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Ukraine zerstört seltenes russisches Be-200-Amphibienflugzeug 1.000 km hinter Front

Ukrainische Drohnen haben am 17. Mai 2026 in Jeisk, rund 1.000 Kilometer hinter der Frontlinie, ein seltenes russisches Amphibienflugzeug vom Typ Beriev Be-200 „Altair“ zerstört. Das Flugzeug war auf einem Militärflughafen geparkt und galt als kaum ersetzbar.

Ukraine trifft mit Drohnen tief ins russische Hinterland

Die ukrainischen Streitkräfte haben in einer koordinierten Aktion nicht nur das seltene Be-200-Flugzeug ausgeschaltet, sondern gleichzeitig mehrere militärische und zivile Ziele in Russland und auf der besetzten Krim getroffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff und veröffentlichte ein Drohnenvideo, das den Einschlag auf dem Militärflughafen Jeisk zeigt. Die Aktion erfolgte als Vergeltung für russische Angriffe in dieser Woche, wie Selenskyj in sozialen Medien betonte.

Die Be-200 ist ein Amphibienflugzeug, das sowohl auf Wasser als auch auf Landepisten starten und landen kann. Weltweit wurden nur etwa 20 Exemplare dieses Typs gebaut, was den Verlust als besonders schwerwiegend macht. Das Flugzeug wird von Russland für maritime Operationen und Feuerlöscheinsätze eingesetzt. Der Wert einer Be-200 wird auf etwa 40 Millionen Dollar (rund 34 Millionen Euro) geschätzt.

Koordinierte Angriffe auf mehrere Ziele

Neben dem Be-200-Flugzeug zerstörten ukrainische Drohnen in Jeisk auch einen Hubschrauber vom Typ Ka-27. Auf der Krim traf ein Panzir-S1-Flugabwehrsystem, in der Region Luhansk ein Tor-M2-System. Im Hafen von Berdjansk versenkten sie ein mit Munition beladenes Frachtschiff. Die Angriffe wurden vom ukrainischen Zentrum für Tiefschläge koordiniert, an dem Einheiten wie das 1. selbstständige Zentrum, die 427. Brigade „Rarog“ sowie die 414. Brigade „Ptachy von Madjar“ beteiligt waren.

Die Ukraine setzt seit Langem Langstreckendrohnen ein, um die russische Flugabwehr zu umgehen und Ziele weit hinter der Front zu erreichen. Neben Militärflugplätzen stehen dabei vor allem Energieanlagen wie Raffinerien und Öldepots im Fokus. Parallel zu den Angriffen auf Jeisk wurden auch die Ölraffinerie in Rjasan erneut getroffen.

Frontlage bleibt angespannt

An der Frontlinie bleibt die Lage angespannt. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs kam es allein am 15. Mai zu 263 Gefechten entlang der gesamten Frontlinie. Besonders intensiv sind die Kämpfe im Raum Pokrowsk, Piwnitschosloboschansk und Kursk. Gleichzeitig meldet die Ukraine kleinere Geländegewinne, etwa die Rückeroberung der Ortschaft Odradne in der Region Charkiw.

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Der ukrainische Generalstab sieht die russischen Streitkräfte zunehmend unter Belastung. Die Koordination der Drohnenangriffe zeigt, dass Kiew in der Lage ist, gezielt und mit großer Präzision auch tief im russischen Hinterland zu schlagen. Präsident Selenskyj kündigte an, den Umfang und die Reichweite dieser Angriffe weiter auszuweiten.

Hintergrund: Die Be-200 und ihre Bedeutung

Die Be-200 „Altair“ wurde ursprünglich als Löschflugzeug konzipiert und kann bis zu 12 Tonnen Wasser oder Löschmittel transportieren. Daneben ist sie aber auch für den Transport von Truppen und Material in schwer zugängliche Gebiete geeignet. Im Januar 2026 hatten italienische Eurofighter-Kampfflugzeuge eine Be-200 über der Ostsee abgefangen, nachdem das Flugzeug in den Luftraum der Nato eingedrungen war.

Hintergrund: Die Be-200 und ihre Bedeutung
Amphibienflugzeug Das Flugzeug

Der Verlust des Flugzeugs ist ein weiterer Beleg für die Effektivität der ukrainischen Drohnenstrategie. Da die Produktion der Be-200 in Friedenszeiten kaum stattfindet, wird der Ersatz des zerstörten Exemplars für Russland schwierig sein. Die Ukraine nutzt ihre Fähigkeit, Langstreckenangriffe durchzuführen, gezielt, um die russische Infrastruktur und Militärkapazitäten zu schwächen.

Ausblick: Eskalation oder Deeskalation?

Ob die Angriffe auf das Be-200-Flugzeug und andere Ziele in Russland zu einer weiteren Eskalation führen, bleibt abzuwarten. Präsident Selenskyj hat bereits angekündigt, die „Sanktionen“ gegen Russland weiter auszuweiten. Die russische Führung könnte mit eigenen Vergeltungsschlägen reagieren, insbesondere gegen zivile Infrastruktur oder Energieanlagen in der Ukraine.

Die Zerstörung des seltenen Amphibienflugzeugs zeigt jedoch auch, dass die Ukraine in der Lage ist, selbst tief im russischen Hinterland gezielt und präzise zu schlagen. Dies könnte den Druck auf Moskau erhöhen, seine Angriffe auf ukrainisches Territorium zu reduzieren.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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