Wiens Theaterhäuser starten im September in eine neue Spielzeit, die von großen personellen Veränderungen, Kooperationen und spürbaren Budgetkürzungen geprägt ist. Während das Theater in der Josefstadt unter neuer Leitung die Saison eröffnet, kämpft das Theater an der Wien mit substanziellen Förderkürzungen.
Die Sommerpause auf den Wiener Bühnen ist vorbei, und ab Anfang September öffnen die Theater wieder ihre Spielstätten für Premieren und Uraufführungen. Das Kulturprogramm der kommenden Wochen verbindet historische Stoffe mit gegenwärtigen Perspektiven, während im Hintergrund finanzielle Einschnitte und strukturelle Neuausrichtungen den Betrieb formen. Ab Anfang September feiern unter anderem Stücke von Shakespeare und Georg Büchner ihre diesjährige Premiere und auch so manche Uraufführung steht gleich zu Beginn der Saison auf dem Spielplan.
Wechsel an der Spitze und Spielplanstart im Theater in der Josefstadt
Die erste Premiere der diesjährigen Theatersaison ist am 3. September im Theater in der Josefstadt. Hier wird die „Komödie der Verführung“ von Arthur Schnitzler in einer Bearbeitung und Inszenierung von Ildikó Gáspár gezeigt. Das Stück spielt im Sommer 1914, als sich bei einem Maskenball ein Spiel aus Verführung, Täuschung und Selbsttäuschung entspinnt – und das vor dem Hintergrund des herannahenden Ersten Weltkriegs. Kurz darauf folgt am 5.”
In der Josefstadt startet aber nicht nur ein neues Spieljahr, sondern auch eine neue Ära: Mit Marie Rötzer übernimmt eine Frau erstmals seit rund 200 Jahren die künstlerische Leitung des Hauses. Stefan Mehrens ist neuer kaufmännischer Geschäftsführer. Rötzer will das traditionelle Haus weiterentwickeln und stärker für neue Perspektiven und internationale Kooperationen öffnen. Laurent Ziegler Mit Marie Rötzer übernimmt eine Frau die künstlerische Leitung des Theater in der Josefstadt.
Die beiden Häuser, Theater in der Josefstadt sowie Kammerspiele, laden außerdem am 12. September erstmals zu einem gemeinsamen Theaterfest ein: Angeboten werden Bühnen- und Backstageführungen, Technikshows, szenische Kurzauftritte sowie Lesungen. Wer neugierig auf das Team ist, kann beim „Speed-Dating“ mit den Künstlerinnen und Künstlern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses ins Gespräch kommen. Außerdem soll es eine Requisitenausstellung sowie einen Kostümverkauf geben. Für junge Gäste sind ein Kindertheater, eine Theatermasken-Bastelecke, Fotostationen mit Kostümen und Requisiten und ein Glücksrad geplant. Der Eintritt zum Fest ist gratis.”
Subventionskürzungen und Konsequenzen am Theater an der Wien
Was bleibt, ist das Jetzt
, lautet der neue Slogan des Theaters an der Wien. Das klingt fast ein wenig trotzig in den aktuellen, ungemütlichen Zeiten.
Wie berichtet, sind die Subventionen der Vereinigten Bühnen Wien für das aktuelle Jahr um fünf Millionen Euro gekürzt worden – was auch die Mittel für die Opernsparte schrumpfen lässt. Die Folgen dieses kurzfristig (nämlich erst im Spätherbst 2025) beschlossenen Förder-Minus: Die Kammeroper wird ab Herbst 2026 für unbestimmte Zeit „pausieren“, das Programm des Haupthauses an der Linken Wienzeile ebenfalls gestutzt.
Premierenreigen am Burgtheater und im Volkstheater
Auch die Burg startet mit mehreren Premieren ins neue Spieljahr. Den Beginn macht am Burgtheater am 4. September Elfriede Jelineks „Unter Tieren“, eine Kooperation zwischen der Burg und den Salzburger Festspielen. Darin blickt die Autorin aus der Perspektive verschiedener Tiere auf die menschliche Gesellschaft und insbesondere auf die Mechanismen des Kapitalismus. Bär, Kuh, Ratte, Schwein, Dachs, Delfin und Taube verfolgen dabei die Spuren des Geldes – von der Bibel bis zu aktuellen österreichischen Wirtschafts- und Politgeschichten. Regie führt Nicolas Stemann. Arno Declair Die Inszenierung von „Unter Tierenreferenziert auch auf Themen und bekannte Persönlichkeiten der jüngsten Vergangenheit.
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Einen Tag später folgt im Akademietheater „Merlin oder das wüste Land“ von Tankred Dorst und Ursula Ehler unter der Regie von Antú Romero Nunes. Im Mittelpunkt steht der Zauberer Merlin, der eigentlich dazu bestimmt ist, die Menschheit ins Böse zu führen. Stattdessen verhilft er Artus zum Königtum und damit zur Gründung der Tafelrunde, die für Gleichheit und Gerechtigkeit stehen soll. Doch die Utopie gerät durch Machtkonflikte, Verrat und Affären ins Wanken. Das Stück erzählt damit anhand des Artus-Stoffes auch vom Scheitern von Utopien und von der Suche nach dem Guten.”

Am 10. September ist im Burgtheater schließlich die Uraufführung von „Elisabeth!“ nach dem Roman von Mareike Fallwickl zu sehen. Darin setzt sich die Titelfigur mit ihrem Leben als Kaiserin und ihrer Rolle als bis heute vermarktete Ikone auseinander. Fallwickls Blick auf die berühmte „Sisiverbindet damit historische Figur und moderne Perspektive.
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Im Volkstheater macht den Auftakt zur neuen Saison das Stück „Macbeth – The Witches’ Game“ am 10. September unter der Regie von Rieke Süßkow. Die Hausregisseurin verbindet dabei Shakespeares Drama über Ehrgeiz und Machtrausch mit Elementen des Figuren- und Objekttheaters sowie der Ästhetik des Online-Gamings. Am 18. Die Inszenierung von Mechthild Harnischmacher feiert im VZ Brigittenau Premiere und geht danach bis 22. Oktober auf Tour durch die Bezirke. Am 26. Regie führt der Volkstheater-Direktor Jan Philipp Gloger. Für das junge Publikum startet außerdem das Familienstück „Die kleine Hexenach Otfried Preußler: Premiere ist am 27. September in der Dunkelkammer am Arthur-Schnitzler-Platz. Danach geht das Stück auf Tour durch die Bezirke.
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