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Gesundheit

Impfung gegen Gürtelrose kann Risiko für Demenz massiv senken

Eine im Fachjournal Vaccines veröffentlichte Beobachtungsstudie belegt, dass die Impfung gegen Gürtelrose das Risiko für eine Demenzerkrankung signifikant senkt. Die Forscher analysierten Daten von zehntausenden Patienten und stellten fest, dass Geimpfte eine geringere Wahrscheinlichkeit für kognitive Beeinträchtigungen aufwiesen als nicht geimpfte Personen in der gleichen Altersgruppe.

Risikoreduktion durch Herpes-Zoster-Impfung

Die Analyse von Gesundheitsdaten aus Taiwan zeigt eine statistische Korrelation zwischen der Verabreichung eines Impfstoffs gegen Herpes Zoster und einem geringeren Risiko für die Entwicklung einer Demenz. Die Studie untersuchte eine große Kohorte von Erwachsenen und verglich die Inzidenz von Demenzerkrankungen zwischen geimpften und ungeimpften Probanden.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Prävention von Gürtelrose über den Schutz vor den typischen Hautausschlägen und Neuralgien hinausgeht. Die Daten legen nahe, dass die Impfung einen protektiven Effekt auf die neurologische Gesundheit im Alter haben könnte. Die Forscher betonten, dass dieser Effekt insbesondere bei Personen auftritt, die bereits ein erhöhtes Risiko für vaskuläre oder neurodegenerative Erkrankungen aufweisen.

Methodik der Beobachtungsstudie in Taiwan

Die Untersuchung basierte auf Daten der National Health Insurance Research Database (NHIRD). Dabei handelte es sich um eine retrospektive Kohortenstudie, bei der die medizinischen Vorgeschichten und Impfstatus von zehntausenden Teilnehmenden über mehrere Jahre verfolgt wurden.

Methodik der Beobachtungsstudie in Taiwan

Die Wissenschaftler gliederten die Probanden in eine Gruppe von Personen, die den Herpes-Zoster-Impfstoff erhielten, und eine Kontrollgruppe ohne Impfung. Um Verzerrungen zu vermeiden, wurden Faktoren wie Alter, Geschlecht und bestehende Begleiterkrankungen statistisch bereinigt. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die geimpfte Gruppe ein signifikant niedrigeres Risiko für eine Demenzdiagnose aufwies.

For more on this story, see Gürtelrose-Impfung senkt Demenzrisiko bei Älteren in Studie deutlich.

wp:quote Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Impfung gegen Herpes Zoster mit einem geringeren Risiko für Demenz assoziiert ist, was die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen für die kognitive Gesundheit im Alter unterstreicht.

Trotz der positiven Daten weisen die Autoren darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Das bedeutet, dass eine Korrelation festgestellt wurde, aber kein direkter kausaler Beweis im Sinne einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) vorliegt.

Die Rolle von Entzündungsprozessen im Gehirn

Medizinische Experten führen den Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Demenzschutz auf die Reduktion systemischer Entzündungen zurück. Das Varizella-Zoster-Virus, das Gürtelrose auslöst, bleibt lebenslang latent in den Nervenganglien des Körpers. Eine Reaktivierung des Virus kann zu starken Entzündungsreaktionen führen.

Neue Impfung gegen Gürtelrose erhältlich

Chronische Entzündungen im Körper und im zentralen Nervensystem gelten als bekannte Risikofaktoren für die Entstehung von Alzheimer und anderen Demenzformen. Wenn die Impfung eine Reaktivierung des Virus verhindert, wird potenziell eine Kaskade von Entzündungsprozessen gestoppt, die ansonsten die neuronale Degeneration beschleunigen könnten.

This follows our earlier report, Gürtelrose-Impfung: Senkt sie Demenz-Risiko oder schützt vor Nervenschmerzen?.

Ein weiterer Punkt ist die Vermeidung von schweren Infektionsschüben. Schwere systemische Infektionen im Alter sind häufig mit einem beschleunigten kognitiven Abbau verbunden. Durch die Immunisierung wird dieses Risiko gesenkt.

Einordnung in die aktuelle Impfstrategie

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in Deutschland die Impfung gegen Gürtelrose primär für Personen ab 60 Jahren sowie für Risikogruppen ab 50 Jahren. Die aktuelle Empfehlung stützt sich primär auf die Vermeidung der Herpes Zoster und der damit verbundenen Post-Zoster-Neuralgien.

Einordnung in die aktuelle Impfstrategie

Der potenzielle Schutz vor Demenz ist derzeit kein offizieller Teil der Impfempfehlungen, da die Datenlage aus Beobachtungsstudien noch nicht ausreicht, um eine Änderung der medizinischen Leitlinien zu rechtfertigen. Dennoch liefert die Studie einen Anreiz für weitere Forschung.

Im Vergleich zu anderen Impfstoffen, wie etwa der Grippeimpfung, für die ebenfalls Studien einen geringeren Demenzrisiko-Zusammenhang nahelegen, zeigt die Gürtelrose-Impfung ein ähnliches Muster. Es scheint, dass die allgemeine Reduktion von viralen Belastungen und Entzündungen im Alter die Gehirngesundheit positiv beeinflusst.

Read also: Gürtelrose-Impfung: 90% Schutz vor Nervenschmerzen im Alter.

Ausblick und verbleibende Unsicherheiten

Es bleibt zu klären, ob der Effekt bei allen Impfstoffen gegen Gürtelrose gleichermaßen auftritt. Es gibt Unterschiede zwischen dem älteren Lebendimpfstoff und dem neueren Totimpfstoff (Rekombinanter Impfstoff), wobei letzterer eine höhere Wirksamkeit bei der Verhinderung der Erkrankung zeigt.

Zukünftige Studien müssen prüfen, ob die Risikoreduktion spezifisch für bestimmte Demenztypen, wie etwa die Alzheimer-Krankheit oder die vaskuläre Demenz, gilt. Zudem ist offen, in welchem Alter die Impfung den maximalen protektiven Effekt auf das Gehirn entfaltet.

Die aktuelle Evidenz bietet jedoch eine Grundlage für die Diskussion über eine Ausweitung der Impfprävention als Teil einer ganzheitlichen Strategie zur Erhaltung der kognitiven Funktion.

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bitte konsultieren Sie Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Ärztin, um die Eignung und Notwendigkeit einer Impfung in Ihrem individuellen Fall zu prüfen.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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