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Technik und Wissenschaft

Amazon Retaliated Against Workers Who Supported Regulating Data Centers, Complaint Says

Drei Amazon-Mitarbeiter haben beim Seattle Office for Civil Rights Beschwerde eingereicht, da sie nach ihrer Aussage vor dem Stadtrat für eine Regulierung von Rechenzentren Repressalien befürchten. Die Software-Ingenieure werfen dem Konzern vor, sie unter Druck zu setzen, nachdem Seattle ein einjähriges Moratorium für neue Großrechenzentren verabschiedet hatte.

Der Vorwurf der Einschüchterung nach Stadtratsanhörungen

Die Software-Ingenieure Patrick Schloesser, Darius Irani und Liesl Wigand behaupten, dass Amazon sie unmittelbar nach ihrem öffentlichen Eintreten für strengere Richtlinien für Rechenzentren und KI-Infrastruktur schikaniert habe. Laut einer Berichterstattung von edgen.tech wurden die drei Mitarbeiter am 10. Juni – nur einen Tag nachdem der Stadtrat von Seattle ein einjähriges Moratorium für neue Großrechenzentren einstimmig beschlossen hatte – zu kurzfristigen Meetings mit dem Employee-Relations-Team einbestellt. In diesen Gesprächen seien sie gewarnt worden, dass sie gegen die interne Kommunikationsrichtlinie des Unternehmens verstoßen hätten und ihnen eine Kündigung drohe. Der Fall ist rechtlich brisant, da er ein Gesetz aus dem Jahr 2021 prüft, das Arbeitgeber in Seattle untersagt, Diskriminierungen aufgrund politischer Überzeugungen oder der Mitgliedschaft in Organisationen vorzunehmen. Die Anwältin Abby Lawlor von Barnard Iglitzin & Lavitt, die die Mitarbeiter vertritt, betont die Bedeutung dieses Schutzes für die demokratische Teilhabe von Tech-Arbeitnehmern.

„Diese Schutzmaßnahme gab den Mitgliedern der AECJ das Vertrauen, sich vor dem Stadtrat von Seattle für lokale Regulierungen von Rechenzentren und KI auszusprechen, und sie verbietet genau das, was Amazon jetzt tut.“

Der Vorwurf der Einschüchterung nach Stadtratsanhörungen
Abby Lawlor, Anwältin Die betroffenen Ingenieure sind Mitglieder der Gruppe Amazon Employees for Climate Justice (AECJ), die bereits im vergangenen Jahr einen offenen Brief mit der Unterstützung von 1.000 Mitarbeitern veröffentlichte, um die Umstellung aller Rechenzentren auf 100 Prozent lokale erneuerbare Energien zu fordern.

Amazons Verteidigung: Private Meinung oder Unternehmensvertretung?

Amazon bestreitet die Vorwürfe der Vergeltungsmaßnahmen. Das Unternehmen argumentiert, dass die Mitarbeiter möglicherweise die Grenze zwischen ihrer privaten Meinung und ihrer Funktion als Angestellte überschritten hätten. Wie Wired berichtet, erklärte die Amazon-Sprecherin Margaret Callahan, dass die internen Untersuchungen darauf prüfen, ob die Mitarbeiter in ihrer Eigenschaft als Amazonians und nicht als Privatpersonen gesprochen haben. Die betroffenen Mitarbeiter beschreiben die Situation jedoch als gezielte Einschüchterung. Patrick Schloesser berichtet, er habe einen Zoom-Anruf weniger als 30 Minuten vor einem wichtigen Design-Review-Meeting erhalten, in dem er seine monatelange Arbeit präsentieren sollte. Ein HR-Vertreter habe ihn nach seinem Aufenthaltsort und seinen Aussagen vor dem Stadtrat befragt.

