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Welt

Nepal: Dutzende Tote und Hunderte Vermisste nach Sturzfluten

Nach einem schweren Erdrutsch am Himalaya-Grenzübergang zwischen Nepal und dem zu China gehörenden Tibet sind am Mittwoch, den 26. August 2026, verheerende Sturzfluten über Flusstäler hinweggegfegt. Dabei kamen Menschen ums Leben, während nach Angaben des Nepal Tourism Board fast 400 Touristen und Einheimische als vermisst gelten.

Eine verheerende Schlamm- und Wasserlawine hat am Mittwochmorgen die Grenzregion zwischen Nepal und Tibet getroffen und in mehreren Distrikten schwere Zerstörungen hinterlassen. Ausgelöst wurde die Katastrophe nach ersten amtlichen Angaben möglicherweise durch ein Erdbeben, das kurz vor dem massiven Abgang einer Schlamm- und Felsmasse registriert wurde (die Zeitung berichtete über die Ereignisse am Grenzübertritt). Die Wassermassen rissen entlang der Flussläufe des Bhote Koshi und des Trishuli Brücken, Straßen, Fahrzeuge und ganze Siedlungen mit sich.

Katastrophale Zerstörungen im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet

Die Schlammlawine schoss auf nepalesischer Seite herab und traf den Gyirong Port in Gyirong County schwer (das Wall Street Journal beschrieb die Zahl der Vermissten). Auf chinesischer Seite berichteten staatliche Medien ebenfalls von massiven Schäden und der Befürchtung schwerer Verluste.

Das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) registrierte im betroffenen Gebiet ein Beben der Stärke 4,4, das etwa sieben Minuten vor dem Zeitpunkt einsetzte, der auf Überwachungskameras im Grenzbereich festgehalten wurde. Nepals Außenminister Shisir Khanal teilte dem Parlament mit, dass ein Erdbeben als Auslöser für die Lawine vermutet werde (die BBC schilderte die parlamentarischen Berichte).

Auf nepalesischer Seite waren vor allem die Dörfer Syabrubesi und Timure im gebirgigen Distrikt Rasuwa sowie der Trishuli-Basar im Distrikt Nuwakot betroffen (Explorersweb dokumentierte die betroffenen Dörfer). Zeugen und Hilfskräfte berichteten von apokalyptischen Zuständen.

Hunderte Vermisste und Pilger auf dem Weg zum Berg Kailash

Nach einer vorläufigen Liste des Nepal Tourism Board werden insgesamt 384 Reisende und Einheimische vermisst, darunter 291 ausländische Staatsangehörige und 93 Nepalesen (Times of India analysierte die amtlichen Listen). Unter den Vermissten befinden sich 105 indische Touristen, 37 in Indien ansässige Personen (Non-Resident Indians), drei US-Bürger, zwölf britische Staatsangehörige sowie Reisende aus Südafrika, Malaysia, Australien und den Niederlanden. Auch südkoreanische Medien berichteten über etwa acht vermisste Staatsbürger ihres Landes.

Viele der Betroffenen waren Pilger, die sich auf dem Weg nach Tibet befanden, um den heiligen Berg Kailash und den Mansarovar-See zu besuchen (wie indische Medien berichteten). Bashu Kumar Adhikari, Geschäftsführer von Touch Kailash Travels & Tours in Kathmandu, erklärte, dass allein von seinem Unternehmen 390 Pilger, darunter 93 Nepalesen, für den Grenzübertritt eingeplant waren.

Bis auf wenige Ausnahmen konnten wir bis 15 Uhr keinen Kontakt mehr zu den Pilgern herstellen. Bashu Kumar Adhikari, Geschäftsführer von Touch Kailash Travels & Tours

Großeinsatz von Armee und Rettungskräften sowie internationale Reaktionen

Die nepalesischen Behörden mobilisierten das Militär, die bewaffnete Polizei und die Landespolizei für großangelegte Such- und Rettungsaktionen. Nach Angaben der Bagmati Province Police Office in Hetauda stieg die bestätigte Zahl der Todesopfer auf mindestens 31, während 93 Menschen verletzt wurden. Die nepalesische Armee setzte 14 Hubschrauber sowie Drohnen und Spürhunde ein, um Überlebende in den schwer zugänglichen Tälern zu finden. In einigen Gebieten war der Wasserstand zu hoch, als dass Hubschrauber landen konnten.

Nepal: Dutzende Tote und Hunderte Vermisste nach Sturzfluten
Photo: Explorersweb

Auf chinesischer Seite mobilisierte Staatspräsident Xi Jinping Rettungskräfte.

Internationale Solidarität ließ nicht lange auf sich warten. Indiens Premierminister Narendra Modi sprach in einem Telefongespräch mit Nepals Regierungschef Balendra Shah sein Beileid aus (Scroll berichtete über das diplomatische Gespräch).

Das Volk Indiens steht in dieser schwierigen Zeit an der Seite seiner Schwestern und Brüder in Nepal. Indien ist bereit, Nepal jede mögliche humanitäre Hilfe zu leisten. Narendra Modi, Premierminister von Indien

Warnungen vor Nachfolgetrudeln und medizinische Notvorkehrungen

Die indischen Behörden gaben für die nördlichen Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar Hochwasserwarnungen heraus.

Nepal: Dutzende Tote und Hunderte Vermisste nach Sturzfluten
Photo: Nypost

Unterdessen traf das nepalesische Gesundheitsministerium Vorkehrungen zur Versorgung von Verletzten. Im Bir Hospital und im Trauma Centre in Kathmandu wurden 100 Notbetten reserviert, medizinisches Personal entsandt und Hilfsgüter bereitgestellt. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereitete die Lieferung von Medikamenten, Ausrüstung für rund 1000 Personen und 15 Notfallzelten vor.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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