Der von US-Präsident Donald Trump begonnene Krieg gegen den Iran entwickelt sich für die amerikanische Wirtschaft zunehmend zu einer Belastungsprobe. Nach Angaben von tagesschau.de spüren Verbraucherinnen und Verbraucher die Folgen des Konflikts im Alltag an Supermärkten und Zapfsäulen. Zwar rechnet die Mehrheit der Ökonominnen und Ökonomen am Ende des sechsten Kriegsmonats bisher nicht mit einer schweren Rezession und die Arbeitslosigkeit verharrt auf niedrigem Niveau, doch hohe Energiepreise belasten insbesondere Kleinunternehmen sowie den privaten Konsum.
Wirtschaftliche Belastung und hohe Energiepreise durch Iran-Krieg
Als Hauptursache für die Teuerung gelten laut dem ehemaligen Energieberater Bob McNally die Beeinträchtigungen und Blockaden in der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Die Rohstoffstrategin Aleema Croft von RBC Capital Markets warnt insbesondere vor Rekordpreisen auf dem Dieselmarkt. Steigende Transportkosten verteuern dadurch den Güterverkehr, Waren, Lebensmittel sowie Reisen.
Steigende Staatskosten und finanzielle Folgen für Haushalte
Neben den täglichen Lebenshaltungskosten steigen auch die direkten Ausgaben für den Staatshaushalt massiv an. Laut Gabe Murphy von der überparteilichen Haushalts- und Steuerzahlerorganisation Taxpayers for Common Sense belaufen sich die direkten Kosten für Steuerzahler nach umfassenden Schätzungen auf bereits mehr als 100 Milliarden Dollar basierend auf Zahlen bis Ende Juni. Einer Analyse zufolge summieren sich die kriegsbedingten Belastungen inzwischen auf rund 1.000 Dollar pro US-Haushalt.
Da ein großer Teil dieser Staatsausgaben kreditfinanziert ist, wachsen zudem die künftigen Zinslasten des Staates. Ökonomen sorgen sich vor anhaltend hoher Inflation, was die US-Notenbank Federal Reserve zu einem Fortführen ihres hohen Zinsniveaus veranlassen könnte. Während Rüstungsunternehmen und Teile der Energiebranche von den Entwicklungen profitieren, kämpfen Verbraucher mit den finanziellen Nachwirkungen.
Auslaufendes Rahmenabkommen und Blockade der Seewege
Eine diplomatische Entlastung ist derweil nicht in Sicht. Ein zuvor auf 60 Tage angelegtes, 14 Punkte umfassendes Rahmenabkommen zwischen den Konfliktparteien ist ausgelaufen, ohne dass eine Verlängerung angestrebt wird. Wie der Tagesspiegel berichtet, warf der iranische Außenminister Abbas Araghtschi den USA vor, die Vereinbarung durch wiederaufgenommene Angriffe verletzt zu haben. Nach anfänglichen Lockerungen und einer kurzzeitig gestiegenen Schiffspassage nahm das US-Finanzministerium erteilte Ausnahmegenehmigungen für den iranischen Ölsektor infolge neuer iranischer Angriffe auf Handelsschiffe wieder zurück. Eine sichere Öffnung der Straße von Hormus bleibt vorerst blockiert.

Erschöpfte Waffenbestände und globale Sicherheitsrisiken
Zusätzlich zu den wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Lasten führt der Konflikt zu einer drastischen Entleerung der amerikanischen Munitions- und Waffenbestände. Nach Berichten von focus.de warnen Militärexperten vor globalen Sicherheitsrisiken durch den Mangel an Luftabwehrraketen, der auch die US-Einsatzfähigkeit in Europa und Asien beeinträchtigt. Generalstabschef Dan Caine hatte den US-Präsidenten vorab über die Risiken leerer Vorräte informiert, die Entscheidung für den Feldzug jedoch nicht abwenden können.

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