Tadej Pogacars Sturz auf der achten Etappe der Vuelta a España 2026 hat das Gesamtklassement völlig auf den Kopf gestellt. Der slowenische Topfavorit zog sich bei dem Unfall schwere Verletzungen zu, musste das Rennen aufgeben und fällt vorerst aus. Enric Mas übernahm daraufhin die Führung.
Der verhängnisvolle Vorfall ereignete sich am Samstag, dem 29. August 2026, etwa 30 bis 33 Kilometer vor dem Ziel in Xeraco. Der slowenische Radsport-Superstar Tadej Pogacar, der das Feld der 81. Spanien-Rundfahrt seit dem Auftakt in Monaco anführte, kam auf einem unscheinbaren Straßenabschnitt zu Fall. Laut übereinstimmender Berichte fuhr der Weltmeister über einen unglücklich auf dem Randstreifen beziehungsweise am Straßenrand liegenden Stein, verlor die Kontrolle über sein Vorderrad und flog kopfüber über den Lenker kopfüber über seinen Lenker.
Schwere Verletzungen und Operation am Schlüsselbein
Obwohl sich Pogacar nach dem harten Aufprall auf den Kopf und die linke Schulter zunächst mit blutverschmiertem Gesicht noch einmal aufrappeln wollte, ging es schlicht nicht mehr weiter. Die Schmerzen waren zu stark; nach einem verzweifelten Nein
stieg der Dominator in den Krankenwagen ab und wurde in eine Klinik nach Gandía gebracht.
Das Team UAE Emirates-XRG veröffentlichte daraufhin ein ausführliches medizinisches Bulletin. Demnach zog sich der fünfmalige Tour-de-France-Sieger eine Gehirnerschütterung sowie Brüche des linken Schlüsselbeins und eines Halswirbels zu. Der Teamarzt
„Er wird eine Operation am Schlüsselbein benötigen. Dieser Eingriff wird jedoch aufgrund der bei einer Gehirnerschütterung gebotenen Vorsichtsmaßnahmen zunächst zurückgestellt.“
Adrian Rotunno, UAE-Teamarzt
Gleichzeitig gab der Rennstall leichte Entwarnung: Glücklicherweise lägen keine weiteren schweren Verletzungen und keine neurologischen Folgen vor. Am Sonntagmorgen meldete sich Pogacar selbst per Instagram aus dem Krankenhaus, postete ein Foto mit Halskrause, Pflastern und Verband und unterlegte das Bild mit dem Bee-Gees-Klassiker Stayin‘ Alive
bei seinen drei Millionen Followern.
Ein beispielloser Ausfall und die Auswirkungen auf das Klassement
Für Pogacar bedeutet dieses Drama das erste vorzeitige Aus seiner Karriere bei einer großen Rundfahrt. Vor der achten Etappe lag er mit drei Etappensiegen im Gepäck und einem Vorsprung von 3:50 Minuten vor dem Spanier Enric Mas an der Spitze der Gesamtwertung. Sein erklärtes Ziel, nach dem Giro d’Italia und der Tour de France im selben Jahr auch noch die Vuelta zu gewinnen, um den Satz komplett zu machen, ist damit für diese Saison hinfällig wie auch der Traum vom Gesamtsieg.

Die sportlichen Konsequenzen für das Etappen- und Gesamtgeschehen ließen nicht lange auf sich warten. Die achte Etappe endete in einem Massensprint, den der Franzose Bryan Coquard im Sprint für sich entschied. Hinter den Kulissen sorgte der Ausstieg Pogacars jedoch für sofortige taktische Umstellungen bei den verbliebenen Klassementfahrern.
Enric Mas übernimmt das Rote Trikot aus Respekt
In der Gesamtwertung erbte Enric Mas (Movistar) das Rote Trikot des Führenden. Mas bewies jedoch sportliche Größe und verzichtete bei der offiziellen Ehrung darauf, das Trikot symbolisch überzustreifen – eine Geste, die Beobachter an das Jahr 2015 erinnerten, als Chris Froome bei der Tour de France aus Respekt vor dem gestürzten Tony Martin auf das Gelbe Trikot verzichtet hatte wie die Berichterstattung herausstrich.
Durch Pogacars Ausscheiden ist das Rennen nun völlig unberechenbar geworden.
| Fahrer | Team | Ausgangslage |
|---|---|---|
| Enric Mas | Movistar | Neuer Gesamtführender nach Pogacars Ausfall |
| Felix Gall | Decathlon CMA CGM | Gesamtdritter, zeigte sich in den Bergen stark |
| Primoz Roglic | Red Bull – Bora – hansgrohe | Lauauert auf seine Chance auf den Gesamtsieg |
Auch in den Sonderwertungen wurden die Karten neu gemischt.
Ungewisse Zukunft für den Rest der Saison
Ob Tadej Pogacar in dieser Saison noch einmal in den Rennkalender zurückkehren kann, ist stark bezweifelt. Neben der entgangenen Vuelta stehen dicke Fragezeichen hinter seiner Teilnahme an den Straßen-Weltmeisterschaften Ende September im kanadischen Montreal, wo er eigentlich seinen dritten WM-Titel in Folge anpeilen wollte wie auch an weiteren Herbstklassikern.
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