Stade Lausanne-Ouchy und der FC St. Gallen 1879 bestreiten heute, am 24. Mai 2026, das Finale des Schweizer Cups im Berner Wankdorf-Stadion. Während der Schweizerische Fussballverband (SFV) ein ausverkauftes Haus mit 30.500 Zuschauern meldet, sorgt ein massives Ticket-Chaos für Spannungen zwischen den Vereinen und den Fans beider Lager.
Ticket-Chaos im Wankdorf: Widersprüchliche Zahlen von SFV und SLO
Die Vorbereitungen für den Cupfinal sind von einer beispiellosen organisatorischen Unruhe geprägt. Laut Berichten von Blick herrscht ein Chaos um die Ticketkontingente, wie es vor einem Cupfinal dieser Größenordnung noch nie vorkam. Im Zentrum des Streits stehen die Diskrepanzen zwischen den Angaben des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) und denen von Stade Lausanne-Ouchy (SLO).
Der SFV gibt an, dass in der ersten Verkaufsphase 14.500 Tickets an den FC St. Gallen und 9.300 an Stade Lausanne-Ouchy gingen. Die Verantwortlichen aus Lausanne widersprechen dieser Darstellung vehement. Aus ihrer Sicht erhielten sie insgesamt 12.500 Tickets, wovon sie lediglich 7.000 beanspruchten. Ein Teil dieser Tickets wurde vom Sponsor Pascal Roux erworben und anschließend kostenlos verteilt. Die restlichen 5.500 Tickets seien an den SFV zurückgegangen.
Von diesen Rückläufern gelangten 2.000 Plätze auf der Haupt- und Gegentribüne in den freien Verkauf. Diese waren innerhalb weniger Minuten vergriffen, wobei vor allem Fans des FC St. Gallen zuschlagen konnten, die händeringend nach Eintrittskarten suchten.
Adrian Arnold, Kommunikationschef des SFV, via Blick
Die SLO-Fanzone als Trojanisches Pferd für St. Galler Fans
cluster (priority): Blick
Die brisanteste Entwicklung betrifft die Fanzone von Stade Lausanne-Ouchy. Hier blieben ursprünglich 3.500 Tickets unbesetzt. SLO einigte sich mit dem SFV auf einen Deal: Die Tickets sollten in letzter Sekunde verkauft oder verschenkt werden, wobei der Verein die nicht abgesetzten Karten nicht bezahlen musste.
In der Folge wurden diese Tickets großzügig an lokale Fußballklubs und Personen mit einer Adresse im Kanton Waadt verteilt. Diese Strategie erwies sich für die Organisatoren als riskant, da viele St. Galler Anhänger Kontakte in die Region Waadt pflegen. Die Folge ist ein unkontrollierter Zuwachs an grün-weißen Fans in einem Sektor, der eigentlich für die Lausanner vorgesehen war.
Die Analyse der aktuellen Situation lässt darauf schließen, dass Tausende St. Galler Fans im Waadtländer Sektor landen werden. Dies führt zu einer paradoxen Situation: Während das Stadion offiziell als ausverkauft gilt, könnten viele Plätze faktisch unbesetzt bleiben, während die Fan-Verteilung im Stadion massiv vom ursprünglichen Plan abweicht.
Logistik und Public Viewing: So bereitet sich der FCSG vor
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Trotz der Ticket-Turbulenzen hat der FC St. Gallen eine detaillierte Infrastruktur für seine Anhänger geschaffen. Wie der FCSG mitteilt, steht ein spezieller Fanguide zur Verfügung, der alle Aspekte von der Reise nach Bern über den Fanmarsch bis hin zum Stadioneinlass abdeckt. Um die Kommunikation in Echtzeit zu gewährleisten, wurde eine Cupfinal-App veröffentlicht, für die ein aktuelles Update bereitsteht.
Für diejenigen, die es nicht ins Wankdorf-Stadion geschafft haben, organisiert der Verein eine Alternative in der Heimatstadt. Am Marktplatz in St. Gallen werden zwei große Bildschirme aufgestellt, um das Spiel live zu übertragen.
Start des Public Viewing: 13:00 Uhr
Ort: Marktplatz, St. Gallen
Angebot: Verpflegungsmöglichkeiten vor Ort
Die Stimmung im Ostschweizer Lager ist eine Mischung aus Vorfreude und Frustration über die Ticketverteilung. Dass die Fans nun über inoffizielle Wege oder durch die „Lücken“ im SLO-Kontingent in das Stadion gelangen, unterstreicht den enormen Druck, den die Anhänger des FCSG auf die Organisatoren ausgeübt haben.
Es bleibt abzuwarten, ob die friedliche Koexistenz von Ostschweizern und Romands im Stadion gewahrt bleibt, wenn die Sektorentrennung durch die Ticket-Geschenke de facto aufgehoben wurde. Die sportliche Spannung des Finales wird durch diese organisatorischen Mängel überlagert, die das Image des SFV in diesem Turnier erheblich belasten könnten.
Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.
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