Das US-Bildungsministerium erhöht ab dem 1. Juli 2026 den Zinsrabatt für Bundesstudienkredite bei Nutzung von Autopay von 0,25 auf 1 Prozentpunkt. Die Trump-Administration will damit die Rückzahlungsraten steigern und die Gesundheit des 1,7 Billionen Dollar schweren Kreditportfolios verbessern. Die befristete Maßnahme gilt bis zum 30. Juni 2028.
Details des Zinsrabatts und Anmeldefristen
Das US-Bildungsministerium hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass Kreditnehmer, die sich für ein automatisches Lastschriftverfahren entscheiden, einen deutlich höheren Zinsabschlag erhalten. Wie die Washington Post berichtet, steigt der Rabatt von den bisherigen 0,25 Prozentpunkten auf insgesamt 1 Prozentpunkt.

Die Regelung tritt am 1. Juli 2026 in Kraft und ist zeitlich befristet bis zum 30. Juni 2028. Kreditnehmer, die derzeit noch nicht im Autopay-System registriert sind, haben bis zum 30. September Zeit, sich anzumelden, um von der niedrigeren Verzinsung zu profitieren. Wer bereits im Programm ist, muss nicht aktiv werden; die Servicer reduzieren den Zinssatz automatisch um weitere 0,75 Prozentpunkte.
Kreditnehmer in Verzug sind von diesem Vorteil ausgeschlossen, bis sie wieder einen ordnungsgemäßen Status erreichen. In der Praxis bedeutet dies, dass Kreditnehmer, deren Konten als „delinquent“ eingestuft sind, erst ihre ausstehenden Zahlungen regulieren müssen, bevor sie den erweiterten Rabatt beanspruchen können.
Der Absturz der Autopay-Quote und die Portfolio-Gesundheit
Die Maßnahme ist eine Reaktion auf einen massiven Rückgang der automatisierten Zahlungen. Untersekretär Nicholas Kent erklärte gegenüber Reportern, dass im Jahr 2019 noch etwa 83 Prozent der Kreditnehmer Autopay nutzten. Bis Ende 2025 sank diese Quote laut NPR auf lediglich 40 Prozent.

Dieser Trend korreliert mit der langen Aussetzung der Rückzahlungen während der COVID-Pandemie. In dieser Zeit leisteten viele Kreditnehmer jahrelang keine Zahlungen, was dazu führte, dass das nationale Kreditportfolio auf 1,7 Billionen Dollar anwuchs. Der plötzliche Wegfall der Zahlungsroutine während der Pandemie führte dazu, dass viele Nutzer ihre automatischen Lastschriften kündigten oder diese aufgrund fehlender Abbuchungen inaktiv wurden.
„Dieser temporäre Anreiz soll Kreditnehmern helfen, ihre Salden schneller zu tilgen, neue Rückzahlungsvorteile voll auszuschöpfen, auf Kurs für Möglichkeiten zur Kreditlöschung zu bleiben und die allgemeine Gesundheit des staatlichen Studienkreditportfolios zu stärken.“
Nicholas Kent, Untersekretär des Bildungsministeriums
Die Regierung setzt darauf, dass die Zinssenkung die Disziplin bei den Rückzahlungen erhöht. Durch die Automatisierung der Zahlungen wird das Risiko von versäumten Terminen und daraus resultierenden Verzugsgebühren gesenkt. Kent betonte in einer Stellungnahme: „Die Trump-Administration macht die Rückzahlung von Studienkrediten einfacher als je zuvor, und Kreditnehmer sollten nicht warten, diesen temporären Zinssatzrabatt zu nutzen, um auf Kurs für wichtige Vorteile bei Studienkrediten zu bleiben,“.
Einordnung in das „one big beautiful bill“-Gesetz
Der Zinsrabatt ist kein isoliertes Geschenk, sondern Teil einer umfassenden Systemumstellung. Laut CNBC ist diese Änderung eingebettet in die Reformen des sogenannten „ein großes, schönes Gesetz“ (one big beautiful bill).

Das neue Gesetz sieht eine massive Überarbeitung des föderalen Systems vor, die am 1. Juli in Kraft tritt. Während frühere Ansätze stärker auf großflächige Schuldenerlasse setzten, fokussiert sich dieser neue regulatorische Rahmen auf die Strukturierung der Rückzahlung und die fiskalische Nachhaltigkeit des Portfolios. Zu den zentralen Änderungen gehören:
- Die Einführung neuer Rückzahlungspläne: Hierzu zählt insbesondere der Repayment Assistance Plan. Dieser Plan ist darauf ausgelegt, die finanzielle Belastung zu mindern, indem unbezahlte monatliche Zinsen erstreckt werden, anstatt sie sofort dem Gesamtsaldo hinzuzurechnen, was das Wachstum der Schuldenlast (negative Amortisation) bremsen soll.
- Obergrenzen für Graduate-Studenten: Das Gesetz führt umstrittene neue Obergrenzen für Studienkredite für Master- und Promotionsstudenten ein. Damit soll verhindert werden, dass die höchsten Kreditbeträge im Portfolio ungebremst ansteigen.
- Verschärfung der Kriterien: Die Anforderungen für den Zugang zu erschwinglichen Rückzahlungsplänen und anderen Entlastungsmaßnahmen werden gestrafft, um sicherzustellen, dass diese Hilfen gezielter eingesetzt werden.
Die Kombination aus dem Autopay-Anreiz und den neuen Plänen wie dem Repayment Assistance Plan zielt darauf ab, die Kreditnehmer zurück in einen regulären Zahlungszyklus zu führen. Die Befristung des Rabatts bis Juni 2028 signalisiert zudem, dass es sich um eine Übergangsmaßnahme handelt, um die systemischen Störungen nach der Pandemie zu beheben und die Ausfallraten im 1,7 Billionen Dollar schweren Portfolio zu minimieren.
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