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Unternehmen

Deutsche Post ändert offiziellen Namen in DHL AG

Nach 155 Jahren streicht der Logistikkonzern Deutsche Post den traditionsreichen Namen aus seiner Konzernstruktur und heißt offiziell DHL AG. Die Hauptversammlung beschloss den Schritt im Mai, und der entsprechende Eintrag in das Handelsregister wurde zum 1. September 2026 vollzogen. Der Markenname bleibt für eine neu gegründete Tochterfirma erhalten.

Der Traditionsname verschwindet mit dem Beginn des Septembers aus dem obersten Konzerngerüst. Was Generationen von Kunden als Deutsche Post kannten, vollzieht damit einen historischen Wandel, wie das Unternehmen in Bonn mitgeteilt hat (der Bonner Konzern berichtete im Detail). An den Börsen werden die Anteilsscheine des Logistikriesen nicht mehr unter der alten Bezeichnung geführt, sondern laufen ab sofort unter dem Namen DHL AG.

Vom Bundesbetrieb zum internationalen Logistikkonzern

Die Wurzeln des Stammgeschäfts reichen weit in die Geschichte zurück und führen bis zur Thurn-und-Taxis-Briefbeförderung des ausgehenden Mittelalters im 15. Jahrhundert. Nach der Gründung des deutschen Nationalstaates 1871 etablierte sich eine einheitliche Postverwaltung, die über verschiedene Epochen als Deutsche Reichs-Post, Deutsche Bundes-Post und ab 1995 als Deutsche Post firmierte. Aus dem einstigen Telefongeschäft ging damals die Deutsche Telekom hervor.

Die entscheidende Weichenstellung für die internationale Ausrichtung folgte kurz nach der Jahrtausendwende. Nach einem schrittweisen Einstieg im Jahr 1998 übernahm der Konzern im Jahr 2002 den US-Logistiker DHL vollständig. DHL war im Jahr 1969 in San Francisco von Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn als reiner Dokumentendienst gegründet worden, bevor das Unternehmen zu einem weltweiten Express- und Logistikkonzern heranwuchs.

Deutsche Post ändert offiziellen Namen in DHL AG
Photo: web.de

Der langjährige Name entsprach nach Einschätzung der Konzernführung dieser globalen Struktur schon länger nicht mehr. Während Geschäftsleute in Indien und anderen weltweiten Märkten mit der Bezeichnung Deutsche Post wenig anfangen konnten, ist DHL rund um den Globus ein etablierter Begriff. Bereits vor drei Jahren hatte das Unternehmen seinen Außenauftritt in DHL Group geändert, während es rechtlich und an der Börse vorerst beim Namen Deutsche Post AG geblieben war (das Fachportal erläuterte die Hintergründe).

Rolle der neuen deutschen Brief-Tochter und Kosten der Umbenennung

Der Traditionsname verschwindet jedoch nicht vollständig aus dem Alltag der Verbraucher. Das inländische Stammgeschäft mit Briefen und Paketen wurde in eine neu gegründete Tochtergesellschaft ausgelagert, die den Namen Deutsche Post AG weiterführt (die Redaktion beleuchtete die Umstrukturierung). Damit wird ein aus historischen Altlasten der Bundespost herrührendes Konstrukt aufgelöst: Das operative Deutschland-Geschäft stand bislang übergeordnet in einer Finanzholding und wird nun als eigenständige Tochter neben den anderen internationalen Bereichen wie DHL Express und Supply Chain positioniert.

Deutsche Post ändert offiziellen Namen in DHL AG
Photo: BILD

„Das operative Geschäft wird eben nur in eine eigenständige Tochter verlagert, so wie es bei DHL Express und den anderen Divisionen ja schon längst der Fall ist.“

Unternehmenssprecher, via web.de

Die Umbenennung des gesamten Konzerns in DHL kostet den Angaben zufolge 37 Millionen Euro. Von der organisatorischen Neuaufstellung sind mehr als 180.000 Beschäftigte betroffen. Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten wie Italien, Österreich oder Polen, die ihre nationalen Postbezeichnungen aus Gründen des Vertrauens in die grundlegende Infrastruktur beibehalten haben, treibt der Bonner Konzern die vollständige internationale Entflechtung des Mutterkonzerns voran.

Finanzielle Verschiebung vom Inland zum globalen Expressgeschäft

Hintergrund der Umstrukturierung ist auch die veränderte Ertragslage. Das traditionelle Brief- und Paketgeschäft in Deutschland hat im Zeitalter digitaler Kommunikation mit sinkenden Briefmengen zu kämpfen. Im ersten Halbjahr entfielen nach den aktuellen Geschäftszahlen nur noch etwa 20 Prozent des Gesamtkonzernumsatzes auf das deutsche Stammgeschäft, und der Bereich Post & Paket Deutschland steuerte lediglich 12 Prozent zum operativen Betriebsergebnis (Ebit) bei.

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Deutlich lukrativer arbeitet der Konzern im globalen Bereich. Auf das internationale Geschäft mit zeitkritischen Express-Sendungen für Firmenkunden entfielen im ersten Halbjahr gut 30 Prozent des Umsatzes und 60 Prozent des Betriebsergebnisses. Während frühere Konzernchefs wie Frank Appel aus Rücksicht auf die inländische Belegschaft vor einem solchen Schritt zurückgeschreckt waren, vollzieht der amtierende Vorstandschef Tobias Meyer nun die vollständige Anpassung des Konzernnamens an die globalen Realitäten des Marktes.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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