„Ich bekam das beunruhigende Gefühl, dass dies kein sicherer Ort mehr für mich ist.“

Amazons Verteidigung: Private Meinung oder Unternehmensvertretung?
Photo: cnbc.com
Patrick Schloesser, Software-Ingenieur bei Amazon Web Services Während Amazon betont, dass derzeit keine Pläne für Kündigungen bestehen und das Unternehmen keine vergeltenden Verhaltensweisen toleriert, fühlen sich die Mitarbeiter durch die laufenden internen Ermittlungen unter Druck gesetzt.

Der Konflikt zwischen KI-Investitionen und Massenentlassungen

Fired union activist at CVG claims Amazon retaliated against him; Amazon denies, NLRA weighs in.
Die Kontroverse um die Rechenzentren ist eng mit der aktuellen Finanzstrategie von Amazon verknüpft. In seinen Aussagen vor dem Stadtrat kritisierte Patrick Schloesser die Diskrepanz zwischen den massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur und den gleichzeitigen Stellenstreichungen im Unternehmensbereich. Laut CNBC verwies Schloesser auf die folgenden Summen:
  • Amazon: Plant Investitionen von 200 Milliarden Dollar in diesem Jahr, wobei der Großteil in Rechenzentren und KI fließt.
  • Microsoft: Investiert laut Schloesser 190 Milliarden Dollar in ähnliche Infrastrukturen.
  • Gesamtsektor: Amazon, Microsoft, Alphabet (Google) und Meta haben in diesem Jahr insgesamt rund 700 Milliarden Dollar für Kapitalausgaben zugesagt.
Gleichzeitig hat Amazon seit Oktober 30.000 Büroarbeitsplätze gestrichen. Diese Maßnahme ist Teil der Strategie von CEO Andy Jassy, die Bürokratie abzubauen, damit das Unternehmen wie das weltweit größte Startup agieren kann. Schloesser sieht darin eine verzweifelte Jagd nach Rechenkapazität auf Kosten der Belegschaft und forderte, dass Entwickler von Rechenzentren eine Steuer zahlen sollten, die städtische Arbeitsplätze finanziert, wann immer Massenentlassungen durchgeführt werden.

Ökologische Risiken und der Trend zur Regulierung

Ökologische Risiken und der Trend zur Regulierung
Photo: edgen.tech
Die Entscheidung Seattles für ein Moratorium ist keine isolierte Maßnahme, sondern Teil eines wachsenden Trends in den USA. Die Sorgen richten sich primär gegen den enormen Ressourcenverbrauch von KI-Rechenzentren. In Seattle hätten fünf geplante Projekte eine maximale Stromnachfrage verursacht, die einem Drittel des durchschnittlichen täglichen Verbrauchs der Stadt entspricht – das ist das Zehnfache der aktuellen Kapazitäten. Die Widerstände gegen den Bau solcher Anlagen nehmen landesweit zu:
Region/Metrik Status/Wert
Kalifornien (Wähler) 70 Prozent lehnen den Bau von Rechenzentren in ihren Gemeinden ab
Kalifornien (Gesetzgebung) 63 Prozent unterstützen Gesetze für Umwelt- und Verbraucherschutz
Monterey Park, CA 88 Prozent der Wähler stimmten für Schutzmaßnahmen
USA (Bundesstaaten) 14 Staaten prüfen Gesetze zum Stopp oder Verbot neuer Rechenzentren
Finanzieller Impact (2025) Mindestens 156 Milliarden Dollar an Projekten blockiert oder verzögert
Amazon betont in einer offiziellen Stellungnahme, dass das Unternehmen derzeit keine Pläne für Rechenzentren innerhalb der Stadtgrenzen von Seattle habe und bestrebt sei, ein verantwortungsbewusster Nachbar zu sein, indem es die Wasser- und Energieeffizienz priorisiere. Die rechtliche Auseinandersetzung in Seattle wird nun zeigen, ob die politische Meinungsäußerung von Tech-Mitarbeitern auch dann geschützt ist, wenn sie die Geschäftsstrategie ihres eigenen Arbeitgebers öffentlich infrage stellen. Sollte das Office for Civil Rights die Beschwerde für begründet halten, könnten Sanktionen, die Wiedereinstellung der Mitarbeiter oder Nachzahlungen folgen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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