, zum jetzigen Zeitpunkt Sanktionen gegen die Liga oder die NCAA zu verhängen.
Finanzielle Realitäten im Profisport und emotionale Aussagen
Im Mittelpunkt einer fast neunstündigen Verhörphase standen mehrere Sportler, die ihre Situation schilderten. Darunter befanden sich der ehemalige Defensive Lineman der New Orleans Saints, Zxavian Harris, und der frühere Tight End der Cleveland Browns, Dae’Quan Wright. Beide erklärten vor Gericht, sie hätten den Schritt in den Profibereich niemals gewagt, wenn sie von der Aussicht auf ein weiteres College-Jahr gewusst hätten.
Harris gab an, von den Saints lediglich 190 US-Dollar für Reisekosten erhalten und seine gesamte Zeit im Verein mit der Rehabilitation einer Fußverletzung verbracht zu haben. Wright berichtete von einem Signing Bonus in Höhe von 25.000 US-Dollar durch Philadelphia vor seiner kurzen Zeit bei den Browns und betonte, er würde diesen Betrag sofort zurückzahlen, um für LSU auflaufen zu dürfen. Beide Spieler erklärten laut übereinstimmenden Berichten, sie hätten im College jeweils rund eine Million Dollar verdient.

Während der Verhandlung spitzte sich der Konflikt auf juristischer Ebene dramatisch zu. SEC-Commissioner Greg Sankey sagte über drei Stunden lang als Zeuge aus und verteidigte das Recht des Verbandes, klare Grenzen zwischen Amateursport und Profitum zu ziehen.
Die Grenze zwischen Profisport und College-Sport muss gewahrt bleiben. Greg Sankey, SEC-Commissioner
Während Sankey noch im Zeugenstand stand, reichte die SEC parallel eine Bundesklage in Alabama gegen die LSU und deren Führung ein. Die Liga beschuldigte die Universität, eine zielgerichtete Kampagne zur Rekrutierung von Profisportlern betrieben zu haben. Die Klage stützt sich auf das Recht auf freie Meinungsäußerung und fordert eine einstweilige Verfügung, um die LSU von der Zusammenarbeit mit Profi-Athleten abzuhalten.
Sportliche Verstärkungen und offene Fragen für das Wochenende
Für Lane Kiffin bedeutet das Urteil sportlichen Aufwind. Die LSU Tigers treffen am Samstag im eigenen Stadion auf Clemson. Mit der Spielerlaubnis für Wright und Harris gewinnt das Team namhafte Optionen.

Zudem zieht die Universität weitere Kaderergänzungen in Betracht. Der ehemalige Cornerback von Utah und den Denver Broncos, Blake Cotton, strebt ebenfalls einen Platz an einer Hochschule in Louisiana an, nachdem er per Gerichtsbeschluss eine einstweilige Verfügung erwirkt hat. Wie viele Partien die betroffenen Athleten letztlich bestreiten dürfen, bleibt jedoch offen, da das Hauptsacheverfahren vor den US-Gerichten fortgesetzt wird.
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