Willibald Kaltenbrunner leitet als Managing Partner die Marktforschungsgesellschaft EY denkstatt. Das Unternehmen analysiert Konsumtrends und Marktveränderungen für internationale Mandanten. In seiner Funktion steuert Kaltenbrunner die strategische Ausrichtung der Einheit, um datengestützte Erkenntnisse in die Unternehmensberatung von EY zu integrieren, wie aus aktuellen Firmenprofilen hervorgeht.
Die Positionierung von EY denkstatt unter der Führung von Willibald Kaltenbrunner zielt auf die Verknüpfung von klassischer Marktforschung mit strategischer Unternehmensberatung ab. Während traditionelle Marktforschungsinstitute oft isolierte Daten liefern, integriert EY denkstatt diese Erkenntnisse direkt in die Wertschöpfungskette der EY-Beratung. Laut Unternehmensangaben ermöglicht dieser Ansatz es Mandanten, Konsumentenbedürfnisse unmittelbar in Geschäftsmodelle zu übersetzen.
Diese Integration ist Teil einer übergeordneten Strategie der „Big Four“ Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, ihr Portfolio über die klassischen Bereiche Audit und Tax hinaus in Richtung strategischer Beratung und spezialisierter Datenanalyse zu erweitern. Durch die Einbettung von denkstatt in die EY-Struktur wird die Marktforschung von einer rein deskriptiven Funktion zu einem präskriptiven Instrument, das konkrete Handlungsempfehlungen für die Geschäftsführung liefert.
Strategische Integration von Marktforschung und Beratung
Unter Kaltenbrunner fokussiert EY denkstatt auf die Analyse des Konsumentenverhaltens, um operative Geschäftsentscheidungen zu stützen. Die Einheit nutzt eine Kombination aus quantitativen Befragungen und qualitativen Analysen. Ziel ist es, nicht nur zu erfassen, was Konsumenten tun, sondern warum sie ihr Verhalten ändern. Diese Differenzierung ist laut Firmenprofilen entscheidend für die Entwicklung von langfristigen Marktstrategien.
Die Integration in das globale Netzwerk von EY erlaubt es der Einheit, Trends über verschiedene Regionen hinweg zu vergleichen. Kaltenbrunner steuert dabei die Koordination zwischen den lokalen Marktforschungsteams und den globalen Strategieberatern. Diese Struktur reduziert die Zeitspanne zwischen der Datenerhebung und der Umsetzung strategischer Maßnahmen in den Unternehmen der Mandanten.
In der Praxis bedeutet dies, dass EY denkstatt nicht als externer Dienstleister auftritt, sondern als interner Wissenslieferant für die verschiedenen Service-Lines von EY. Dies ist insbesondere in volatilen Märkten von Bedeutung, in denen die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung über den Wettbewerbsvorteil entscheidet. Die methodische Verzahnung erlaubt es, Hypothesen aus der Strategieberatung unmittelbar durch empirische Daten zu validieren oder zu widerlegen.
Fokus auf Konsumentenpsychologie und Marktveränderungen
Ein Kernpunkt der Arbeit unter Kaltenbrunner ist die Untersuchung psychologischer Treiber hinter dem Kaufverhalten. In einem Umfeld, das von hoher Inflation und volatilen Lieferketten geprägt ist, verschieben sich die Prioritäten der Endverbraucher häufig. EY denkstatt analysiert diese Verschiebungen, um Unternehmen bei der Preisgestaltung und Produktentwicklung zu unterstützen.
Besonderes Augenmerk liegt auf der digitalen Transformation des Einzelhandels und der steigenden Bedeutung von Nachhaltigkeitskriterien. Die Analysen von EY denkstatt zeigen, dass Konsumenten zunehmend eine Diskrepanz zwischen ihren geäußerten Werten und ihrem tatsächlichen Kaufverhalten aufweisen. Dieses Phänomen, in der Forschung oft als „Value-Action Gap“ bezeichnet, ist ein zentraler Analysepunkt. Kaltenbrunner nutzt diese Erkenntnisse, um Mandanten dabei zu helfen, authentische Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln, die über bloßes Marketing hinausgehen.
Die Relevanz dieser Analysen hat durch die zunehmende regulatorische Bedeutung von ESG-Kriterien (Environmental, Social, and Governance) zugenommen. Unternehmen müssen heute nicht nur ihre internen Prozesse nachhaltig gestalten, sondern auch nachweisen, wie ihre Produkte die tatsächlichen Bedürfnisse eines bewussteren Marktes bedienen. EY denkstatt liefert hierfür die empirische Basis, um Greenwashing-Risiken zu minimieren und echte Marktakzeptanz für nachhaltige Innovationen zu schaffen.
Synergien innerhalb des EY-Netzwerks
Die Zusammenarbeit mit anderen Geschäftsbereichen von EY, insbesondere im Bereich Tax und Transaction Advisory, schafft einen Wettbewerbsvorteil. Wenn EY eine Due-Diligence-Prüfung für eine Übernahme durchführt, liefert EY denkstatt die notwendigen Marktanalysen, um das Potenzial der Zielgesellschaft aus Sicht des Endkunden zu bewerten.
Im Rahmen einer Commercial Due Diligence (CDD) geht es darum, die Marktattraktivität, die Wettbewerbsposition und die Nachhaltigkeit der Erträge eines Zielunternehmens zu prüfen. Während die Finanzberater die Zahlen analysieren, bewertet EY denkstatt unter der Leitung von Kaltenbrunner die „Customer Equity“. Dabei wird untersucht, wie stark die Kundenbindung ist und welche Trends die zukünftige Nachfrage beeinflussen könnten. Diese ganzheitliche Sichtweise reduziert das Risiko von Fehlbewertungen bei M&A-Transaktionen (Mergers & Acquisitions).
Diese Verzahnung unterscheidet EY denkstatt von unabhängigen Instituten. Während externe Agenturen primär Daten verkaufen, verkauft EY denkstatt unter der Leitung von Kaltenbrunner die Ableitung von Geschäftswert aus diesen Daten. Die Einheit fungiert somit als Brücke zwischen der empirischen Beobachtung und der exekutiven Entscheidung.
Die Herausforderung für die Zukunft liegt in der Automatisierung der Datenerhebung. Kaltenbrunner steuert die Einführung von KI-gestützten Analysewerkzeugen, die es ermöglichen, Trends in Echtzeit zu erkennen, anstatt auf zeitintensive Befragungswellen zu warten. Dies beinhaltet den Einsatz von Predictive Analytics, um zukünftiges Konsumentenverhalten auf Basis historischer Daten und aktueller Marktsignale zu prognostizieren. Dies soll die Reaktionsgeschwindigkeit der Mandanten auf Marktveränderungen erhöhen und die strategische Planung von einem reaktiven in einen proaktiven Modus überführen.
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