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Tesla Rückruf: 4,3 Millionen Fahrzeuge aufgrund von Sicherheitsrisiken

Chinas Markt- und Regulierungsbehörden haben eine beispiellose Rückrufaktion angeordnet. Fast 4,3 Millionen Fahrzeuge von Tesla und zehn weiteren Herstellern stehen wegen Sicherheitsrisiken bei versenkbaren Türgriffen und Notentriegelungen im Fokus, während Peking gleichzeitig ein grundsätzliches Verbot der Türgriff-Technologie ab 2027 beschlossen hat.

Millionen Rückrufe in China wegen unzureichender Notentriegelung

Ein kleines Detail im Innenraum moderner Elektroautos hat in China die bislang größte Rückrufaktion der Automobilgeschichte ausgelöst. Im Zentrum der behördlichen Maßnahmen stehen elektrisch gesteuerte und versenkbare Türgriffe sowie mechanische Notentriegelungen, die im Ernstfall schwer zu finden oder zu bedienen sind.

Die staatliche Marktüberwachungsbehörde SAMR begründete den Schritt mit akuten Gefahren bei schweren Kollisionen. Wenn das Niedervoltsystem eines Fahrzeugs ausfällt, versagen die elektrischen Türöffner. Insassen müssen dann auf mechanische Notentriegelungen ausweichen. Bei zahlreichen betroffenen Modellen ist die Notöffnung jedoch optisch kaum von der Innenverkleidung zu unterscheiden. In extreme situations such as a severe collision causing the vehicle’s low-voltage system to fail, this could hinder occupants from quickly opening the doors to escape and impede rescue efforts by those outside the vehicle, posing a safety hazard, teilte Tesla in einer Stellungnahme mit, wie die BBC berichtete.

Tesla und Xiaomi im Zentrum der massiven Serviceaktionen

Den Löwenanteil des gigantischen Rückrufs trägt der US-Elektropionier Tesla. Darunter befinden sich 973.156 Model 3, die zwischen März 2019 und April 2026 produziert wurden, rund 1,96 Millionen in China gefertigte Model Y sowie tausende importierte Einheiten der Modelle Model 3, Model X und Model S, wie die International Business Times anmerkt.

Tesla Rückruf: 4,3 Millionen Fahrzeuge aufgrund von Sicherheitsrisiken
Photo: ibtimes.sg

Neben Tesla trifft die Welle zahlreiche chinesische Automobilkonzerne. Betroffen sind Fahrzeuge von Marken wie Xiaomi, Leapmotor, Xpeng, Zeekr, Chery, Dongfeng, Arcfox und FAW. Auslöser für die behördliche Härte waren unter anderem verheerende Unfälle, bei denen nach Bränden von Elektroautos Helfer die Türen blockierter Fahrzeuge nicht öffnen konnten.

Software-Updates und Warnaufkleber als Übergangslösung

Die Art und Weise, wie die Hersteller auf die Mängel reagieren, verdeutlicht den pragmatischen Ansatz der Maßnahmen. Da die Schlösser und Griffe mechanisch intakt sind, verzichten die Unternehmen vorerst auf aufwendige Hardware-Umbauten an den Türen. Stattdessen greifen Software und Kennzeichnung.

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Tesla plant, die betroffenen Fahrzeuge mit deutlichen Warnaufklebern im Innenraum zu versehen und ein Over-the-Air-Update auszuspielen. Dieses Update soll dafür sorgen, dass sich die Seitenscheiben nach einer erkannten Kollision automatisch absenken, um den Zugang zu erleichtern, wie Business Insider Deutschland berichtet. Ähnliche Kombinationen aus Warnmarkierungen, Softwareanpassungen und Fenstersteuerungen setzen auch Xiaomi, Leapmotor und Zeekr um, während Chery zusätzlich Abdeckungen austauscht.

Nationaler Standard GB 48001-2026 verbietet versteckte Türgriffe ab 2027

Der Rückruf ist jedoch nur der erste Schritt einer umfassenden regulatorischen Kehrtwende in der Volksrepublik. Parallel dazu hat China als weltweit erstes Land ein vollständiges Verbot versenkbarer Türgriffe beschlossen.

People looking at a white Tesla car in a showroom in Beijing
Photo: bbc.co.uk

Neue Pkw dürfen demnach nur noch verkauft werden, wenn sie an Vorder- und Rückseiten über mechanische Griffe mit einer klar definierten Greiffläche von mindestens 60 mal 20 mal 25 Millimeter verfügen.

Branchenexperten sehen in dem Designmerkmal einen Trend, der sich seit der Markteinführung des Tesla Model S im Jahr 2014 rasant verbreitet hatte. Die Verwendung von Warnaufklebern und Software-Änderungen sei jedoch eher ein Pflaster als eine dauerhafte Lösung, so Tu Le, der Geschäftsführer der Beratungsfirma Sino Auto Insights, gegenüber der BBC.

Parallele Tesla-Rückrufe und internationale Reaktionen

Zusätzlich zum Türgriff-Problem sah sich Tesla in China zu einem weiteren, separaten Rückruf gezwungen. Rund 2,7 Millionen Fahrzeuge wurden wegen Mängeln bei der Fahrerüberwachung in die Werkstätten beziehungsweise ins digitale Update geschickt. Der bisherige Mechanismus über das Lenkraddrehmoment bei aktiver Fahrassistenz reichte den Aufsichtsbehörden nicht aus, um sicherzustellen, dass Autofahrer den Blick nicht von der Straße abwenden.

China Recalls 4 Million EVs as Tesla Faces Huge Hidden Door Handle Safety Fix Across Vehicles

Ob ähnliche Regulierungen oder Rückrufe auch in den westlichen Märkten drohen, ist derweil offen. Behörden wie die US-amerikanische National Highway Traffic Safety Administration beobachten die Entwicklung aufmerksam. Behörden in den USA haben laut der BBC bisher jedoch keine offiziellen Pläne für einen entsprechenden Rückruf mitgeteilt.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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