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Fuji: Vater lässt siebenjährigen Sohn auf Berg zurück

Ein 48-jähriger Vater aus Nagoya hat seinen siebenjährigen Sohn am 20. August 2026 auf dem Fujinomiya-Weg am Fuji allein zurückgelassen, um mit seinem älteren Kind den Gipfel zu erreichen. Eine Berghütten-Wartkraft fand das unversehrte Kind am Morgen auf einer Bank im Regen, woraufhin die Polizei den Vater rügte.

Am Donnerstag des 22. August 2026 wurde bekannt, dass ein Vater aus Nagoya in Japan von örtlichen Polizeikräften scharf verweilt worden ist, nachdem er seinen erst siebenjährigen Sohn auf dem höchsten Berg des Landes schutzlos zurückgelassen hatte. Der Vorfall ereignete sich am Fujinomiya-Weg, einer der bekanntesten Routen auf den 3.776 Meter hohen Vulkan. Während der ältere Bruder des Jungen, ein Schüler der Unterstufe einer weiterführenden Schule, den Aufstieg fortsetzte, musste der Siebenjährige an einer Raststation zurückbleiben, weil er über Erschöpfung klagte.

Der Aufstieg auf dem Fujinomiya-Weg und die Trennung an der sechsten Station

Die Familie hatte die Wanderung in den frühen Morgenstunden begonnen. Auf einer Höhe von rund 2.000 bis 2.490 Metern, konkret an der sechsten von insgesamt zehn Stationen des Berges, äußerte der jüngere Junge nach übereinstimmenden Berichten der Medien, dass er tired and fussy (müde und quengelig) sei. Statt den Aufstieg abzubrechen oder eine längere Pause einzulegen, wies der 48-jährige Vater das Kind an, an Ort und Stelle zu warten.

Offizielle Wegweiser zeigen, dass von der sechsten Station bis zum Gipfel ein anstrengender, rund fünfstündiger Aufstieg zu bewältigen ist, gefolgt von einem zweieinhalb- bis dreistündigen Abstieg. Der Vater kalkulierte demnach offenbar ein, dass der Siebenjährige viele Stunden lang völlig auf sich allein gestellt auf einer Bank ausharren musste, ausgestattet lediglich mit ein paar Snacks und einem Erfrischungsgetränk. Berichte der lokalen Medien schätzten, dass der Vater den Jungen gegen 4:30 Uhr morgens allein zurückließ, während er selbst die Wanderung fortsetzte.

Wanderhütten-Mitarbeiter entdecken das verlassene Kind im Nebel

Gegen 7:40 Uhr am Morgen fiel ein Mitarbeiter einer Berghütte in der Nähe der sechsten Station auf, dass der Junge einsam und verlassen auf einer Bank saß. Zu diesem Zeitpunkt zogen dichter Nebel und Regen auf, was die Witterungsbedingungen auf dem aktiven Vulkan spürbar verschlechterte. Der Hüttenmitarbeiter brachte den unversehrten Jungen umgehend in das Innere der Station in Sicherheit und verständigte die Polizei.

Mount Fuji is pictured from the skies with a ring of white cloud bordering the frame of the image
Photo: BBC

Einsatzkräfte machten den Vater ausfindig, der zu diesem Zeitpunkt bereits in der Nähe der achten Station unterwegs war – ein Fußmarsch von rund drei Stunden entfernt von dem Punkt, an dem er den Jungen zurückgelassen hatte. Die Beamten ordneten per Funk oder Nachricht an, dass der Mann sofort umkehren müsse, um sein Kind in Empfang zu nehmen.

Fuji: Vater lässt siebenjährigen Sohn auf Berg zurück
Photo: The Guardian

Polizeibeamte der lokalen Behörden via Japan Today erklärten, dass es selbst dann, wenn dies bedeute, den gemeinsamen Aufstieg auf den Berg aufgeben zu müssen, inakzeptabel sei, ein Kind zurückzulassen.

Bei der Rückkehr und der Zusammenführung übergaben die Polizisten den Jungen an seinen Vater und erteilten dem Mann eine strenge mündliche Rüge. Gegenüber den Beamten zeigte sich der Vater geständig und reuig.

Der Vater des Kindes erklärte in lokalen Polizeiberichten, er habe eine unüberlegte Entscheidung getroffen, die er zutiefst bereue.

Gefahren auf dem Fujinomiya-Weg und scharfe Kritik von Experten

Der Fall hat in Japan eine breite Debatte über die Sicherheit bei alpinen Wanderungen mit kleinen Kindern ausgelöst. Behörden und erfahrene Bergsteiger wiesen darauf hin, dass das Wetter auf dem Fuji extrem schnell umschlagen kann. Neben starkem Regen, Kälte und schlechter Sicht drohen in der großen Höhe auch Unterkühlung und die Gefahren der Höhenkrankheit. Die sechste Station bietet zwar einen Rastplatz, doch das unvorhersehbare Mikroklima des Berges macht jede Trennung von Gruppenmitgliedern zu einem Sicherheitsrisiko.

Vater lässt siebenjährigen Sohn während Wanderung auf dem Berg Fuji zurück
Fuji: Vater lässt siebenjährigen Sohn auf Berg zurück
Photo: WXLV

Der bekannte japanische Bergsteiger Ken Noguchi kritisierte das Vorgehen des Vaters scharf und zog Parallelen zu eigenen Touren mit seiner Tochter. Laut Berichten der Mainichi Shimbun äußerte Noguchi sein Entsetzen darüber, dass ein so junger Mensch schutzlos auf einem Berg zurückgelassen wurde, und stellte die Frage in den Raum, ob ein solches Verhalten strafrechtliche Ermittlungen wegen möglicher Vernachlässigung rechtfertige.

Polizeidienststellen in der Präfektur Shizuoka appellierten an alle Wandergruppen, ihr Tempo strikt an das schwächste Mitglied anzupassen und sich unter keinen Umständen auf dem Berg zu trennen. Ob der Vater neben der strengen Verwarnung mit weiteren juristischen Schritten oder offiziellen Bußgeldern rechnen muss, ließen die Behörden zunächst offen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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