Zum Inhalt springen
Unterhaltung

Duane „Keffe D“ Davis steht wegen Mordes an Tupac Shakur vor Gericht

In Las Vegas beginnt am Montag, den 10. August 2026, der Prozess gegen Duane „Keffe DDavis, der beschuldigt wird, den Mord an Tupac Shakur vom 7. September 1996 organisiert zu haben. Der 63-Jährige soll die Tatwaffe beschafft und das Attentat koordiniert haben, plädierte jedoch auf unschuldig.

Fast 30 Jahre nach einem der berüchtigtsten ungeklärten Kriminalfälle der US-Popgeschichte steht erstmals ein Tatverdächtiger vor Gericht. Die Anklage gegen Duane Davis, ein Mitglied der South Side Compton Crips, basiert auf der Annahme, dass Davis den Mord zwar nicht selbst ausführte, ihn aber ermöglicht und unterstützt hat.

Die Autobiografie Compton Street Legend

Die Beweiskette: Memoiren und Geständnisse als Grundlage

Jahrzehntelang stagnierte die Ermittlung, bis Davis selbst Aufmerksamkeit auf den Fall lenkte. Im Jahr 2019 veröffentlichte er die Autobiografie Compton Street Legend, in der er seine Beteiligung an dem Attentat beschrieb. Diese Aussagen sowie frühere Medieninterviews bildeten die zentrale Basis für die Festnahme im September 2023.

Die Verteidigung versucht nun, diese Belege zu entkräften. Davis behauptet, er habe die Details in seinem Buch für Unterhaltungszwecke übertrieben oder sei von seinem Co-Autor in die Irre geführt worden. Dennoch entschied die zuständige Richterin Carli Kierny, dass die Memoiren als Beweismittel zugelassen werden.

Zusätzlich zu den schriftlichen Geständnissen stützen sich die Ermittler auf eine Durchsuchung eines Hauses in Henderson im Juli 2023. Dabei wurden eine .40-Kaliber-Pistole, Munition, ein Magazin und Fotos im Zusammenhang mit der Schießerei sichergestellt.

Der 7. September 1996

Der 7. September 1996: Rekonstruktion der Tat

AKTUELL: Verdächtiger im Mordfall Tupac Shakur BESTREITET Beteiligung, während am Montag die Ausw…

Die Ereignisse an jenem Abend begannen mit einem Besuch des Boxkampfs zwischen Mike Tyson und Bruce Seldon im MGM Grand Hotel. Dort kam es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung, bei der Tupac Shakur und seine Entourage den 21-jährigen Orlando „Baby LaneAnderson, ein Mitglied der South Side Crips, angriffen.

Wenige Stunden später, auf dem Weg zu einem Nachtclub, hielt Shakurs schwarzer BMW 750iL an einer roten Ampel an der Kreuzung East Flamingo Road und Koval Lane. Ein weißer Cadillac fuhr neben sie heran, worauf Schüsse fielen. Laut Berichten der „Los Angeles Times“ flirtete der Rap-Star in diesem Moment mit einem Auto voller Frauen auf der linken Fahrspur und bemerkte den weißen Cadillac rechts neben dem BMW wohl nicht. Dann reckte sich eine Hand aus dem geöffneten Fenster des Cadillacs, hielt eine halbautomatische Pistole und drückte ab.”

Duane „Keffe D“ Davis steht wegen Mordes an Tupac Shakur vor Gericht
Photo: gmx.ch

Opfer: Tupac Shakur wurde viermal getroffen (Brust, Arm, Oberschenkel). Laut „AP News“ trafen mindestens zwei Kugeln den Oberkörper. Marion „SugeKnight, der Fahrer und Mitbegründer von Death Row Records, erlitt leichte Verletzungen durch Splitter am Kopf.

Tatwaffe: Eine halbautomatische Glock Kaliber .40, die laut Anklage von Davis beschafft wurde.

Shakur wurde in das University Medical Center transportiert, wo Chirurgen versuchten, innere Blutungen zu stoppen, indem sie den rechten Lungenflügel entfernten. Am 13. September 1996, sechs Tage nach dem Attentat, starb er im Alter von 25 Jahren.

Orlando Anderson und die Mitbeschuldigten

Die Rolle von Orlando Anderson und den Mitbeschuldigten

Obwohl Duane Davis im Zentrum des Prozesses steht, wird er nicht als der Schütze identifiziert. Die Ermittler vermuten, dass der eigentliche Schütze nicht mehr lebt. Orlando „Baby LaneAnderson, der Neffe von Davis, starb 1998 ebenfalls erschossen.

Die Staatsanwaltschaft von Nevada

Der bevorstehende Prozess und die rechtliche Lage

Duane „Keffe D“ Davis steht wegen Mordes an Tupac Shakur vor Gericht
Photo: BILD

Der Prozess in Las Vegas wird voraussichtlich rund einen Monat dauern. Die Jury-Auswahl beginnt am Montag. Die Staatsanwaltschaft von Nevada will beweisen, dass Davis den Mord befohlen und die Waffe besorgt hat. Duane „Keffe D“ Davis wird beschuldigt, „einen Mord unter Einsatz einer tödlichen Waffe mit der Absicht, eine kriminelle Gang zu unterstützenbegangen zu haben. Nach dem Recht des Bundesstaats Nevada kann eine Person wegen Mordes angeklagt werden, wenn sie eine Tat unterstützt oder ermöglicht hat.

Mordermittler Jason Johannson erklärte bei einer Pressekonferenz, dass man schon lange gewusst habe, wie die Tat in etwa abgelaufen sei, es jedoch an den Beweisen gefehlt habe. Neben den Gang-Rivalitäten, insbesondere aus Compton, wird eine Auseinandersetzung am selben Tag, an der auch Tupac beteiligt war, als vermuteter Hintergrund genannt. Der Prozess wird unter anderem Zeugen wie Suge Knight aufrufen, um die Fragen rund um die letzte Nacht von Shakur zu klären.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.