Die deutsche Nationalmannschaft trifft heute, am 20. Juni 2026, im zweiten WM-Gruppenspiel auf die Elfenbeinküste. Das Spiel findet um 22 Uhr im BMO Field in Toronto statt. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt laut Sport1 auf dieselbe Startelf wie beim 7:1-Auftaktsieg gegen Curaçao, um den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde zu sichern.
Nagelsmanns unveränderte Elf und Neuers Rekord
Photo: BILD
Julian Nagelsmann verzichtet bei der Begegnung gegen die Elfenbeinküste auf jegliche Rotation. Die Startformation bleibt identisch mit der aus dem ersten Spiel. Im Tor steht Manuel Neuer, der mit seinem 21. WM-Einsatz zum Rekordtorhüter der Turniergeschichte avanciert. Vor ihm formiert sich die Viererkette aus Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und Nathaniel Brown.
Im Mittelfeld agieren Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha, während die Offensive durch Leroy Sané, Jamal Musiala, Florian Wirtz und Kai Havertz besetzt ist. Dass Sané trotz anhaltender Kritik erneut von Beginn an spielt, begründete Nagelsmann laut Sportschau damit, dass es keinen Grund für eine Änderung gebe.
Diese Entscheidung hat direkte Auswirkungen auf Deniz Undav. Der Stuttgarter, der gegen Curaçao nach seiner Einwechslung ein Tor und zwei Vorlagen beisteuerte, bleibt vorerst in der Rolle des Jokers. Gründe hierfür könnten Schwächen im Spiel gegen den Ball sein, wie die Sportschau berichtet.
Die Elfenbeinküste hingegen geht mit fünf personellen Änderungen in das Spiel. Die Aufstellung der Ivorer umfasst unter anderem Fofana im Tor sowie Kessié und Sangaré im Mittelfeld.
Das Duell zwischen Nathaniel Brown und Yan Diomande
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Ein zentraler taktischer Brennpunkt wird das Aufeinandertreffen auf dem Flügel sein. Nathaniel Brown, der gegen Curaçao überzeugte, trifft auf den Bundesliga-Shootingstar Yan Diomande. Der Flügelspieler ist für seine Tempodribblings bekannt und gilt als eine der größten Gefahren der ivorischen Offensive.
Um Diomande zu neutralisieren, ist laut Sportschau geplant, dass die deutschen Außenverteidiger verstärkt Unterstützung durch die offensiven Mitspieler erhalten. Die defensive Arbeit von Sané wurde in diesem Zusammenhang bereits im ersten Spiel positiv hervorgehoben.
Das Spiel findet im BMO Field in Toronto statt, dem kleinsten der 16 WM-Arenen. Für das Turnier wurde die Kapazität durch den Einbau von 17.000 zusätzlichen Sitzen auf rund 45.000 Zuschauer erhöht. Der deutsche Fanblock ist mit 2.500 Plätzen bereits ausverkauft.
Einreise-Drama und Ermittlungen gegen Elye Wahi
Abseits des Platzes sorgten rechtliche Probleme für Unruhe im Lager der Elfenbeinküste. Gegen den Spieler Elye Wahi läuft in Frankreich laut Sport1 ein Ermittlungsverfahren.
Vorwurf: Verdacht auf organisierten Betrug, organisierte Korruption im Sport, Hehlerei und Geldwäsche.
Folge: Die kanadischen Behörden verweigerten Wahi zunächst die Einreise.
Aktueller Stand: Die Einreiseerlaubnis wurde letztlich erteilt, sodass er am Kader teilnehmen kann.
Sarpeis Kritik an der Diversität der TV-Experten
Während die sportliche Vorbereitung im Fokus steht, löste Hans Sarpei eine Debatte über die mediale Darstellung afrikanischen Fußballs aus. In einem Interview mit T-Online kritisierte Sarpei die mangelnde Expertise und Diversität bei den deutschen Sendern ARD, ZDF und MagentaTV.
Wenn etwa über afrikanische Mannschaften gesprochen wird, sitzen da sechs Experten, aber keiner hat Ahnung vom afrikanischen Fußball. Sie hauen Floskeln von 1950 raus: ‚Die Afrikaner sind stark und athletisch. Wir wissen, wie die Afrikaner spielen.‘ Nein!
Hans Sarpei, Ex-Nationalspieler
Sarpei betonte, dass die Spielstile innerhalb Afrikas stark variieren und nicht pauschalisiert werden dürften. Er führte aus, dass der Kongo, Ghana, Marokko und die Elfenbeinküste jeweils einen völlig unterschiedlichen Fußball spielten.
Besonders scharf richtete sich seine Kritik gegen MagentaTV, das sich die Rechte für alle 104 WM-Spiele gesichert hat und auf prominente Namen wie Thomas Müller und Jürgen Klopp setzt. Laut Sarpei gehe es dem Sender primär darum, Aufmerksamkeit durch große deutsche Namen zu generieren, anstatt eine fachlich passende Zusammensetzung der Experten zu wählen.
Es wurden so viele Experten geholt, aber sie sind alle nur Experten für Deutschland. Mehr nicht. Dabei kommentieren sie auch andere Spiele. Die Weltmeisterschaft ist bunt, die Besetzung nicht.
Hans Sarpei, Ex-Nationalspieler
Auch die humorvolle Art von Müller und Klopp, die an das Format des US-Senders CBS erinnern soll, bewertete Sarpei kritisch und stellte fest, dass die beiden im Vergleich zu den CBS-Experten nicht so unterhaltsam seien.
Für Deutschland steht nun die Chance auf einen historischen Start. Ein weiterer Sieg würde den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde bedeuten. Ein vergleichbarer Erfolg mit zwei Siegen zum Auftakt gelang zuletzt bei der Heim-Weltmeisterschaft 2006 gegen Costa Rica und Polen.
Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.
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