Die United Auto Workers haben ein Angebot von John Deere über eine zweijährige Vertragsverlängerung abgelehnt. Der Landtechnikkonzern wollte den aktuellen Tarifvertrag im Austausch für Lohnerhöhungen von vier Prozent und Prämien bis Oktober 2029 ausdehnen, was Gewerkschaftsmitglieder jedoch zurückwiesen und damit die Weichen für harte Verhandlungen im kommenden Jahr stellen.
Mitglieder der United Auto Workers haben eine vom Landtechnikriesen John Deere vorgeschlagene Verlängerung ihres bestehenden Tarifvertrags um zwei Jahre abgelehnt. Die Initiative des Unternehmens zielte darauf ab, den laufenden, ursprünglich bis Oktober 2027 angesetzten Vertrag bis in den Herbst 2029 fortzuschreiben. Als Reaktion auf eine gesunkene Nachfrage nach Landmaschinen und anhaltende wirtschaftliche Unwägbarkeiten hatte der Konzern im Vormonat angeboten, die Löhne in den Jahren 2026 und 2027 um jeweils vier Prozent anzuheben und im November eine einmalige Prämie von 3.000 US-Dollar auszuzahlen.
Gegner der Verlängerung und Kritik aus den eigenen Reihen
Will Lehman, ein Montagearbeiter bei Mack Trucks und innergewerkschaftlicher Kandidat für das Amt des UAW-Präsidenten, hatte die rund 10.000 Beschäftigten in Iowa, Illinois und Kansas offen dazu aufgerufen, das Vorhaben zurückzuweisen. In einer schriftlichen Erklärung warf er der Unternehmensführung und der Gewerkschaftsspitze vor, einen präventiven Schritt zu unternehmen, um die Belegschaft vor künftigen Arbeitskämpfen einzubinden. Die Gewerkschaft hatte die Vorlage zur Abstimmung gestellt, nachdem keine vollständigen neuen Vertragstexte ausgearbeitet worden waren.
In seiner Analyse verwies Lehman darauf, dass eine jährliche Lohnerhöhung von vier Prozent angesichts steigender Lebenshaltungskosten, Treibstoffpreise und wirtschaftlicher Belastungen durch Zölle in der Realität einer Lohnminderung gleichkomme. Die 3.000-Dollar-Prämie ist eine einmalige Zahlung, die verschwindet. Sie wird nicht kapitalisiert. Sie baut Ihre Rente nicht auf. Das ist der billigste Weg, um zwei Jahre Arbeitsfrieden zu kaufen, schrieb Lehman in seinem Aufruf.
Finanzielle Lage von John Deere und Gegenforderungen der Basis
Das Angebot traf auf eine Belegschaft, die die Ereignisse des fünfzigtägigen Streiks aus dem Jahr 2021 noch nicht vergessen hat. Damals hatten Arbeiter eine erste vorläufige Einigung mit einer Quote von 90 Prozent abgelehnt. Das schließlich unterzeichnete Abkommen verankerte ein Leistungssystem, das seither umstritten ist, und ließ Forderungen nach einer Wiederherbeitung der Krankenversicherung für Rentner unbeantwortet. Die nun vorgeschlagene Verlängerung hätte alle bisherigen Bedingungen des Vertrages unverändert fortgeschrieben.

Die Ablehnung erfolgt in einer Phase, in der das Unternehmen über erhebliche liquide Mittel verfügt. Nach Angaben aus Unternehmensberichten hält der Konzern rund 9,3 Milliarden US-Dollar an Bargeld und kurzfristigen Anlagen und verzeichnete im dritten Quart des Geschäftsjahres 2025 einen Nettogewinn von 1,28 Milliarden US-Dollar. Der Aktienkurs legte in den vergangenen fünf Jahren um etwa 180 Prozent zu, und an die Aktionäre wurden jährlich Dividenden von 6,48 US-Dollar je Aktie ausgezahlt. Gleichzeitig hatte das Unternehmen im August 2025 Entlassungen vorgenommen, darunter 71 Stellen in der Gießerei in Waterloo, und allgemeine Lohnerhöhungen für Angestellte im Verwaltungs- und Gehaltsbereich für das Geschäftsjahr 2026 ausgesetzt.
Das Angebot, der Gegenentwurf und die Aussichten für 2027
John Deere betonte seinerseits, dass das Verlängerungsangebot darauf abziele, Kontinuität und Planungssicherheit für Mitarbeiter, Kunden und den Betrieb zu schaffen. Ein Unternehmenssprecher erklärte, dass die bisherige Vereinbarung bereits erhebliche Zusatzleistungen wie eine automatische Teuerungsausgleichsregelung von 16,5 Prozent seit 2021 sowie beitragsfreie Krankenversicherungen umfasse. Zudem habe die Gewerkschaft einen Gegenentwurf vorgelegt, der das Firmenangebot um etwa eine halbe Milliarde US-Dollar überstiegen habe. Deere lehnete Verhandlungen über diese modifizierten Konditionen ab.
Wir wollen keinerlei Bedingungen ändern. Wir wollen verlängern und in der Lage sein, den Mitarbeitern von John Deere in zwei zusätzlichen Jahren im Rahmen eines branchenführenden Vertrags mehr Einkommen zu sichern. Cory Reed, John Deere
Mit der gescheiterten Abstimmung rücken die regulären Tarifauseinandersetzungen für das Jahr 2027 in den Mittelpunkt. Gewerkschaftsvertreter machten deutlich, dass man sich auf regulärem Weg an den Verhandlungstisch begeben werde, sobald der bestehende Vertrag ausläuft.
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