Das weltbekannte Billy-Regal von Ikea hat sich seit seiner Erfindung im Jahr 1979 rund 140 Millionen Mal verkauft. Nun bringt der österreichische Künstler Heimo Zobernig eine massive Luxus-Ausführung aus Aluminium auf den Markt, die in einer limitierten Auflage von sieben Exemplaren zu einem Preis von 60.000 Euro angeboten wird.
Das legendäre Regalsystem aus Pressspanplatten, das seit Jahrzehnten in Millionen von Wohnzimmern steht, erfährt durch die Hand des österreichischen Künstlers Heimo Zobernig eine radikale Verwandlung. Wie die Berichte von Welt zeigen, hat Zobernig das vertraute Möbelstück in massives Aluminium übertragen. Während die klassische Variante aus Spanplatte das weltweit am häufigsten anzutreffende Möbel ist, präsentiert sich das neue Kunstobjekt in einer industriellen und zugleich auratischen Form der Minimal Art.
Heimo Zobernig und die lange Verbindung zu Ikea
Die kreative Auseinandersetzung des Künstlers mit dem schwedischen Möbelriesen ist kein Zufallsprodukt, sondern reicht Jahrzehnte zurück. Im Jahr 1977 kam der aus Kärnten stammende junge Mann nach Wien, um an der Kunstakademie zu studieren. Exakt im selben Jahr eröffnete die allererste Ikea-Filiale in der österreichischen Hauptstadt, eine zeitliche Überschneidung, die für den Künstler prägend war. Zobernig, der im Laufe seiner Karriere gleich zweimal auf der Documenta vertreten war und Österreich im Jahr 2015 bei der Biennale von Venedig vertrat, begann Anfang der 1980er-Jahre, sich intensiv mit der Minimal Art auseinanderzusetzen.
Im Gegensatz zu den industriell anmutenden Plastiken von Künstlern wie Donald Judd, Dan Flavin oder Carl Andre etablierte Zobernig jedoch einen eigenen Minimalismus des Günstigen und Alltäglichen. Er ersetzte traditionelle Materialien wie Stahl und Stein durch Karton, Toilettenpapierrollen, Schaufensterpuppen, Pressspan, MDF, Dispersionsfarbe und Styropor. Über die Jahre hinweg rekonstruierte er immer wieder Billy-Regale aus Pressspanplatten, zerlegte sie und setzte sie zu neuen Skulpturen zusammen oder drapierte Stoffskulpturen darin.
Die Aluminium-Ausführung für 60.000 Euro
Die nun vorgestellten, regalförmigen Aluminiumarbeiten lassen sich laut dem Begleittext der 1990 in Köln gegründeten Galerie als eine Art Superserie
beschreiben. Das Objekt besitzt die klassischen Maße von 200 mal 80 mal 30 Zentimetern. Die silbrigen Platten weisen mesmerisierende Kanten auf und sind an den Innenseiten der Regalwangen mit Materialkennzeichnungen aus der Aluminiumfabrik bedruckt, die wie rätselhafte Botschaften aus Zahlen und Buchstaben wirken.
Diese Kennzeichnungen verraten technische Details über das Material: Eine Plattenstärke von 20 Millimetern lässt darauf schließen, dass das Regal alles andere als leicht ist. Verwendet wurde eine Aluminiumlegierung mittlerer Festigkeit mit hoher Korrosionsbeständigkeit, die sich gut schweißen und technisch anodisieren lässt sowie gegen Meerwasser und Witterung beständig und für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist. Dennoch bleibt das Objekt laut der Berichterstattung ein reines Kunstwerk, das zum Befüllen fast zu schade ist.
Ausstellungsort und Verfügbarkeit in Berlin
Von dieser exklusiven, unbetitelten Arbeit existiert eine Auflage von gerade einmal sieben Exemplaren. Eines davon kostet 60.000 Euro. Wegen des enormen Gewichts des massiven Aluminiums wird das Möbelstück direkt am Auslieferungsort zusammengebaut.

Wer das minimalistische Superregal aus der Nähe betrachten möchte, hat dazu in der Berliner Filiale der Galerie Nagel Draxler Gelegenheit. Dort ist das Kunstwerk zusammen mit weiteren Arbeiten von Heimo Zobernig noch bis zum 28. August 2026 für die Öffentlichkeit zu sehen.
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