Zu Beginn der am 18. September 2026 vorgestellten Saison im Wiener Musikverein prägen prominente Fokus-Künstler und weltbeste Orchester das Programm.
Klassische Meisterwerke und prominente Fokus-Künstler im Wiener Musikverein
Der Wiener Musikverein eröffnet seine Saison mit hochkarätigen Namen und weltberühmten Orchestern. Zu den musikalischen Schwerpunkten im Spielplan zählen laut Intendant Stephan Pauly das New York Philharmonic unter Gustavo Dudamel, das Chicago Symphony Orchestra unter der Leitung von Klaus Mäkelä sowie die Wiener Philharmoniker und das Royal Concertgebouw Orchestra. Als zentrale Leitsterne der Saison nennt das Haus den Anspruch, kreative Programme anzubieten und Entdeckungen abseits des Mainstreams zu ermöglichen
, ein neues Publikum zu gewinnen
und die Tradition des Hauses lebendig zu halten und stets aufs Neue zu befeuern
, wie DiePresse berichtet.
Im Zentrum der diesjährigen Abonnementzyklen stehen ausgewählte Fokus-Künstler, darunter Anne-Sophie Mutter, Franz Welser-Möst, Yuja Wang und Maxime Pascal. Für Anne-Sophie Mutter markiert die Spielzeit ein halbes Jahrhundert auf den internationalen Konzertbühnen. Die Stargeigerin präsentiert im Musikverein Programme, die eng mit prägenden Komponisten ihrer Karriere verbunden sind, darunter Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn Bartholdy und André Previn. Mit den Wiener Philharmonikern und Dirigent Lorenzo Viotti führt sie das für sie geschaffene Zweite Violinkonzert des polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki auf.
Ein besonderes Herzensprojekt der Geigerin ist zudem die Aufführung von Aftab Darvishis Werk Likoo
. Das Stück entstand, als Mutter sich für Frauen im Iran engagieren wollte und bei der Komponistin einen Klagegesang für Violine solo in Auftrag gab. Im Mai führt sie das Werk gemeinsam mit dem Kammerorchester Wien-Berlin im Musikverein auf. Sie sei fest davon überzeugt, dass Musik auch humanistisch etwas bewirkt
, betonte die Solistin in einem Interview mit DiePresse. Begleitet wird sie bei ihrem Schwerpunkt auch von jungen Nachwuchsmusikerinnen und -musikern ihrer Förderinitiative Mutter’s Virtuosi
, darunter der Cellist Kian Soltani und der Kontrabassist Roman Patkoló.
Abschied von Franz Welser-Möst und Jubiläen im Goldenen Saal
Einen eigenen Abonnementzyklus widmet der Musikverein in dieser Saison seinem Ehrenmitglied Franz Welser-Möst. Der Dirigent tritt im Zuge dessen ein letztes Mal als Chefdirigent mit dem Cleveland Orchestra im Goldenen Saal auf, ehe er im Jahr 2027 nach einem Vierteljahrhundert Abschied von dieser Position nimmt. Auf dem Programm steht dabei unter anderem eine Symphonie von Bohuslav Martinů, die einst von tschechischen Auswanderern in Cleveland in Auftrag gegeben wurde. Für ein zweites Konzert hat Welser-Möst eine Suite aus Richard Strauss’ Alterswerk Daphne
zusammengestellt, die er gemeinsam mit Dmitrij Schostakowitschs Achter Symphonie aufführt. Am 200. Todestag von Ludwig van Beethoven interpretiert er zudem dessen Missa solemnis
mit den Wiener Philharmonkern.
Über die Akustik des Hauses äußerte sich Anne-Sophie Mutter anlässlich der Programmpräsentation begeistert. Der Goldene Saal erzeuge einen runden, atmenden Klang – wie, wenn eine strahlende Kuppel über die Musik gelegt würde
, erklärte die Geigerin gegenüber DiePresse. Sie spiele dort mit ihrer Stradivari gewissermaßen in einer Stradivari
.
Menschen auf der Flucht finden Zuordnung auf Irlands abgelegenen Inseln
Weit entfernt vom städtischen Konzertbetrieb widmet sich das irische Fernsehen in der Sendereihe Trasna na dTonnta
(TG4, montags um 20:30 Uhr) dem Leben auf den windumtosten Inseln vor der irischen Küste. Während solche Regionen früher vor allem Bohemians anzogen, haben globale Krisen die demografische Zusammensetzung verändert.
Zu den Neuzugängen zählt Krystyna aus Mariupol, die nach der Zerstörung ihrer Heimatstadt mit ihrer Familie Zuordnung auf Tory Island vor der Küste des County Donegal gefunden hat. We left Ukraine because the war started and our homes were destroyed,
zitiert The Irish Times die Ukrainerin. Ihre Tochter Diana beschreibt die Eingewöhnung in der neuen Umgebung mit den Worten: I was always afraid that the sea would rise up.
Kulturunterschiede und neue Lebensentwürfe im Atlantik
Kulturschock und Isolation prägen auch den Alltag von Liudmila Bohodist auf Bere Island in der Bantry Bay im County Cork. Da sie weder Irisch noch Englisch spricht, lebt sie dort isoliert, während ihr Sohn Arsenii das Festlandsschulsystem besucht. Der 16-jährige Jugendliche beschreibt seine Erfahrungen in der irischen Schule als very different to school in Ukraine
, fügt jedoch hinzu: You could say it’s more interesting. In Ukraine they really make you study.
Lichtblicke im Inselalltag bieten für Liudmila unter anderem zwei Hühner, die eines Tages unangekündigt an ihrem Haus auftauchten und seither regelmäßige Gäste sind.
Nicht jeder Neuzugang auf den Inseln floh vor Konflikten. Auf Sherkin Island hat der aus Schottland stammende Künstler John Simpson eine neue Heimat gefunden. Er beschreibt seine Anziehungskraft zu dem Eiland als the invisible signpost which not many people find
. Im Gegensatz zum stressigen Berufsleben in Großbritannien und dem täglichen Warten in Londoner Verkehrsstaus genießt Simpson heute die absolute Stille: Island life is wonderful.
Weiterlesen