Die radikale Kürzung der Hardware-Unterstützung

Apple zieht mit watchOS 27 eine deutlich härtere Grenze bei der Gerätekompatibilität als je zuvor. Laut einem Bericht von MacRumors beendet das Unternehmen damit die Unterstützung für vier Jahre Hardware-Generationen in einem einzigen Update. Während watchOS 26 noch fast alle Modelle ab der Series 6 unterstützte, bleibt die Liste der kompatiblen Geräte für die neue Version drastisch kürzer.
Unterstützt werden ausschließlich die Apple Watch Series 10, Series 11, die Ultra 2, die Ultra 3 sowie die SE 3. Besonders brisant ist dabei die Inkonsistenz bei der Chip-Architektur: Obwohl sowohl die Series 9 als auch die Ultra 2 den S9-Chip verwenden, wird die Series 9 nicht mehr unterstützt, während die Ultra 2 weiterhin kompatibel bleibt.
Die Liste der betroffenen Modelle, die kein Update auf watchOS 27 erhalten, umfasst:
Für den Betrieb von watchOS 27 ist zudem ein iPhone 11 oder neuer (bzw. ein iPhone SE der 2. Generation oder neuer) erforderlich, das mit iOS 27 läuft, wie 9to5Mac präzisiert.
Siri AI und das neue dynamische App-Raster

Das Herzstück des Updates ist die Integration von Siri AI, einem durch Apple Intelligence angetriebenen Assistenten. Siri wird nicht mehr nur als Sprachbefehls-Interface fungieren, sondern als vollwertige App, die Kontext aus persönlichen Daten und anderen Anwendungen ziehen kann. Nutzer können offene Fragen stellen, Ideen brainstormen oder Gespräche über mehrere Antworten hinweg fortführen.
Apple, via The Verge
Ein wesentlicher Vorteil ist die nahtlose Synchronisation: Ein Gespräch, das auf dem iPhone begonnen wurde, kann direkt am Handgelenk fortgesetzt werden. Siri kann nun gezielt Aktionen in Apps ausführen – etwa Lieder abspielen oder Aktivitätsringe anpassen –, ohne dass der Nutzer „danach suchen muss“.
Parallel dazu führt Apple ein dynamisches App-Raster ein. Siri steht hierbei im Zentrum des Menüs und wird von einer Matrix aus den am häufigsten genutzten Kurzbefehlen sowie KI-basierten Vorschlägen umgeben, die je nach Situation variieren.
Erweiterte Gesundheitsmetriken und Workout Buddy
Im Bereich Health setzt Apple auf eine tiefere Analyse biologischer Muster. Eine neue Funktion zur Unterstützung bei Perimenopause und Menopause überwacht Zyklusdaten auf Unregelmäßigkeiten. Werden solche Muster erkannt, leitet das System die Nutzer zu Bildungsmaterialien über weitere Symptome und nächste Schritte weiter, berichtet Engadget.
Auch der KI-gestützte persönliche Trainer „Workout Buddy“ erhält ein massives Upgrade. Die Funktion ist nun in spanischer Sprache verfügbar und bietet neue Coaching-Einblicke, die auf der individuellen Fitnesshistorie basieren. Laut AppleInsider werden dabei präzisere Daten zu Tempo, Distanz und Workout-Dauer genutzt, um personalisierte Motivation und Feedback zu liefern.
Ein wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit ist die Fähigkeit von Workout Buddy, während eines Trainings ohne aktive Verbindung zum iPhone zu funktionieren.
Gestensteuerung und der „Snow Leopard“-Ansatz

Die Bedienung der Uhr wird durch eine neue Geste vereinfacht. Ein einzelner Tipp mit Zeigefinger und Daumen aktiviert nun den Smart Stack und ermöglicht die Auswahl eines Widgets, was besonders nützlich ist, wenn die dominante Hand belegt ist. Dies ist eine Erweiterung der 2023 eingeführten Double-Tap-Geste.
Interessanterweise wird die Entwicklung von watchOS 27 in Fachkreisen mit dem „Snow Leopard“-Jahr 2009 von OS X verglichen. Dieser Ansatz priorisiert die Stabilität, die Fehlerbehebung und die Effizienz des Codes gegenüber rein oberflächlichen Neuerungen. Dennoch gibt es spürbare Optimierungen:
Trotz der umfangreichen Neuerungen gibt es regionale Einschränkungen. Während watchOS 27 diesen Herbst erscheint, wird Siri AI aufgrund regulatorischer Hürden vorerst nicht für iOS- und iPadOS-Geräte in der EU verfügbar sein, was indirekt auch die volle Nutzung der KI-Funktionen auf der Uhr in diesem Markt beeinträchtigen könnte.