Die Vereinigten Staaten haben im August 2026 im Rahmen ihrer Iran-Sanktionen Schritte gegen die emiratischen Filialen der ägyptischen Banque Misr eingeleitet.
US-Finanzminister Scott Bessent und die Banque Misr
Die von der US-Regierung ins Visier genommene Banque Misr gehört zu den bedeutendsten Finanzinstituten Ägyptens. Als zweitgrößte Bank des Landes steht sie im Fokus, nachdem US-Finanzminister Scott Bessent angekündigt hatte, wichtige Sanktionen gegen ein Finanzinstitut anzukündigen. Das Vorgehen fällt in eine Phase, in der Washington den wirtschaftlichen Druck auf den Iran im Zuge des sechs Monate andauernden Konflikts drastisch verschärft. Statt die ägyptische Muttergesellschaft direkt zu sanktionieren, konzentriert sich das am Freitag vom US-Finanzministerium vorgelegte Regelwerk gezielt auf die Filialen der Bank in den Vereinigten Arabischen Emiraten und deren Transaktionen in US-Dollar. Unter einer neuen, am Freitag vom Treasury Department vorgeschlagenen Regel würden die emiratischen Filialen der Banque Misr von dem Zugang zum US-Finanzsystem abgeschnitten.
Reaktionen in Kairo und Abu Dhabi auf die US-Maßnahmen

Die ägyptischen Behörden reagierten umgehend auf die Ankündigung aus Washington, wobei das ägyptische Außenministerium und die Zentralbank involviert sind. Die ägyptischen Führungskräfte sind alarmiert und sorgen sich, dass dies das Bankensystem des Landes ins Wanken bringen könnte. Die Zentralbank bestätigte, dass sie Kenntnis von dem neuen Regelungsverfahren hat und im direkten Austausch mit US-Stellen steht. Nach Angaben der ägyptischen Notenbank ist die Maßnahme streng auf die emiratischen Zweigstellen und dort abgewickelte Dollar-Überweisungen beschränkt.
Die Zentralbank von Ägypten erklärte laut einer offiziellen Erklärung über die Associated Press, dass diese Maßnahme auf die Filialen der Bank in den VAE und nur auf deren Dollartransaktionen beschränkt sei.
Zudem betonte die Zentralbank in Kairo, dass weder das operative Geschäft der Banque Misr innerhalb Ägyptens noch deren andere Auslandsfilialen von den Schritten betroffen sind. Die Stabilität des gesamten ägyptischen Bankensektors sei gewährleistet. Dennoch sorgt der Vorstoß in Finanzkreisen für Unruhe, da es sich um eines der wichtigsten Geldhäuser des Landes handelt. Die Trump-Administration warnte, dass Irans Enabler keinen weiteren Zugang zum US-Dollar und dem globalen Finanzsystem genießen können.
Sonderprüfung der Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate
Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate und Banque Misr
In den Vereinigten Arabischen Emiraten reagierte die Bankenaufsicht mit einer harten Gangart. Die Zentralbank der VAE gab am Samstag bekannt, dass sie eine dringende Untersuchung der Filialen im Land eingeleitet habe, nachdem die US-Aktion bekannt wurde. Diese Untersuchung umfasst eine eingehende forensische Überprüfung („a forensic/in-depth lookback) des Zeitraums, den die US-Behörden in ihrer Erklärung beanstandet hatten.

Die Zentralbank der VAE teilte in einer offiziellen Erklärung über Reuters mit, sie erwarte von den in den VAE lizenzierten Banken, dass sie das Finanzsystem der VAE keinen Reputationsrisiken aussetzen, die Gesetze und Vorschriften der Länder respektieren, deren Finanzinstitute bei der Durchführung von Transaktionen genutzt werden, und die fortgeschrittene Finanzinfrastruktur der VAE nicht missbrauchen.
Die Banque Misr erklärte ihrerseits am Samstag, dass sie eine Mitteilung des US-Finanzministeriums prüft, um ihre UAE-Filialen von Dollar-Transaktionen aufgrund von Geschäften mit dem Iran abzuschneiden. Gleichzeitig betonte das Institut, dass ihre Zweigstellen in den Emiraten weiterhin Bankdienstleistungen für ihre Kunden in Übereinstimmung mit den geltenden Regeln und Verfahren erbringen („continues to provide banking services to its customers in accordance with the applicable rules and procedures“).”
Operation Economic Outcast und der geopolitische Kontext
Operation Economic Outcast des US-Finanzministeriums
Das Vorgehen gegen das ägyptische Institut ist Teil einer umfassenderen Strategie unter der Leitung von US-Finanzminister Scott Bessent. Die im August 2026 intensivierte Initiative läuft unter der Bezeichnung Operation Economic Outcast und zielt darauf ab, Teherans Zugang zum globalen Finanzsystem systematisch abzuschneiden. Das Vorgehen spiegelt auch Bessents Wunsch wider, Ländern die Möglichkeit zu geben, sich rechtzeitig von Iran abzuwenden, um eine Erschütterung des globalen Finanzsystems zu vermeiden.
Der US-Finanzminister Scott Bessent erklärte über die Associated Press, die Banque Misr UAE habe sich dazu entschieden, es auf die harte Tour herauszufinden, und heute gehe man den ersten Schritt, um sie für ihre anhaltende, ungeheuerliche Unterstützung des iranischen Regimes zur Rechenschaft zu ziehen.
Das vorgeschlagene Regelungsverfahren des US-Finanzministeriums sieht eine dreißigtägige öffentliche Konsultationsphase (30-day public comment period) vor, bevor die Maßnahmen formell in Kraft treten. Die US-Regierung hielt sich mit direkten Sanktionen gegen die ägyptische Bank zunächst zurück, was die Zurückhaltung der republikanischen Regierung signalisiert, große Handelspartner zu bestrafen, die Geschäfte mit dem Iran machen, darunter China und Indien. Spekulationen hatten zuvor direkt auf China als den größten Käufer von iranischem Öl gesetzt, ehe die Wahl schließlich auf die emiratische Niederlassung von Banque Misr fiel.
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