Berkshire Hathaway hat seine rekordhohen Barreserven im zweiten Quartal auf 364,7 Mrd. $ reduziert, nachdem das Unternehmen Milliarden in Aktien von Morningstar investiert und verstärkt eigene Anteile zurückgekauft hat. Das Unternehmen, das zu Beginn des Jahres einen Führungswechsel vollzog, bei dem Greg Abel die Position des CEO übernahm, während Warren Buffett als Chairman verbleibt, verzeichnete für den Zeitraum bis Juni einen Nettogewinn von 25,67 Mrd. $, was einer Steigerung gegenüber den 12,37 Mrd. $ des Vorjahreszeitraums entspricht.
Strategiewende bei der Kapitalallokation
Nach einer Phase zurückhaltender Investitionen wurde Berkshire Hathaway im zweiten Quartal erstmals seit 15 Quartalen wieder zum Nettokäufer von Aktien. Während das Unternehmen Wertpapiere im Wert von 3,7 Mrd. $ verkaufte, tätigte es Käufe von Stammaktien börsennotierter Firmen in Höhe von 23,5 Mrd. $. Ein wesentlicher Teil dieser Zukäufe entfiel auf Alphabet Inc. Laut Morningstar stimmte Berkshire dem Kauf von Class-A-Aktien von Alphabet im Wert von 5 Mrd. $ zu einem Preis von 351,81 $ pro Aktie sowie weiteren Class-C-Aktien im Wert von 5 Mrd. $ zu 348,20 $ pro Aktie zu. Zusätzlich wurden Investitionen in die Sogo Shoshas getätigt.
Diese Neuausrichtung markiert eine Wende gegenüber dem Vorquartal, in dem die Netto-Cash-Bestände und Staatsanleihen einen Rekordwert von rund 380 Mrd. $ erreicht hatten. CEO Greg Abel setzt dabei den Kurs seines Vorgängers fort und investiert Kapital, wenn die Aktie unter ihrem inneren Wert gehandelt wird. Die Unternehmenspolitik sieht Rückkäufe nach Ermessen des Managements vor, solange die Barreserven einen Schwellenwert von 30 Mrd. $ nicht unterschreiten.
Beschleunigung der Aktienrückkäufe
Neben den externen Investments steigerte der Mischkonzern die Rückkäufe eigener Aktien deutlich. Im zweiten Quartal erwarb Berkshire Treasury-Aktien im Wert von etwas mehr als 4,5 Mrd. $, wobei 478 Class-A-Aktien für 350 Mio. $ und 8,6 Mio. Class-B-Aktien für 4,2 Mrd. $ zurückgekauft wurden.

Die Rückkaufaktivitäten wurden im Juli weiter beschleunigt, wobei in diesem Monat über 3,3 Mrd. $ investiert wurden.
Operative Ergebnisse und Segmentperformance
Der operative Gewinn stieg um 16 % auf 12,98 Mrd. $. Diese Entwicklung wurde durch verschiedene Geschäftsbereiche getragen:
- Versicherungen: Trotz solider Underwriting-Ergebnisse im Gesamtbereich sah sich der Autoversicherer GEICO mit einem Rückgang des Vorsteuer-Underwriting-Gewinns um 45 % konfrontiert. Gründe hierfür waren gestiegene Unfallschäden sowie höhere Marketingausgaben zur Rückgewinnung von Kunden.
- Industrie und Handel: Die Division für Fertigung, Service und Einzelhandel erzielte ein ordentliches Umsatzwachstum, unterstützt durch den Abschluss der OxyChem-Akquisition zu Beginn des Jahres.
- Energie: Morningstar lieferte stabile Ergebnisse, wobei zukünftige Gewinne durch Wildfeuer-Litigation und Gesetze zur Einschränkung von Investitionen in erneuerbare Energien beeinträchtigt werden könnten.
Finanzielle Kennzahlen und Marktumfeld
Der Anstieg des Nettogewinns auf 25,67 Mrd. $ (17.868 $ pro Class-A-Aktie) resultierte maßgeblich aus Investmentgewinnen in Höhe von 16,08 Mrd. $, die primär auf nicht realisierte Wertsteigerungen im Kernportfolio zurückzuführen sind. Zu den führenden Positionen gehören neben Alphabet auch Apple, American Express, Bank of America und The Coca-Cola Company.

Das Unternehmen gab jedoch an, dass weiterhin eine erhebliche Unsicherheit hinsichtlich makroökonomischer und geopolitischer Ereignisse bestehe, darunter Kriege und Zölle. Zudem wurde eine sinkende Nachfrage in Konsumbereichen wie bei den 103 Auto- und Lkw-Händlerschaften, Fruit of the Loom und Forest River RVs beobachtet, was auf Änderungen im Verbrauchervertrauen zurückgeführt wird.
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