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Technik und Wissenschaft

NASA bricht Rettungsmission für Neil Gehrels Swift Observatory ab

Die NASA hat den Rettungsversuch für das Neil Gehrels Swift Observatory offiziell abgebrochen. Nach einem Kontrollverlust des Raumschiffs „Linkvon Katalyst Space Technologies wird das seit 2004 aktive Weltraumteleskop voraussichtlich noch in diesem Jahr in der Erdatmosphäre verglühen, da ein Anheben der Umlaufbahn technisch nicht mehr möglich ist.

Scheitern der Mission durch Lageregelungsprobleme

Die für rund 30 Millionen US-Dollar (etwa 26 Millionen Euro) konzipierte Rettungsmission steht vor dem Aus. Das von dem Startup Katalyst Space Technologies aus dem US-Bundesstaat Arizona entwickelte Raumschiff „Link“ – offiziell Lightweight In-Space Navigation and Kinematics – sollte das Swift-Teleskop einfangen und in eine stabilere Umlaufbahn bringen. Das etwa 400 Kilogramm schwere Raumschiff war mit drei Roboterarmen, drei Hauptantriebswerken und zahlreichen weiteren Instrumenten ausgestattet, um den Satelliten über einen Zeitraum von mehreren Monaten in seine Ursprungs-Umlaufbahn zurückzuführen.”

Doch laut offiziellen Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA kam es Ende Juli zu schwerwiegenden technischen Defekten. Hardware-Probleme am Lageregelungssystem führten dazu, dass das Raumschiff unkontrolliert zu rotieren begann und die Kommunikation zeitweise abbrach. Katalyst Space Technologies stellte Probleme mit der Hardware fest, die zur Steuerung der Ausrichtung von Link dient, sowie Probleme mit den Triebwerken. Das Raumschiff geriet völlig unkontrolliert ins Trudeln, was schließlich zur Absage der Mission wegen unlösbarer Defekte im Antriebssystem führte.

Ingenieure versuchten, das trudelnde Raumschiff durch Software-Updates zu stabilisieren, mussten jedoch aufgrund der fehlenden mechanischen Präzision erneut auf die defekten Steuertriebwerke zurückgreifen. Da sowohl der Hauptantrieb als auch die Steuerung dasselbe Xenon-Gas als Treibstoff nutzen, führte der Versuch, das Raumschiff in Position zu bringen, zu einer Erschöpfung der Treibstoffreserven. Eine Kurskorrektur des Teleskops ist damit physikalisch ausgeschlossen.

Herausforderungen unter extremem Zeitdruck

Die Mission galt von Beginn an als riskantes Unterfangen. Nachdem eine erhöhte Sonnenaktivität im Jahr 2024 den Höhenverlust des Satelliten beschleunigt hatte, vergab die NASA den Vertrag im September 2025 an Katalyst Space Technologies. Das Team bei Katalyst hatte lediglich neun Monate Zeit für Entwicklung, Bau und Start des etwa 400 Kilogramm schweren Raumschiffs. Geschäftsführer Ghonhee Lee räumte ein, dass dieser aggressive Zeitplan Kompromisse bei der Sicherheit und den Tests erforderte.

Das Rettungsraumschiff war laut offiziellen NASA-Angaben Anfang Juli erfolgreich von einer Trägerrakete des Typs Pegasus XL über dem pazifischen Kwajalein-Atoll abgeworfen worden. Die Mission sollte demonstrieren, wie ein ursprünglich nicht für Wartungsarbeiten konzipiertes Satellitenobjekt im Orbit kommerziell gewartet werden kann, um dessen Lebensdauer zu verlängern.

Zukunft der Satellitenwartung und geplanter Wiedereintritt

Trotz des Scheiterns der primären Rettungsziele soll „Link“ nicht sofort aufgegeben werden. Die NASA und Katalyst planen, das Raumschiff für weitere Rendezvous-Manöver in der Nähe von Swift zu nutzen, um wertvolle Daten für künftige Wartungsmissionen zu gewinnen. NASA-Chef Jared Isaacman betonte: „Das ist nicht das Ergebnis, auf das wir hingearbeitet haben, aber es ändert nichts daran, warum es das wert war, diese Mission zu versuchen“.””

NASA bricht Rettungsmission für Neil Gehrels Swift Observatory ab
Photo: FAZ

Shawn Domagal-Goldman, Astrophysiker bei der NASA, erklärte zudem: „Wir wussten, dass diese Mission ein hohes Risiko birgt, aber auch große Chancen bietet. Trotz des Rückschlags habe die Mission wertvolle Erkenntnisse geliefert.

NASA bricht Rettungsmission für Neil Gehrels Swift Observatory ab
Photo: Heute

Das Neil Gehrels Swift Observatory, das seit 2004 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus im All kreist und hochpräzise Daten zu energiereichen Gammablitzen geliefert hat, befindet sich aktuell in einer niedrigen Umlaufbahn. Während das Ziel eine Höhe von etwa 600 Kilometern war, betrug die Höhe bis zum 19. August 2026 nur noch rund 345 Kilometer. Experten gehen davon aus, dass das Teleskop noch im Laufe des Jahres 2026 in die dichtere Erdatmosphäre eintritt und verglüht. Die wissenschaftlichen Beobachtungen dieser massereichen kosmischen Phänomene sollen zwar kurzfristig wieder aufgenommen werden, enden aber zunächst bereits in etwa einem Monat endgültig. Eine Nachfolgemission ist derzeit nicht geplant, da die NASA nach neuen Möglichkeiten sucht, um auf unvorhersehbare kosmische Ereignisse reagieren zu können.

NASA bricht Rettungsmission für SWIFT-Teleskop ab
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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