Laufende Bauarbeiten am Weißen Haus haben laut einem vorläufigen Bericht des National Transportation Safety Board (NTSB) vom August 2026 zu Funkproblemen bei Marine One beigetragen. Dies führte dazu, dass der Präsidentenhubschrauber einem Passagierflugzeug am Ronald Reagan Washington National Airport gefährlich nahekam.
Ein Vorfall im US-Luftraum Anfang August hat die Sicherheitsbehörden alarmiert. Der Hubschrauber Marine One, an dessen Bord sich US-Präsident Donald Trump befand, kam einem Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Envoy Air nahe. Wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der NTSB hervorgeht, spielte die temporäre Verlegung des Landeplatzes aufgrund von Umbaumaßnahmen am Weißen Haus eine zentrale Rolle bei dem Beinahe-Zwischenfall.
Baumaßnahmen am Amtssitz erzwingen Verlagerung des Startplatzes
Seit Mitte Juli 2025 starten und landen die Hubschrauber des Präsidenten nicht mehr auf dem traditionellen Südrasen des Weißen Hauses. Grund für die Verlegung in den nahegelegenen Park die Ellipse
sind nach Berichten verschiedener Medien umfangreiche Bauprojekte, die der US-Präsident auf dem Gelände anstößt. Dazu gehören die Errichtung eines neuen Hubschrauberlandeplatzes mit Granitboden – notwendig, weil die starken Triebwerke neuer Hubschraubermodelle den Rasen beschädigen würden – sowie der umstrittene Neubau eines großen Ballsaals anstelle des Ostflügels, den Donald Trump selbst unter anderem mit den Worten kommentierte, Donald Trump erklärte ferner, das Weiße Haus sei in einem schrecklichen Zustand gewesen, wie die Mopo berichtete.
Durch die temporäre Verlegung des Startpunkts auf die Ellipse entstand jedoch ein unvorhergesehenes technisches Problem im Kommunikationssystem. Laut dem Dagens.de-Bericht zeigten technische Analysen, dass von diesem Standort aus keine ausreichende Sichtverbindung bestand, um eine reibungslose Funkkommunikation zwischen dem Park und dem Kontrollturm des Flughafens zu gewährleisten.
Fehlende Funkverbindung und der Vorfall am 4. August
Gemäß einer langjährigen Vereinbarung zwischen dem Militär und der Federal Aviation Administration (FAA) sind die Besatzungen von Marine One verpflichtet, den Fluglotsen drei Minuten vor dem Abflug eine Startwarnung zu geben, damit der zivile Flugverkehr am nahegelegenen Ronald Reagan Washington National Airport rechtzeitig gestoppt wird. Am 4. August schlug dieses Protokoll jedoch fehl.

Wie unter anderem der Military.com-Bericht detailliert darlegt, versuchten die Piloten von Marine One am Tagg des Vorfalls wiederholt, den Tower über Funk zu erreichen und die vorgeschriebene dreiminütige Frist einzuhalten. Auch ein vereinbartes Ausweichverfahren über die Hubschrauberinfrastruktur in Joint Base Anacostia-Bolling scheiterte. Da die Lotsen die Warnung nicht vernahmen, erhielt ein Passagierjet der Envoy Air die Startfreigabe genau zu dem Zeitpunkt, als der Präsidentenhubschrauber abhob.
Ein Fluglotse erklärte laut Aufzeichnungen auf ATC.com über Military.com, dass er Marine One nicht hören könne und fragte, ob jemand ihn informieren könne, falls er Marine One höre. Ein Fluglotse, zitiert nach Aufzeichnungen auf ATC.com über Military.com
In der Luft näherten sich die Maschinen einander an, bis sie nach vorläufigen Schätzungen der Sicherheitsbehörden horizontal etwa 0,82 nautische Meilen (rund 1,3 bis 1,5 Kilometer) und vertikal rund 700 Fuß (etwa 215 Meter) voneinander entfernt waren. Die Besatzung des Passagierflugzeugs erhielt eine Warnung ihres Kollisionsvermeidungssystems, sah den Hubschrauber jedoch nach eigenen Angaben nicht.
Reaktionen der US-Behörden und technische Nachbesserungen
Regierungsvertreter äußerten sich unterschiedlich zu dem sicherheitsrelevanten Vorfall. Der Sprecher des Weißen Hauses, Kush Desai, betonte das Vertrauen in die Besatzungen und erklärte laut Dagens.de, dass die Flüge der Marine One von den besten Piloten gesteuert werden. Verkehrsminister Sean Duffy räumte ein, dass es auf Mitarbeiterebene Telekommunikationsprobleme zwischen dem Marine-One-Team und der FAA gegeben habe, an deren Behebung intensiv gearbeitet werde.
Die FAA reagierte umgehend auf den Vorfall. Techniker verlegten den Funkempfänger aus einem Wohngebiet nahe dem Flughafen direkt auf die Turmspitze des Reagan National Airport, um die Verbindung zu sichern. Der Leiter der FAA, Bryan Bedford, erklärte, dass nach diesem Umbau bei Kontrollprüfungen keine weiteren Kommunikationsprobleme mehr festgestellt wurden, wie die Berichterstattung des Guardian festhält.
Dennoch bleibt die Situation im stark frequentierten Luftraum der Bundeshauptstadt sensibel. Erst im Januar 2025 hatte ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Passagierflugzeug und einem Armeebahnhubschrauber (Black Hawk) nahe demselben Flughafen zu 67 Todesopfern geführt. Dies hatte strengere Vorschriften und engere Prozeduren für den Flugverkehr rund um das Weiße Haus nach sich gezogen.
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