Beim DFB-Pokal-Duell zwischen dem Drittligisten SV Waldhof Mannheim und dem Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Wie das Polizeipräsidium Mannheim mitteilte, wurden bei den Vorfällen rund um die Begegnung insgesamt 35 Polizisten leicht verletzt, darunter 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei aus Baden-Württemberg. Darüber hinaus mussten 85 Fans medizinisch betreut werden, wobei acht Personen in ein Krankenhaus gebracht wurden. Im Zusammenhang mit den Vorfällen kam es zu mehreren Festnahmen.
Schwere Ausschreitungen und verletzte Polizisten beim Südwest-Derby
Das Polizeipräsidium Mannheim leitete erste Ermittlungen ein. Diese umfassen Vorwürfe wegen Beleidigungen, verschiedener Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Beim Risikospiel im Carl-Benz-Stadion waren insgesamt 1400 Polizeibeamte im Einsatz, wie unter anderem SWR Sport berichtete.
Eskalation nach Abpfeil und Spielunterbrechung
Bereits in der regulären Spielzeit war die Partie unter anderem wegen Pyrotechnik aus dem Gästeblock und Gegenständen der Heimfans kurzzeitig unterbrochen worden, ehe Schiedsrichter Robert Schröder das Spiel nach einer Rauchpause fortsetzte. Nach dem Abpfiff der regulären Spielzeit, die torlos geblieben war, eskalierten die Ereignisse dann jedoch massiv. Zunächst gerieten Spieler auf dem Rasen aneinander. Danach warfen Zuschauer von der Mannheimer Haupttribüne zahlreiche Gegenstände in Richtung der Spielertraube, während FCK-Fans Feuerwerkskörper in Richtung der Tribünen schossen.
In der Folge stürmten Waldhof-Anhänger auf das Spielfeld, und die Mannschaften wurden in die Kabine geschickt. Polizeikräfte mussten in den Heimblock vordringen, während berittene Polizisten versuchten, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Nach minutenlangen Beratungen der Verantwortlichen beider Vereine gab der Stadionsprecher eine Warnung aus, dass beim kleinsten weiteren Vergehen ein Spielabbruch erfolgen würde. Mit mehr als 35 Minuten Verzögerung wurde schließlich die Verlängerung angepfiffen.
Sportliche Entscheidung durch späten Treffer
Sportlich bot das Transfermarkt zufolge ein traditionsreiches Aufeinandertreffen, das bis in die Schlussminuten der Verlängerung offen blieb. Erst in der 120. Minute erzielte Ibrahim Kanaté den späten Siegtreffer für die Gäste. Mit einem Schlenzer aus rund 18 Metern schoss er den 1. FC Kaiserslautern zum 1:0-Erfolg und damit in die zweite Runde des DFB-Pokals. Nach dem entscheidenden Tor zündeten FCK-Anhänger im Gästeblock erneut in größeren Mengen Pyrotechnik, zu weiteren Ausschreitungen direkt nach Spielschluss kam es laut Berichten jedoch nicht.
Reaktionen der Vereine und Verantwortlichen
Die Trainer beider Vereine verurteilten die Vorfälle nach dem Spiel deutlich. FCK-Trainer Torsten Lieberknecht betonte auf der Pressekonferenz, dass all das Geschehene unerwünscht sei, und sprach den Einsatz- und Ordnungskräften seinen ausdrücklichen Dank für die Aufrechterhaltung der Ordnung aus. Auch Waldhof-Trainer Rui Mota schloss sich dieser Kritik an und bezeichnete insbesondere das Abfeuern von Pyrotechnik in Richtung anderer Fans als „nicht akzeptabel“.”

Der SV Waldhof Mannheim distanzierte sich in einer offiziellen Stellungnahme scharf von dem Einsatz gezielter Pyrotechnik gegen Menschen, dem Überwinden von Absperrungen sowie dem unbefugten Eindringen in den Innenraum, wie Saarnews berichtete. Der Verein kündigte eine umfassende Aufarbeitung der Vorkommnisse an, bei der auch der eigene Verantwortungsbereich kritisch hinterfragt und Gespräche mit den Fan-Gruppen gesucht werden sollen. Gleichzeitig richtete der Klub Genesungswünsche an die verletzten Polizeibeamten und sprach dem Schiedsrichterteam Anerkennung für den Umgang mit der schwierigen Situation aus.
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