Am Montag, dem 31. August 2026, hat das iranische Revolutionskorps (IRGC) ballistische Raketen auf US-Militärbasen in Jordanien abgefeuert. Vorausgegangen war ein US-Angriff auf iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak im Persischen Golf, der nach Angaben von Washington eine unmittelbar bevorstehende Seeminen-Operation im strategisch wichtigen Persischen Golf verhindern sollte.
Die Angriffe vom Montag markieren eine weitere Eskalation in den seit Monaten andauernden bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in der Region der Straße von Hormus. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens und iranischer Agenturen zielte die Operation des Revolutionskorps auf die Stützpunkte King Hussein und Al Azraq im Haschemitischen Königreich Jordanien. Berichten zufolge wurden dabei technische Infrastruktureinrichtungen sowie Bereiche getroffen, die für Kampfflugzeuge und Reparaturen genutzt werden.
Angriff auf iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak
Der Vergeltungsschlag aus Teheran folgte unmittelbar auf einen amerikanischen Militäreinsatz am späten Sonntagabend, der die ersten direkten US-Angriffe auf iranischem Territorium seit über einem Monat darstellte. Wie der Sprecher der US-Marine, Captain Tim Hawkins, in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP erklärte, hatten US-Kräfte zwei iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak im Süden der Straße von Hormus unter Beschuss genommen.
Ein ungenannter US-Beamter teilte arabischen Medienberichten zufolge mit, dass die iranischen Einheiten in diesem Moment dabei beobachtet wurden, wie sie Raketen für den Transport von Seeminen in den internationalen Schifffahrtsweg vorbereiteten. Die Insel Larak liegt unmittelbar vor der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas. Durch die Straße von Hormus verläuft traditionell ein Fünftel des weltweiten Erdöl- und Flüssiggas-Handels, weshalb die Seewege seit Ausbruch des Konflikts im Februar im Zentrum der militärischen Planungen stehen.
US-Kräfte stellten laut Captain Tim Hawkins des US-Marinekorps am Sonntagabend zwei iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak im Persischen Golf unter Beschuss, während ein ungenannter US-Beamter berichtete, dass iranische Streitkräfte dabei beobachtet wurden, Raketen mit Seeminen für die Straße von Hormuz vorzubereiten.
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, dass bei dem US-Angriff auf Larak zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt wurden.
Luftabwehr in Jordanien fängt ankommende Raketen ab
Wenige Stunden nach den iranischen Drohungen bestätigten die jordanischen Behörden den Beschuss. Der offizielle Sprecher der Streitkräfte des Landes erklärte laut der amtlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra, dass die Luftabwehrsysteme acht Raketen abfingen, die den jordanischen Luftraum durchbrochen hatten. Die Flugkörper seien im Morgengrauen erfolgreich zerstört worden, noch bevor sie eine Gefahr für die Bevölkerung oder Eigentum darstellen konnten.

Die jordanische Armee betonte, dass der Einsatz im Rahmen präoperativer Lagebeurteilungen und der nationalen Verantwortung zum Schutz der Souveränität des Landes erfolgt sei. Berichten zufolge koordinierten sich die Luftverteidigungskräfte vor Ort rasch, wodurch nennenswerte Schäden am Boden verhindert wurden. US-Medien, darunter von Fox News übertragene Einschätzungen, bestätigten ebenfalls, dass nahezu alle anfliegenden Projektile neutralisiert werden konnten.
Hintergrund der Blockade und maritime Spannungen am Persischen Golf
Die jüngsten Gefechte knüpfen an eine monatelange Konfrontation an, die im Februar ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte, als der Iran weite Teile der internationalen Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus blockierte. Im April verhängten die Vereinigten Staaten daraufhin eine offizielle Seeblockade gegen Teheran, um den freien Güter- und Energieverkehr durch die Meerenge abzusichern.

Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte am späten Sonntag mit, dass die Marinekräfte im Rahmen dieser Durchsetzung bereits 83 Handelsschiffe umgeleitet, drei Schiffe manövrierunfähig gemacht und zwei Einheiten betreten haben, um die Einhaltung der Blockade zu kontrollieren.
Zusätzlich zu den militärischen Auseinandersetzungen hält die wirtschaftliche Konfrontation an. Ende August hatte Washington eine neue Welle von Sekundärsanktionen in Kraft gesetzt, um den iranischen Handel weiter zu isolieren. Vertreter der iranischen Regierung wiesen die neuen Restriktionen als wirkungslos zurück und erklärten, sie seien lediglich eine Fortsetzung früherer wirtschaftlicher Druckmittel.
Auch interessant