Am 18. Mai 2025 griff der 36-jährige Syrer Mahmoud Mhemed in Bielefeld fünf Menschen mit Messern und einem präparierten Stockdegen an, vier davon schwer. Der Angriff ereignete sich in der Innenstadt und wird von Ermittlern als islamistisch motiviert eingestuft.
Ein Angriff mit islamistischem Hintergrund
Der Messerangriff in Bielefeld vor einem Jahr hat die Stadt erschüttert und die Ermittler bis heute beschäftigt. Mahmoud Mhemed, ein abgelehnter Asylbewerber mit subsidiärem Schutz, hat die Tat gestanden. Laut Gerichtsgutachten ist er tiefgreifend islamistisch radikalisiert und handelte aus einer dschihadistischen Gesinnung heraus. Die Tat ereignete sich in den frühen Morgenstunden vor der Szene-Bar „Cutie“ in der Bielefelder Innenstadt, nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt.
Mhemed mischte sich unter eine Gruppe feiernder Gäste, darunter Fans des Fußballvereins Arminia Bielefeld. Er griff wahllos mehrere Personen an, rief dabei „Allahu Akhbar“ und setzte dabei sowohl ein Messer als auch einen präparierten Stockdegen ein. Vier der Opfer, darunter ein 26-jähriger Arminia-Fan, erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Ohne das Eingreifen der Zivilcourage der Anwesenden, die den Angreifer überwältigten, hätte es Tote gegeben, wie die Polizei später bestätigte.
Tatverlauf und Ermittlungen
Die Tat war offenbar geplant: Bereits im Mai 2025 kaufte Mhemed zwei Messer in einer Woolworth-Filiale und suchte sich gezielt ein Anschlagsziel aus. Überwachungskameras zeichneten seine Vorbereitungen auf. Nach dem Angriff flüchtete er mit dem Zug über Hamm nach Essen, wo er kurzzeitig untertauchte, bevor er in einer leer stehenden Wohnung in Heiligenhaus festgenommen wurde. Bei seiner Verhaftung leistete er Widerstand und zog sich leichte Verletzungen zu.
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Die Ermittlungen ergaben, dass Mhemed bereits 2014 in Syrien dem „Islamischen Staat“ (IS) beigetreten war und dort bis 2016 als Wach- und Grenzposten tätig war. In seinem Besitz fanden sich handschriftliche Notizen in arabischer Sprache, die auf eine intensive Auseinandersetzung mit salafistischer Ideologie hindeuten. Zudem wurde ein handgezeichneter Zettel mit dem schwarzen Banner gefunden, einer Flagge, die von islamistischen Gruppen wie al-Qaida und dem IS verwendet wird.
Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen aufgrund des Verdachts auf einen islamistisch motivierten Anschlag. Ein über 30-köpfiges Ermittlerteam unter der Leitung des Bundeskriminalamts (BKA) wurde zusammengestellt, um die Hintergründe der Tat aufzuklären. Laut psychiatrischem Gutachten ist Mhemed seit vielen Jahren radikalisiert und hat sogar den Kontakt zu seinen Kindern abgebrochen, um seine Ideologie durchzusetzen.
Zivilcourage und Folgen
Die Zivilcourage der anwesenden Fußballfans spielte eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Tragödie. Mehrere Gäste versuchten, den Angreifer zu überwältigen, obwohl sie selbst verletzt waren. Die Polizei lobte ihr mutiges Eingreifen und betonte, dass es ohne diese Tote gegeben hätte.
Der Prozess gegen Mhemed begann im Frühjahr 2026 am Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Anklage wirft ihm versuchten Mord und schwere Körperverletzung vor. Die Ermittlungen zeigen, dass der Angriff nicht nur eine spontane Gewalttat war, sondern das Ergebnis einer langfristigen Radikalisierung und Planung.
Aktuelle Lage und offene Fragen
Die Tat bleibt ein schwerwiegender Vorfall mit weitreichenden Konsequenzen für die Sicherheitsbehörden und die Gesellschaft. Die Ermittlungen haben gezeigt, dass islamistische Radikalisierung auch in Deutschland eine reale Gefahr darstellt. Trotz der Festnahme des Täters bleiben Fragen zur genauen Motivation und zu möglichen weiteren Netzwerken offen.
Die Stadt Bielefeld und die Fußballszene sind weiterhin mit den Folgen des Angriffs konfrontiert. Die Erinnerung an die Zivilcourage der Fans und die Aufarbeitung der Tat bleiben wichtige Themen für die öffentliche Sicherheit und den Zusammenhalt in der Gesellschaft.