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Sport

Luis Figo fordert Rücktritt von Gianni Infantino nach Betrugsvorwürfen

Der ehemalige Weltfußballer Luis Figo fordert das sofortige Ende der FIFA-Präsidentschaft von Gianni Infantino. In einem Gastbeitrag für die englische zeit.de schrieb der ehemalige portugiesische Nationalspieler: Ich könnte 10.000 Wörter über die Probleme bei der FIFA schreiben. Doch die Lösung lässt sich auf drei Worte reduzieren: Infantino muss gehen.

Vorwürfe von Betrug und Eigennutz

Figo, der 2001 als Weltfußballer ausgezeichnet wurde, wirft dem Schweizer Funktionär schwerwiegendes Fehlverhalten vor. Er bezeichnete die Ereignisse der letzten zehn Tage als das niederträchtigste, betrügerischste und feigste eigennützige Verhalten, das er in seiner gesamten 20-jährigen Karriere als Profifußballer erlebt habe. Laut Figo habe Infantino das Amt des FIFA-Präsidenten, welches er ursprünglich aufwerten wollte, in Misskredit gebracht.

Der 53-jährige Kritiker behauptet, dass Infantino gelogen und getäuscht habe, um sich selbst und seinen Vertrauten auf Kosten des Fußsports Vorteile zu verschaffen. Figo bezeichnete Infantino als ein Relikt aus der Vergangenheit des Fußballs, da dieser bereit gewesen sei, weitreichende Veränderungen allein durchzusetzen, um sich und Freunde zu bereichern.

Auslöser: Verkauf von WM-Rechten an Investoren

Auslöser für die scharfe Kritik waren die Pläne Infantinos, kommerzielle Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Erst unter massivem Druck zog der FIFA-Präsident diese Pläne wieder zurück. Infolgedessen muss der Schweizer nun laut Medienberichten sogar um sein Amt bangen.

Figo betonte in seinem Beitrag, dass es für die Wahrung der Würde Infantinos bereits zu spät sei, es jedoch für die Rettung des Fußballs noch nicht zu spät sei, weshalb ein sofortiger Rücktritt erfolgen müsse.

Vom Unterstützer zum scharfen Kritiker

Das Verhältnis zwischen Figo und Infantino hat sich über die Jahre grundlegend gewandelt. Im Jahr 2015 wollte Figo ursprünglich als Gegenkandidat gegen den damaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter antreten, zog seine Kandidatur jedoch zurück. Nach dem Rücktritt von Blatter unterstützte er Gianni Infantino.

Luis Figo fordert Rücktritt von Gianni Infantino nach Betrugsvorwürfen
Photo: zeit.de

Aktuell ist Figo als Berater für die Europäische Fußball-Union UEFA tätig, eine Organisation, die Infantino ebenfalls scharf kritisiert. Figo behauptet zudem, dass Infantino die Unterstützung seiner engsten Berater sowie der globalen Fußballgemeinschaft vollständig verloren habe.

Weitere Konflikte: WM-Aufstockung und Strukturreformen

Parallel zu den Vorwürfen gegen Infantino gibt es weitere Spannungen innerhalb der Fußballverwaltung. Die Organisation „European Leagues, welche die Profi-Ligen in Europa repräsentiert, kritisierte eine FIFA-Analyse zur Aufstockung der Weltmeisterschaft auf 64 Mannschaften. Die Organisation bemängelte einen unrealistisch kurzen Bewertungszeitraum von nur vier Wochen und den Verzicht auf Konsultationen mit Ligen, Spielern und Vereinen.

Luis Figo fordert Rücktritt von Gianni Infantino nach Betrugsvorwürfen
Photo: Spiegel

Die „European Leagues“ forderten eine Reform der Führungsstrukturen der FIFA, um eine formelle Rolle aller relevanten Interessengruppen bei Zukunftsentscheidungen sicherzustellen. Bis zu einer solchen rechtsverbindlichen Einbindung lehne die Organisation die Erweiterung oder Schaffung von FIFA-Wettbewerben ab. Laut Berichten des Guardian soll ein unabhängiges Unternehmen beauftragt werden, die Auswirkungen der Aufstockung zu untersuchen; die Auswahl des Unternehmens soll bis zum 14. August erfolgen, mit einem Ergebnis bis zum 11. September.”

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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