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Sport

UEFA bereitet juristisches Vorgehen gegen Gianni Infantino vor

Die UEFA bereitet beim Gericht in Florida einen scharfen Schlag gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino vor. Sie fordert Dokumente zum gescheiterten WM-Investorendeal an, um ein Strafverfahren in der Schweiz wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung einzuleiten. Der Konflikt zwischen den europäischen Verbänden und dem Weltverband erreicht damit einen neuen historischen Tiefpunkt.

Der Machtkampf an der Spitze des Weltfussballs steuert auf eine beispiellose Zuspitzung zu. Die europäischen Verbände wollen den umstrittenen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino mithilfe der Justiz aus dem Amt drängen. Nach Angaben aus einem 60-seitigen Dokument, das bei einem Distriktgericht im US-Bundesstaat Florida eingereicht wurde, treiben die UEFA und weitere Beteiligte die Vorbereitungen für ein strafrechtliches Vorgehen voran.

Das juristische Vorgehen in den USA und der Schweiz

Im Zentrum der juristischen Auseinandersetzung steht ein geplatzter Milliarden-Deal zur Vermarktung der Weltmeisterschaften. Infantino hatte versucht, ohne Einbindung der offiziellen FIFA-Gremien den US-Investmentfonds Thrive Capital Management, gegründet von Joshua Kushner, als Hauptinvestor einzubinden. Der geplante Verkauf sah vor, dass der Fonds der FIFA 4,2 Milliarden US-Dollar für eine 20-Prozent-Beteiligung an einer neuen Tochtergesellschaft zahlt. Diese Gesellschaft sollte auch die Weltmeisterschaften betreuen, wie 20 Minuten berichtete.

UEFA bereitet juristisches Vorgehen gegen Gianni Infantino vor
Photo: DIE ZEIT

Die UEFA geht in ihren Unterlagen hart ins Gericht mit diesen Plänen. In dem Schriftsatz heisst es laut DIE ZEIT, dass der anvisierte Unternehmenswert von rund 20 Milliarden US-Dollar absurd niedrig angesetzt und vom Markt abgekoppelt gewesen sei. Ziel des Plans sei es gewesen, Infantino und einem kleinen Kreis eine dauerhafte Beteiligung an den wertvollsten Vermögenswerten der FIFA zu verschaffen – zum klaren Nachteil der Mitglieder und der gesamten Fussballfamilie.

Das Gesuch in Florida dient der Beweissicherung. Die UEFA fordert die Herausgabe relevanter Unterlagen unter anderem von der FIFA und dem Investmentfonds Thrive Capital, um diese als Beweismittel in einem drohenden Strafverfahren in der Schweiz zu nutzen. Der Vorwurf lautet auf ungetreue Geschäftsbesorgung gemäss Artikel 158 des Schweizer Strafgesetzbuches, was Bussen oder auch Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren nach sich ziehen kann.

Das Treffen der 55 Mitgliedsverbände in Monaco und die Frontenbildung

Der Konflikt kochte am Rande der Auslosung zur Champions League in Monaco hoch. Dort trafen sich die Chefs aller 55 europäischen Mitgliedsverbände und das Exekutivkomitee der UEFA. In einer gemeinsamen Stellungnahme nach dem Gipfel machte der europäische Dachverband unmissverständlich klar, dass eine Zusammenarbeit mit dem amtierenden FIFA-Präsidenten nicht mehr vorstellbar ist.

UEFA bereitet juristisches Vorgehen gegen Gianni Infantino vor
Photo: 20 Minuten

„Die FIFA muss wieder als eine Institution geführt werden, die dem Fussball dient – und nicht als Instrument individueller Macht agiert.“

UEFA, Stellungnahme nach dem Treffen in Monaco via Watson

Die Fronten zwischen Zürich und Nyon sind damit komplett verhärtet.

Kritik aus Skandinavien und Vergleiche zur Ära Blatter

Der schwelende Streit entzündet sich längst nicht mehr nur an dem gescheiterten Investorenprojekt. Kritiker wie die norwegische Verbandschefin Lise Klaveness werfen dem FIFA-Chef vor, die Fussballwelt wie nie zuvor zu polarisieren. Neben dem umstrittenen WM-Plan werden immer wieder auch frühere Vorfälle genannt, darunter die Verleihung des FIFA-Friedenspreises an den befreundeten US-Präsidenten Donald Trump nach dem Finale der Weltmeisterschaft 2026 oder Fragen rund um die Privatjet-Anreise zu Kongressen.

UEFA DEMANDS Gianni Infantino RESIGN as FIFA President! 😱 #Shorts

„Infantino polarisiert die Fussball-Welt, wie man es noch nie erlebt hat.“

Lise Klaveness, norwegische Verbandschefin via Freie Presse

Beobachter ziehen Parallelen zum Sturz des früheren FIFA-Präsidenten Sepp Blatter im Jahr 2015. Auch damals war es die US-Justiz, deren Ermittlungen den Druck so massiv erhöhten, dass der langjährige Schweizer schliesslich sein Amt zur Verfügung stellen musste. Die aktuelle Initiative der UEFA über US-Gerichte folgt diesem strategischen Muster.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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