Nvidia hat im zweiten Quartal einen Umsatz von 96,22 Milliarden Dollar erzielt und damit die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Angetrieben durch ein starkes Rechenzentrumsgeschäft und die Serienproduktion der Vera Rubin-Chips peilt das wertvollste Unternehmen der Welt im laufenden Quartal Erlöse von 108,0 Milliarden Dollar an.
Die Messlatte lag astronomisch hoch, doch der Chiphersteller hat die Erwartungen der Finanzmärkte erneut übertroffen und ein starkes Zahlenwerk vorgelegt. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Konzernumsatz im Jahresvergleich um 106 Prozent auf 96,22 Milliarden Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Konsensschätzung von gut 92 Milliarden Dollar deutlich.
Auch beim Gewinn überzeugte das Ergebnis. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,46 Dollar und überflügelte die Markterwartungen von 2,09 Dollar mühelos. Getragen wird dieses Wachstum vor allem von der globalen Nachfrage nach künstlicher Intelligenz, die laut Konzernführung einen historischen Wendepunkt erreicht hat.
Das Rechenzentrumsgeschäft als unaufhaltsamer Wachstumstreiber
Als unaufhaltsamer Wachstumstreiber erwies sich einmal mehr das Segment der Rechenzentren. Die Erlöse in diesem Kernbereich schossen um 117 Prozent auf 89,0 Milliarden Dollar nach oben. Konzernchef Jensen Huang betonte in diesem Zusammenhang, dass Rechenleistung inzwischen direkt in Ertrag umgemünzt werde und sich die Nachfrage weiter beschleunige.
Zugleich läuft die neue Chip-Generation Vera Rubin nun in voller Serienproduktion an. Während der Gesamtkonzern eine Bewertung von 5,2 Billionen Dollar auf die Waage bringt und als wertvollstes Unternehmen der Welt gilt, zeigt sich das Management auch bei den Aktionärsrenditen großzügig.
Kapitalrückflüsse und der Ausblick auf das laufende Quartal
Um den Wert für die Anteilseigner zu steigern, schüttete der Konzern allein im abgelaufenen Quartal rund 26 Milliarden Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe aus. Das verbleibende Rückkaufvolumen liegt nach Angaben aus dem Finanzbericht bei gigantischen 99 Milliarden Dollar.

Für das laufende dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 108,0 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten zuvor mit 104,6 Milliarden Dollar gerechnet. Bemerkenswert ist dabei, dass der Konzern in dieser Prognose vorsorglich keinerlei Rechenzentrumserlöse aus China einkalkuliert hat. Die bereinigte Bruttomarge soll bei starken 74 Prozent liegen, nachdem im zweiten Quartal 75 Prozent erreicht worden waren. Der erwirtschaftete freie Cashflow belief sich auf 21,34 Milliarden Dollar.
Marktumfeld und nachbörsliche Gewinnmitnahmen
Trotz der Rekordzahlen reagierte die Aktie im nachbörslichen Handel mit einem leichten Minus von 1,2 Prozent. Marktbeobachter werten dies vor allem als kurzfristige Gewinnmitnahmen nach der vorangegangenen Rally. Die Titel notierten zuletzt rund 11 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 236,54 Dollar, das am 14. Mai erreicht worden war und die Aktie technisch in Korrekturterritorium geführt hatte.

Dieser Rückgang betrifft jedoch nicht nur den Halbleitergiganten, sondern fügt sich in eine breitere sommerliche Schwächephase ein, die auch andere große Technologie- und Mega-Cap-Aktien erfasst hat. So notieren Apple, Microsoft, Alphabet und Meta Platforms ebenfalls unter ihren Jahresbestwerten, während sich defensive Segmente und Value-Sektoren robuster präsentieren.
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