Vor 25 Jahren präsentierte Apple den ersten iPod und legte damit den Grundstein für die moderne Mobiltechnologie. Trotz anfänglicher Zweifel veränderte der Musikplayer mit seinem charakteristischen Drehrad die Musikbranche nachhaltig und schuf laut Zeitzeugen die Basis für das iPhone.
Als Apple das Gerät vor 25 Jahren vorstellte, war die Weltwirtschaft von Unsicherheit geprägt und stand unter dem Schock der Terroranschläge in New York. Zudem kostete der erste Musikplayer 399 Dollar beziehungsweise rund 500 Euro in Deutschland und funktionierte anfangs ausschließlich mit den Computern des Konzerns, die damals einen Marktanteil von weniger als drei Prozent aufwiesen.
Tausend Songs in der Hosentasche und Steve Jobs‘ strategischer Hub
Auf dem Monochrom-Display ließ sich die Musik nach Künstlernamen, Playlisten oder einzelnen Songs sortieren. Das Unternehmen schuf zuvor die Basis für diese Sortierung durch die Software iTunes, mit deren Hilfe CDs auf dem Mac in eine digitale Mediathek eingelesen werden konnten. Steve Jobs verfolgte die Strategie, Apple-Computer zum digitalen Hub für sämtliche Multimedia-Inhalte der Nutzer wie Videos, Fotos und Musik zu machen. Die Idee zu dem Gerät entstand überhaupt erst, weil ein Player gewünscht war, der perfekt mit dieser Software integriert sein sollte. Bei der Präsentation zeigte Jobs zunächst zwanzig Minuten lang Anwendungen, ehe er das Gerät aus seiner Tasche zog.
Tony Fadells Urteil über den Einfluss auf das Smartphone
Die dritte Generation führte im Jahr 2003 eine Buchse sowie einen Stecker mit 30 Kontakten ein, welche bis 2012 von sämtlichen iPhones genutzt wurden. Im Jahr 2004 folgte der günstigere und farbenfrohere iPod mini, der ein neues Clickrad mit integrierter Stopp- und Menütaste besaß. Im darauffolgenden Jahr ergänzte der kompakte iPod Shuffle die Reihe, welcher vollständig auf ein Display verzichtete, auf Musik im Zufallsmix ausgelegt war und als erstes Modell Flash-Speicher anstelle von Mini-Festplatten nutzte. Ebenfalls im selben Jahr erschien der sehr dünne iPod Nano mit einem kleinen Farb-Display. Bis zum Ende des Jahres 2005 setzte Apple mehr als 40 Millionen Stück ab, was zugleich die Computerverkäufe ankurbelte. Die Enthüllung des Smartphones im Jahr 2007 läutete schließlich das Ende der Ära ein, auch wenn der iPod touch bis 2022 als iPhone ohne Mobilfunkverbindung erhalten blieb. Apple stellte den Classic mit 160 Gigabyte im Jahr 2014 ein, während der Nano 2017 folgte.
Die Bedeutung des Musikplayers für die gesamte Technologiegeschichte lässt sich kaum überschätzen.
Ohne den iPod hätte es das iPhone nie gegeben
Tony Fadell, via Teltarif
Fadell äußerte dies jüngst gegenüber dem Magazin „Wired. Die Einführung des iPhones im Jahr 2007 markierte den Beginn vom Ende dieser Ära, da mit allgegenwärtigen Smartphones absehbar nur noch wenige Menschen einen separaten Player besitzen würden.
Vom iTunes Music Store zu modernen Streaming-Diensten
Zwei Jahre nach der Premiere des ersten Geräts startete der Musikkonzern den entsprechenden Store mit einem Download-Modell. Dabei konnten Nutzer neben kompletten Alben auch jeden einzelnen Song für 99 US- oder Euro-Cent erwerben, was das Geschäft der Musikindustrie über Jahre hinweg prägte.

Die Album-Kontroverse entspannte sich mit heutigen Abo-Diensten, bei denen man für eine monatliche Gebühr Zugang zu Dutzenden Millionen Songs bekommt. Der iPod touch wies schließlich den Weg zum iPhone und beendete die eigenständige Player-Epoche endgültig.
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