Ruffalo hatte zuvor die Verbindung zwischen Oracle-Technologien und dem geplanten Warner-Bros-Discovery-Zusammenschluss scharf kritisiert.
Nachdem der Hollywood-Darsteller und Aktivist die Vorwürfe der Antisemitismus-Verbreitung als empörend und grundlegend unehrlich zurückgewiesen hatte, schaltete sich der Vorstandschef des Simon-Wiesenthal-Centres ein und unterstützte die Haltung des Medienkonzerns ausdrücklich.
Jim Berk wirft Mark Ruffalo Dämonisierung vor
Der Geschäftsführer des Simon-Wiesenthal-Centres, Jim Berk, wandte sich in einer Erklärung an die Redaktion von Deadline und betonte, dass Wortwahl und moralische Klarheit in der öffentlichen Debatte von entscheidender Bedeutung seien.
Jim Berk, CEO des Simon Wiesenthal Center, erklärte, dass Worte von Bedeutung seien und ebenso die Bereitschaft, eine Grenze zu ziehen, wenn eine legitime Debatte in antisemitische Klischees abgleite.
Berk argumentierte weiter, dass Ruffalo mit seiner Kritik Themen miteinander vermische, die in diesem Zusammenhang keinen Bezug zueinander hätten. Die Einbeziehung Israels in eine rein unternehmerische Debatte nannte der Zentrumsleiter einen klassischen Fall von Besessenheit und Dämonisierung, wie die Berichterstattung über die Stellungnahme des Simon-Wiesenthal-Centres verdeutlicht.
Mark Ruffalos Kritik am 111-Milliarden-Dollar-Deal mit Oracle-Hintergrund
Ausgelöst wurde die Kontroverse durch Ruffalos Äußerungen zu dem von Larry Ellison mitfinanzierten und für rund 111 Milliarden US-Dollar geplanten Zusammenschluss, der Warner Bros. Discovery unter die Kontrolle der Familie Ellison bringen soll. Ruffalo hatte in sozialen Medien ein Video geteilt, in dem Paramount-Vorstandsmitglied Safra Catz über Technologien spricht, die von dem von Larry Ellison mitgegründeten Unternehmen Oracle für den israelischen Militäreinsatz nach den Terrorangriffen vom 7. Oktober 2023 bereitgestellt wurden.
Der Schauspieler warnte in seinen Beiträgen vor den potenziellen Risiken solcher Überwachungstechnologien und kritisierte die finanzielle Struktur des Vorhabens.
Ruffalo fügte hinzu, dass seine Haltung aus seinen politischen Überzeugungen resultiere und keine Feindseligkeit gegenüber jüdischen Menschen darstelle. Er verwies darauf, dass sein gesamtes persönliches und berufliches Umfeld stark durch jüdische Freunde und Kollegen geprägt sei. Zudem wies er darauf hin, dass die geplante Transaktion ernsthafte medienpolitische und arbeitsmarktbezogene Konsequenzen nach sich ziehe.
Paramounts Reaktion und die kartellrechtlichen Hürden der Übernahme
Ein Sprecher von Paramount hatte zuvor erklärt, das Unternehmen toleriere keinerlei Vorurteile, zeigte sich jedoch tief besorgt darüber, dass im Rahmen eines wirtschaftlichen Streits Begriffe wie Genozid und Apartheid
verwendet würden. Solche Vergleiche seien fehl am Platz und würden das reale Leid entwerten, für das diese Ausdrücke stünden.

Die Austeinandersetzung findet vor dem Hintergrund eines komplexen regulatorischen Verfahrens statt. Das Vorhaben sieht vor, dass eine einzelne Familie die Kontrolle über Sender und Studios wie CNN, HBO und Warner Bros. erlangt. Gegen diesen Zusammenschluss geht eine Koalition aus zwölf Bundesstaaten juristisch vor; die beteiligten Unternehmen haben zugesichert, den Deal vor dem 1. Juni 2027 oder bis zu einer gerichtlichen Entscheidung der klagenden Staaten nicht abzuschließen.