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Welt

Russland droht London und Paris nach ukrainischem Angriff auf Donezk

Moskau wirft Grossbritannien vor, sich als Komplize von Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung aktiv an der Eskalation des Konflikts beteiligt zu haben.

Der Ton zwischen Moskau und London hat sich nach einem gezielten Luftschlag auf die russisch besetzte Stadt Donezk drastisch verschärft. Am 26. Laut übereinstimmenden Berichten setzte die ukrainische Armee bei dem Angriff den franko-britischen Marschflugkörper Storm Shadow ein, dessen Lieferung und geheimer Bauplan zuvor für Spannungen gesorgt hatten.

Angriff auf Donezk und die militärische Rolle der Storm Shadow

Der Einschlag am 26. August richtete sich nach Angaben russischer Behörden gegen zivile Infrastruktur und Wohnviertel. Denis Puschilin, der Präsident der Volksrepublik Donezk, sprach gegenüber dem Sender RT von Schäden an Wohnhäusern, während der russische Sonderbotschafter scharfe Vorwürfe äusserte und die ukrainischen Streitkräfte mit Junkies verglich, die erhaltene Waffen sofort auf die schlimmste Art einsetzen wollten. Die meisten Verletzten wurden Berichten zufolge beim Einkaufszentrum Donetsk City registriert; staatliche russische Stellen sprachen von acht verletzten Zivilisten.

Ukrainische Quellen zeichnen indes ein strategischeres Bild des Ziels. Demnach galt der Schlag zum einen einem Parkplatz unterhalb eines Wohnhaus-Rohbaus, den das russische Militär nutzt. Garde-Armee diente und in dem offenbar auch Drohnen produziert wurden. Der Zeitpunkt des Angriffs lässt vermuten, dass ein Treffen hochrangiger Militärs getroffen werden sollte. Im Vergleich zu heimischen Modellen wie der reichweitenstärkeren, aber unpräzisere Flamingo-Rakete bietet die Storm Shadow alias Scalp-EG der ukrainischen Führung mit ihrer geringeren Radarauffälligkeit und hohen Präzision die nötige Schlagkraft für solche Operationen.

Moskaus Drohungen gegen London und Paris

Unsere Vergeltungsschläge könnten jede britische Militäreinrichtung und jede militärische Ausrüstung in der Ukraine treffen – und darüber hinaus.

Moskau wirft sowohl Grossbritannien als auch Frankreich vor, mit der Weitergabe der geheimen Baupläne und des Nachschubs an Storm-Shadow-Raketen mit dem Feuer zu spielen und sich an Kriegsverbrechen gegen die russische Zivilbevölkerung zu beteiligen. Die russische Seite betonte, dass Grossbritannien für diese Unterstützung einen Preis zahlen und sich verantworten müsse.

Reaktionen aus London und Berlin auf die Eskalation

Das britische Verteidigungsministerium wies die Drohungen noch in derselben Nacht zurück. London bekräftigte, dass man fest entschlossen bleibe, der Ukraine jene Ausrüstung bereitzustellen, die sie zur Verteidigung gegen die völkerrechtswidrige Invasion benötige. Die Unterstützung durch Grossbritannien umfasst dabei neben Marschflugkörpern auch grosse Kontingente an Drohnen; Medienberichten zufolge hat London zugesagt, der Ukraine bis Ende des Jahres 150.000 Drohnen zu liefern, nachdem britische Unternehmen entsprechende Geräte für Angriffe tief im russischen Staatsgebiet bereitgestellt hatten.

Russland droht London und Paris nach ukrainischem Angriff auf Donezk
Photo: Bluewin

Auch in Berlin zeigte sich die Bundesregierung unbeeindruckt von den jüngsten Drohungen aus Moskau. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts erklärte, dass Drohungen gegen EU- und NATO-Partner nichts Neues seien. Man nehme die Äusserungen von Russlands Aussenminister Sergej Lawrow, der eine starke Verschärfung der Methoden zur Zerstörung westlicher Nachschubwege angekündigt hatte, zwar zur Koryphäe, lasse sich jedoch weder einschüchtern noch in der Unterstützung der Ukraine beirren.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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