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Unternehmen

Nicht nur Handys betroffen: Netz-Aus 2028 zwingt Bürger jetzt zum Handeln

O2 Telefónica schaltet das 2G-Mobilfunknetz in der zweiten Jahreshälfte 2028 ab, womit auch die Deutsche Telekom und Vodafone den Ausstieg aus dem alten GSM-Standard vollziehen. Während moderne Smartphones unbetroffen bleiben, verlieren alte Tastenhandys sowie sicherheitskritische Geräte wie Alarmanlagen und Auto-Notrufsysteme ihre Netzanbindung, sofern sie nicht rechtzeitig auf 4G oder 5G umgerüstet werden.

Zeitplan der Netzbetreiber: Wann 2G in Deutschland verschwindet

Das Ende der zweiten Mobilfunkgeneration ist in Deutschland bereits fest terminiert. O2 Telefónica wird den GSM-Standard in der zweiten Jahreshälfte 2028 deaktivieren. Damit folgt das Unternehmen dem Kurs der Wettbewerber: Die Deutsche Telekom hat die Abschaltung bereits für den 30. Juni 2028 angekündigt, Vodafone folgt im September 2028. Da der vierte Netzbetreiber 1&1 das 2G-Netz nie implementiert hat, wird die Technologie Ende 2028 in ganz Deutschland vollständig verschwunden sein. Dieser Schritt folgt auf das Ende von 3G (UMTS), das bereits 2021 in allen Netzen abgeschaltet wurde. Die strategische Logik ist simpel: Die freiwerdenden Frequenzen werden für den Ausbau der leistungsfähigeren 4G- und 5G-Standards genutzt. Dies ist keine reine Marketingmaßnahme, sondern eine notwendige Kapazitätsplanung, um dem steigenden Datenvolumen der Nutzer gerecht zu werden.

Mehr als nur alte Handys: Risiko für Notrufsysteme und IoT

Die Gefahr der Abschaltung betrifft weit mehr als nur verstaubte Tastenhandys in Schubladen. Eine Vielzahl von Alltags- und Sicherheitsgeräten im Hintergrund stützt sich nach wie vor auf den 2G-Standard. Die Bundesnetzagentur und Verbraucherzentrale warnen explizit vor Ausfällen bei sicherheitskritischen Systemen. Besonders kritisch sind folgende Bereiche:
  • Auto-Notrufe (eCall): Ältere Fahrzeuge könnten ihre Notruffunktion verlieren, was laut Berichten sogar Auswirkungen auf die Zulassung haben kann.
  • Haus- und Sicherheitsanlagen: Alarmsysteme, die Statusmeldungen per SMS versenden.
  • Medizinische Überwachung: Notrufsysteme für Senioren oder medizinische Überwachungsgeräte.
  • IoT-Infrastruktur: Intelligente Stromzähler und andere vernetzte Industriemodule.
Mallik Rao, Technikchef von O2, mahnt zur Eile. Er betont, dass Nutzer, die heute noch 2G in Geräten oder Anlagen verwenden, die Umstellung sofort starten sollten, um das Risiko von Systemausfällen zu minimieren.

Die technische Hürde: Warum VoLTE über die Erreichbarkeit entscheidet

Die technische Hürde: Warum VoLTE über die Erreichbarkeit entscheidet
Photo: Computer Bild
Für Nutzer moderner Smartphones ist die Abschaltung weitgehend irrelevant, sofern eine entscheidende Funktion aktiv ist: VoLTE (Voice over LTE). Diese Technologie ermöglicht es, Telefonate über das 4G-Netz statt über die alte 2G-Infrastruktur zu führen. Ohne VoLTE kann es vorkommen, dass ein Gerät zwar Daten empfängt, aber keine Anrufe mehr tätigen oder entgegennehmen kann. In den Geräteeinstellungen sollte daher geprüft werden, ob die Option für 4G-Anrufe aktiviert ist. Bei Samsung-Geräten findet sich diese Option typischerweise unter Samsung-Einstellungen, via Computer Bild Während neue Smartphones diese Funktion automatisch aktiviert haben, müssen Besitzer älterer LTE-fähiger Modelle manuell prüfen, ob die Sprachbereitstellung über 4G sauber funktioniert.

Energieeffizienz und Frequenzen: Die ökonomische Logik hinter dem Aus

Energieeffizienz und Frequenzen: Die ökonomische Logik hinter dem Aus
Photo: Ad-hoc-news.de
Die Entscheidung zur Abschaltung ist primär ökonomisch und ökologisch getrieben. Ein Blick auf den britischen Markt verdeutlicht die Ineffizienz alter Netze. Dort hat Virgin Media O2 die Abschaltung seines 2G-Netzes für den Sommer 2029 angekündigt. Die Zahlen hinter dieser Entscheidung sind deutlich: Das 2G-Netz bewältigt weniger als 0,5 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs, verbraucht jedoch mehr als zehn Prozent der Energie aller Funkzellen. Die Migration auf 4G- und 5G-Plattformen verspricht eine zehnmal höhere Energieeffizienz. Diese Diskrepanz zwischen Energieverbrauch und tatsächlichem Nutzen macht den Erhalt von 2G für Netzbetreiber unrentabel, insbesondere vor dem Hintergrund massiver Investitionen in die Netztransformation.

Hardware-Check: Welche Geräte zu Elektroschrott werden

Die Grenze zwischen zukunftssicherer Hardware und Elektroschrott liegt etwa im Jahr 2012. Populäre Smartphones, die lediglich 2G und 3G unterstützten, wie das Galaxy S3 mini oder das iPhone 5, sind betroffen. Geräte ab dem Galaxy S4 Mini oder iPhone 6 verfügen bereits über LTE-Fähigkeiten. Besonders problematisch ist die Situation bei sogenannten Feature-Phones. Viele Senioren-Handys wurden bis vor kurzem ohne 4G-Unterstützung verkauft. Modelle wie das Nokia 6310 (in der ursprünglichen Version) werden nach der Abschaltung im Jahr 2028 faktisch funktionslos sein. Für Nutzer, die keine komplexen Smartphones wünschen, gibt es mittlerweile LTE-fähige Senioren-Handys. Diese bieten zwar die klassische Tastenbedienung, erfordern jedoch häufigere Ladezyklen als die alten 2G-Klassiker und verzichten meist auf Apps wie den DB Navigator oder WhatsApp.

„Für die meisten Verbraucher ändert sich nichts.

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Telefonica Trotz dieser Beruhigung bleibt die Realität für Millionen von IoT-Geräten und Besitzer älterer Hardware harten Fakten unterworfen: Wer bis Ende 2028 nicht auf LTE- oder 5G-fähige Hardware umsteigt, verliert die Verbindung zum Mobilfunknetz.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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