Nach einem schweren russischen Drohnenangriff auf ein Waffen- und Komponentenlager im ukrainischen Myla am Freitagabend, 29. August 2026, leitete Präsident Wolodymyr Selenskyj strafrechtliche Ermittlungen ein. Durch die darauffolgenden verheerenden Explosionen und Brände starben mindestens 37 Menschen, darunter 34 Bewohner eines Senioren- und Pflegeheims.
Tödliche Detonationen in Myla und die Folgen für die Zivilbevölkerung
Der verheerende Drohnenangriff traf ein Lager in dem Dorf Myla im Bezirk Bucha, knapp drei Meilen westlich von Kiew, am Freitagabend gegen 20 Uhr Ortszeit (wie die Behörden mitteilten). Die Explosionen lösten eine verheerende Kettenreaktion aus, bei der Granaten, Minen und Drohnenkomponenten in die Luft flogen. Mindestens 130 Wohnhäuser wurden beschädigt. Die Attacke war Teil einer Welle fast kontinuierlicher russischer Drohnenangriffe auf Kiew und umliegende Gebiete, die am Donnerstag begonnen hatten.
Mindestens 37 Menschen verloren ihr Leben, während 42 weitere Personen Verletzungen erlitten. Der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Tymur Tkachenko, bestätigte, dass sich unter den Todesopfern 34 Bewohner eines nahegelegenen Pflegeheims für ältere und behinderte Menschen befanden (berichtet die Tageszeitung The Independent). Mindestens vier der Verletzten waren Kinder. Insgesamt wurden 381 Menschen, darunter 59 Kinder, aus dem Gefahrenbereich evakuiert, während die Stadt Kiew für den kommenden Sonntag einen offiziellen Trauertag anordnete (bestätigen die Berichte). Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyy erklärte, dass diese Zahl den bisherigen Höchstwert des Jahres übertrifft, der am 2. Juli bei einem Angriff auf Kiew mit 31 Toten verzeichnet worden war.

At about 8pm, the drone hit a warehouse somewhere and then the detonation began, No one knew that weapons were stored there. Oleksandr Vodolaz, Dorfbewohner
Augenzeugen beschrieben die Wucht der Zerstörung als erschütternd. Die Anwohnerin Stefania Torska schilderte gegenüber der Lokalpresse, dass das Geschehen an fließende Lava erinnerte, eine riesige Masse aus Flammen, die hoch in den Nachthimmel stieg. Die Veterinärin Nataliia Kuznietsova berichtete zudem, dass selbst nach dem Ende des Luftararms alle paar Minuten Explosionen zu hören waren und Fensterscheiben zerbarsten.
Zhanna Kravchuk fragte als Anwohnerin, warum solchartige Waffen in Lagerhäusern und nicht an den Frontlinien lägen, wo sie helfen würden.
Ermittlungen gegen die eigene Regierung und scharfe Kritik
Angesichts der hohen Opferzahl hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj umgehend ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Generalstaatsanwaltschaft untersucht den Vorfall wegen des Verdachts auf Amtspflichtverletzung und Fahrlässigkeit. Es existieren strenge Vorschriften, wonach Munition und Explosivstoffe niemals in der Nähe von Wohngebieten gelagert werden dürfen (wie auf X von Regierungsseite betont wurde). Selenskyj machte deutlich, dass diejenigen, die dies zugelassen haben, für ihre Entscheidungen zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Premierminister Serhii Koretskyi drew comparisons with a July attack in the Kyiv suburb of Vyshneve, where an ammunition depot was struck, killing 22 people and causing large explosions and fires that spread to nearby homes. Koretskyi bezeichnete es als kriminelle Fahrlässigkeit, im Krieg solche Fehler zu wiederholen, und forderte harte Strafen für die Verantwortlichen (berichtet von Nachrichtenagenturen).
Militärische Lage und gegensätzliche Angaben der Kriegsparteien
Das russische Verteidigungsministerium erklärte zu dem Angriff, dass man ein Lager in Myla attackiert habe, in dem Komponenten und Startbooster für Langstreckendrohnen gelagert worden seien (bestätigt durch die Moskauer Berichterstattung). Ukrainische offizielle Stellen beschrieben den Ort hingegen als ein Depot, das möglicherweise illegal Munition, Granaten und Minen in der Nähe von Wohnhäusern lagerte. Russland kündigte zudem an, massive Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur vorzubereiten, als Reaktion auf Angriffe gegen russische zivile und energetische Einrichtungen. In Russlands Leningrader Region meldete Gouverneur Alexander Drozdenko, dass 62 Drohnen abgewehrt wurden und in einem Industriegebiet der Stadt Kirishi ein Brand ausbrach, der inzwischen gelöscht ist.
Unterdessen intensivierten beide Seiten ihre Luft- und Drohnenkampagnen. In der südukrainischen Region Cherson forderten russische Angriffe am Samstag zwei Todesmenschen und 27 Verletzte – darunter ein Kind – in Häusern und Wohnblöcken, wie der regionale Leiter Oleksandr Prokudin mitteilte. Prokudin hatte zuvor gewarnt, dass Russland kritische Infrastruktur in der Region massiv angreift und rund 70 Prozent unter russischer Kontrolle stehen, weshalb er Zehntausende Bewohner zur Evakuierung wegen drohender Heizungs- und Stromausfälle im Winter aufrief.