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Welt

Iran und Oman verhandeln über neue Schifffahrtsroute in Straße von Hormuz

Der Iran und Oman verhandeln über eine neue Schifffahrtsroute in der Straße von Hormuz, um die Kontrolle über die strategische Meerenge neu zu regeln. Während Teheran Servicegebühren für Tanker fordert, droht US-Präsident Donald Trump mit militärischen Interventionen, sollte eine vollständige Öffnung der Wasserstraße nicht gelingen.

Die diplomatischen Kanäle zwischen Teheran und Maskat laufen auf Hochtouren. Laut dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi befinden sich die Gespräche über das künftige Management der Straße von Hormuz in der Endphase. Ziel ist es, eine neue Route festzulegen, die weder der aktuellen nördlichen noch der südlichen Fahrrinne entspricht, wie der Parlamentssprecher Esmaeil Baghaei bestätigte.

Diese Initiative erfolgt vor dem Hintergrund eines massiven Konflikts mit den USA, bei dem die Revolutionsgarden die Meerenge zeitweise blockierten. Während Washington eine Rückkehr zum Status quo vor dem Krieg fordert, will der Iran Fakten schaffen, um seine strategische Position zu zementieren. Die Weltgemeinschaft könnte gezwungen sein, neue Gebühren zu akzeptieren, um den Warenfluss zu sichern.

Servicegebühren und die Strategie der „freiwilligen Zahlungen“

Ein zentraler Streitpunkt der Verhandlungen ist die finanzielle Entlohnung für die Nutzung der Meerenge. Ein hochrangiger iranischer Beamter erklärte gegenüber Reuters, dass jedes dauerhafte Abkommen Teheran das Recht einräumen müsse, Gebühren basierend auf Schiffstyp und Fracht zu erheben.

Abbas Araghchi
Photo: ibtimes.com

Um den internationalen Widerstand zu mindern, vermeidet die iranische Führung den Begriff „Maut“ und spricht stattdessen von Servicegebühren. Dieses Modell orientiert sich an der Straße von Malakka, wo Anrainerstaaten wie Indonesien und Malaysia freiwillige Zahlungen für den Unterhalt der Seewege und den Umweltschutz entgegennehmen.

Oman hat diesem Konzept einer gemeinsamen Gebühnenerhebung zugestimmt, sofern die Zahlungen der Reedereien freiwillig erfolgen und nicht direkt in die Kassen der Islamischen Republik fließen, sondern in die Pflege der Wasserstraße investiert werden. Dieser Vorschlag wird laut Berichten von anderen Golfstaaten unterstützt.

Die Trump-Doktrin: Militärdruck gegen nukleare Abrüstung

Parallel zu den regionalen Gesprächen führt US-Präsident Donald Trump ein hartes Spiel mit Teheran. Er hat einen groß angelegten Angriff auf den Iran vorerst abgesagt, knüpft eine dauerhafte Deeskalation jedoch an einen Zwei-Phasen-Plan: Die vollständige Öffnung der Straße von Hormuz muss der Denuklearisierung des Iran vorausgehen.

Iran und Oman verhandeln über neue Schifffahrtsroute in Straße von Hormuz
Photo: nzz.ch

Logistik der Blockade: Neue Routen und Seeminen

Die praktische Umsetzung der Schifffahrt ist derzeit hochriskant. Der Iran hat Dutzende Seeminen gelegt, was die Befahrung der Mitte der Straße von Hormuz unmöglich macht. Die aktuelle Strategie sieht vor, dass Tanker eine neue, vereinbarte Route nutzen, bis die Verhandlungen endgültig abgeschlossen sind.

Ein konkreter Vorschlag, wie er vom Wall Street Journal beschrieben wurde, sieht vor, dass alle Handelsschiffe den Persischen Golf über die iranischen Hoheitsgewässer betreten und die Meerenge über die Gewässer des Omans verlassen. In diesem Szenario würde beim Verlassen der Meerenge keine Maut erhoben werden.

Die Revolutionsgarden betrachten die Kontrolle über Hormuz als ihre nukleare Waffe. Während die USA die Freiheit der Schifffahrt durchsetzen wollen – CENTCOM meldete kürzlich den Passgang von 55 Schiffen mit insgesamt 17 Millionen Barrel Öl –, weigern sich die iranischen Generäle, diesen Hebel aufzugeben.

Die „Ära nach Hormuz“: Pipelines und Milliardeninvestitionen

Während die Militärs in Teheran auf ihre Macht über die Meerenge setzen, bereiten sich die Golfstaaten auf eine Zukunft vor, in der Hormuz an Bedeutung verliert.

Iran Highlights Hormuz Plan After Rejecting Oman Proposal As US Fails To Make IRGC Loosen Chokehold
  • Pipeline-Ausbau: Laut einer Analyse von Goldman Sachs könnten bis Ende 2028 bereits 60 Prozent des Erdöls über Pipelines transportiert werden.

Der Markt reagiert bereits auf diese diplomatischen und infrastrukturellen Verschiebungen. Am Dienstag fielen die Ölpreise unter anderem aufgrund der Gespräche zwischen den Golfstaaten über das Management der Meerenge.

Ob die regionalen Abkommen zwischen dem Iran und Oman die US-Blockade beenden oder die Spannungen weiter verschärfen, bleibt ungewiss.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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