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Sport

Alpiger verhindert im Aargau ein unglaubliches Kuriosum

Nick Alpiger und Lario Kramer gewannen am Sonntag, den 8. Juni 2026, die Aargauer und Walliser Kantonalschwingfeste. Während Alpiger in Rohr durch seinen Sieg gegen Marius Frank eine historische Punktgleichheit von sieben Siegern verhinderte, verteidigte Lario Kramer in Naters seinen Titel in einem emotionalen Schlussgang gegen seinen Bruder Dorian.

Alpiger verhindert siebenfache Punktgleichheit im Aargau

Das Aargauer Kantonale in Rohr hätte in die Geschichtsbücher eingegangen können, allerdings aus einem Grund, den kein Schwingfest-Organisator plant. Vor dem Schlussgang zwischen Nick Alpiger und Marius Frank zeigte die Rangliste eine Konstellation, die laut Blick zu einem beispiellosen Kuriosum geführt hätte.

Hätten Alpiger und Frank den Gang gestellt, hätten sieben Schwinger den Festsieg punktgleich geteilt. In dieser Liste befanden sich:

  • Benno Heinzer
  • Kaj Hügli
  • Pascal Joho
  • Aaron Rüegger
  • Robin Studinger
  • Tim Roth (Eidgenosse)
  • Joel Strebel (Eidgenosse)

Besonders pikant gewesen wäre die Situation für Benno Heinzer, der den Muni in die Innerschweiz hätte mitnehmen können. Alpiger verhinderte dieses Szenario jedoch durch einen Sieg im Bodenkampf, womit er nicht nur den Titel sicherte, sondern auch eine administrative und sportliche Ausnahmesituation abwendete.

Die Dramaturgie des Schlussgangs in Rohr

Der Kampf zwischen den beiden Eidgenossen Nick Alpiger und Marius Frank war geprägt von hoher Intensität und physischer Erschöpfung. Nach rund vier Minuten geriet Alpiger in Bedrängnis, als Frank einen gefährlichen Angriff lancierte, der den Aargauer beinahe zur Niederlage führte. Alpiger konnte sich jedoch retten und startete im Gegenzug einen eigenen Angriff, der ebenfalls abgewehrt wurde.

Die Entscheidung fiel erst nach knapp zehn Minuten, als die Kräfte beider Athleten sanken. Alpiger drückte Frank schlussendlich auf den Rücken. Für Alpiger markiert dieser Erfolg laut SRF seinen 14. Kranzfestsieg insgesamt und den dritten Sieg beim Aargauer Kantonale, nachdem er bereits 2018 und 2023 triumphiert war.

Jeder Gang war ein Schlüsselgang. Ich bin sehr froh, darf ich hier schwingen. Es ist wunderschön zu sehen, wie stark die Nordwestschweizer sind, wie viele um den Sieg kämpfen.
Nick Alpiger, Sieger des Aargauer Kantonalen

Lario Kramers zehnter Festsieg im Bruder-Duell

Im Wallis entwickelte sich das Kantonalfest in Naters zu einer Familienangelegenheit. Im Schlussgang standen sich die Brüder Lario und Dorian Kramer gegenüber. Lario, der bald 28 Jahre alt wird, trat zur Titelverteidigung an, während sein ein Jahr jüngerer Bruder Dorian die Chance auf seinen ersten Kranzfestsieg suchte.

Das Duell war von Beginn an offensiv. Nachdem beide Angriffe versucht hatten, gelang Lario Kramer nach gut vier Minuten ein Kurz, mit dem er seinen Bruder platt auf das Kreuz legte. Mit diesem Sieg feierte Lario seinen zehnten Festsieg und verteidigte erfolgreich seinen Titel aus dem Vorjahr. Dorian Kramer fiel durch die Niederlage im Schlussgang auf den fünften Rang zurück.

Es ist immer schön, ein Schwingfest zu gewinnen. Vor dem Schlussgang ist es bisschen nebensächlich gewesen – weil es gegen meinen Bruder ging. Wir sind ein Team, unterstützen uns gegenseitig und kennen uns sehr gut. Der Schlussgang war extrem speziell. Der Sieg bedeutet mir enorm viel, ein Kranzfestsieg ist für mich nicht selbstverständlich.
Lario Kramer, Sieger des Walliser Kantonalen

Verpasste Chancen und die Rangliste in Aargau

Verpasste Chancen und die Rangliste in Aargau

Während Alpiger und Frank um den Sieg kämpften, bot sich für Oliver Hermann eine außergewöhnliche Gelegenheit. Aufgrund der Einteilung wäre ihm der erste Festsieg seiner Karriere nahezu geschenkt worden, sofern er gegen Enea Grob gewonnen hätte. Hermann scheiterte jedoch an der geforderten Plattwurf-Leistung und musste sich mit einem Gestellten begnügen, was ihn den Festsieg kostete.

Im Vergleich zum Vorjahr, als Marius Frank und Sinisha Lüscher gemeinsam jubelten, sah die Spitze in diesem Jahr anders aus. Sinisha Lüscher musste sich diesmal zusammen mit dem Eidgenossen Adrian Odermatt mit dem geteilten dritten Rang zufriedengeben.

Die Ergebnisse der beiden Feste unterstreichen die aktuelle Formkurve der Nordwestschweizer und die Dominanz von Lario Kramer im Wallis. Besonders die Fähigkeit von Alpiger, in einem physisch zehrenden Kampf über zehn Minuten die Oberhand zu behalten, festigt seine Position in der aktuellen Saison.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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