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Welt

Bundesregierung will Russland für Drohnenanschlag in Leipzig verantwortlich machen

Deutschland bereitet nach dem versuchten Sprengstoffanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle harte Sanktionen gegen Russland vor. Kanzler Friedrich Merz will in der kommenden Woche die Verantwortlichen offiziell benennen, während Sicherheitsbehörden vor einer massiven Zunahme hybrider Bedrohungen warnen. Nach dem gescheiterten Drohnenanschlag am Leipziger Flughafen wird Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) wohl nächste Woche Russland für den Anschlag verantwortlich machen und zugleich weitreichende Sanktionen ankündigen.

Flughafen Leipzig/Halle

Die deutsche Bundesregierung steht kurz davor, Moskau offiziell für einen im August vereitelten Anschlag verantwortlich zu machen. Am Abend des 4. August war am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen Leipzig gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine im Krieg gegen Russland. Berichten zufolge wurden in Leipzig mehrere Drohnen eingesetzt.

Welt am Sonntag und Politico

Wie aus Medienberichten der Welt am Sonntag und des Portals „Politico“ unter Verweis auf drei mit dem Vorgang vertraute Personen hervorgeht, plant Berlin in Abstimmung mit internationalen Partnern weitreichende Gegenmaßnahmen. Demnach sollen zeitgleich umfangreiche Maßnahmen angekündigt werden. Den Berichten zufolge geht es um eine Kombination von direkten Maßnahmen Deutschlands und neuer EU-Sanktionen. Daher sei die Ankündigung für Anfang kommende Woche parallel zum EU-Außenministertreffen in Irland am Dienstag geplant. Bundeskanzler Friedrich Merz könnte die Entscheidung demnach aber auch vorziehen. Unter Berufung auf anonyme Quellen aus Regierungskreisen heißt es, dass die Regierung inzwischen der Ansicht sei, dass die Vorfälle in Leipzig härtere Gegenmaßnahmen erfordern. Die Rede ist von verschärften Sanktionen sowie umfangreicheren Waffenlieferungen an die Ukraine. Angesichts der Tragweite der angeblich anstehenden Reaktion der Bundesregierung auf den Vorfall sprach ein anonymer Beamter von einer Zeitenwende 2.0.

Bundesregierung will Russland für Drohnenanschlag in Leipzig verantwortlich machen
Photo: cryptobriefing.com

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Donnerstag in einem RTL-Interview gesagt, die Bundesregierung werde die Verantwortlichen des Vorfalls in Kürze benennen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat bislang nur von fremden Mächten gesprochen.

Aus dem Kanzleramt gab es zunächst keine offizielle Bestätigung dafür, dass Merz Russland zur Rechenschaft ziehen wolle. Ein Regierungssprecher erklärte auf Politico-Anfrage, dass sich das Kanzleramt nicht an Spekulationen beteilige und allein die offizielle Zuordnung relevant sei, die die Bundesregierung nach eigenem Ermessen und unter Abwägung aller Ermittlungsergebnisse vornehme. Moskau hat jegliche Beteiligung an dem Vorfall in Leipzig stets zurückgewiesen.

Celine Berthon

Unabhängig von der diplomatischen Zuspitzung werten westliche Nachrichtendienste den Vorfall als gefährliche Eskalationsstufe. Celine Berthon, die Direktorin des französischen Inlandsgeheimdienstes DGSI, betonte bei einem von Frankreichs powerful business lobby Medef organisierten annual forum in Paris die sicherheitspolitische Tragweite des Fundes.

A police officer in protective clothing walks next to an explosive-disarming robot (EOD) at Leipzig/Halle Airport in
Photo: Reuters

Celine Berthon, Direktorin des französischen Inlandsgeheimdienstes DGSI, via Reuters

Celine Berthon, Direktorin der französischen Abwehrbehörde DGSI, erklärte, die Entdeckung einer mit Sprengstoff beladenen Drohne in Leipzig, die offensichtlich auf ein die ukrainische Armee unterstütztes Flugzeug gerichtet war, sei ein Signal dafür, dass man die Möglichkeit direkterer und gewaltsamerer Aktionen auf deutschem Gebiet in Betracht ziehen müsse. Solche Bedrohungen betreffen nach ihren Worten am unmittelbarsten Frankreichs Verteidigungs- und Technologiesektoren, aber darüber hinaus alle strategischen Sektoren einschließlich Energie und Kommunikation. Berthon erwähnte nicht, wer im Zusammenhang mit dem Anschlag verdächtigt wird, berichtete jedoch Führungskräften von einem meteorenhaften Anstieg sogenannter hybrider Bedrohungen, darunter Cyberpenetration und von lokalen Stellvertretern ausgeübte Gewalt seit Russlands Einmarsch in die Ukraine. In einer seltenen öffentlichen Intervention warnte Frankreichs oberste inländische Spionin im Einklang mit dem deutschen Innenminister, dass ihre jeweiligen Länder Ziel täglicher Angriffe im Rahmen einer hybriden Kriegsführung sind. Dies umfasse regelmäßig versuchte Einwirkungen auf wirtschaftliche, wissenschaftliche und institutionelle Ziele.

Deutsche und französische Offizielle haben zudem auf breitere strategische Herausforderungen hingewiesen. French officials warn of mounting hybrid warfare threats, wozu der Chef des Inlandsgeheimdienstes ein Risiko nach dem Drohnenangriff in Leipzig sieht. Der Chef der französischen Streitkräfte warnte, dass Frankreich im Drohnenrennen ins Hintertreffen gerate. Der CEO von Dassault Aviation erklärte hingegen, die Verteidigungsindustrie sei bereit, die Bedürfnisse zu erfüllen.

RUSSIA SCHOOLS BERLIN: Germany Targets Moscow Over Leipzig Drone Plot; Kremlin Points to Kyiv
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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