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Gesundheit

Virginia Tech: Studie zeigt Stoffwechselwirkung von Fertiggerichten

Forscher am Fralin Biomedical Research Institute der Virginia Tech haben in einer im Oktober 2026 im Fachjournal Nature Metabolism veröffentlichten Crossover-Studie nachgewiesen, dass hochverarbeitete Lebensmittel den menschlichen Stoffwechsel unmittelbar verändern. Selbst bei nahezu identischen Nährwerten und Kalorien löste die industriell verarbeitete Testmahlzeit eine deutlich stärkere Insulinausschüttung aus als die weniger verarbeitete Variante.

Identische Nährwerte und völlig unterschiedliche Stoffwechselantworten

Sogar der glykämische Index war nahezu identisch, wie die Untersuchung des Fralin Biomedical Research Institute an der Virginia Tech zeigt. Dennoch reagierte der menschliche Körper im Experiment spürbar unterschiedlich.

„Wir waren schockiert, als sich jeder einzelne Stoffwechselwert unterschied.“

Zach Hutelin, Erstautor der Studie an der Virginia Tech

Die Protokolle wurden zuvor vom Institutional Review Board der Virginia Tech unter der Nummer 21-1052 genehmigt und unter der Kennung NCT06017986 bei ClinicalTrials.gov registriert. Als Voraussetzungen galten ein Alter zwischen 18 und 45 Jahren sowie ein Body-Mass-Index zwischen 18,5 und 25. Insgesamt schrieben sich 57 Probanden ein.

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Foto: nature.com

Verlängerte Insulinspitzen im Körper

Besonders deutlich fielen die Abweichungen beim Hormonhaushalt ins Gewicht. Nach dem Verzehr der ultraverarbeiteten Mahlzeit schüttete der Körper insgesamt mehr Insulin aus. Alex DiFeliceantonio, Professorin für Humanernährung, Lebensmittel und Bewegung an der Virginia Tech, deren Labor die Untersuchung leitete, zeigte sich zunächst überrascht, dass die Blutzuckerwerte im Vergleich zur Insulinausschüttung weniger stark abwichen. Sie berichtete, sie habe das Labor kontaktiert und nachgefragt, ob mit den Daten alles in Ordnung sei, da die beteiligten Mitarbeiter die jeweiligen Testbedingungen nicht kannten und lediglich die Blutproben analysierten.

Sandra Zhang, eine registrierte Ernährungsberaterin am Frances Stern Nutrition Center des Tufts Medical Center in Boston, führt diese Beobachtung darauf zurück, dass hochverarbeitete Lebensmittel gewissermaßen vorverdaut sind. Durch Prozesse wie starke Hitzeeinwirkung und enzymatischen Abbau könnten Nährstoffe vom Körper rascher aufgenommen werden, was zu einer beschleunigten Insulinreaktion beitrage. Alex DiFeliceantonio weist zudem darauf hin, dass wiederholte hohe Insulinwerte und eine erhöhte Insulinausschüttung das Risiko für eine Insulinresistenz und in der Folge für Typ-2-Diabetes steigern können, betont jedoch gleichzeitig, dass die Effekte im Rahmen der Untersuchung nur von kurzer Dauer waren.

Beim Blutzucker zeigte sich über den gesamten dreistündigen Messzeitraum zwar kein fundamentaler Gesamtunterschied. Zugleich verzeichneten die Wissenschaftler in der speziellen Stoffwechselkammer, in der die Probanden nach nächtlichem Fasten mehrere Stunden verbrachten, einen messbar veränderten Energieverbrauch sowie eine veränderte Kohlenhydratverbrennung.

Stark verarbeitete Lebensmittel: Der Stoffwechsel reagiert trotz gleicher Kalorien unterschiedlich
Foto: lomazoma.com

Bewertung im Gehirn

Die Probanden sahen dabei Abbildungen von jeweils 14 weniger verarbeiteten und 14 ultraverarbeiteten Lebensmitteln und gaben an, wie viel Geld sie für das jeweilige Produkt ausgeben würden. Dabei zeigte sich, dass bei Personen, deren Kohlenhydratverbrennungsreaktion besonders stark voneinander abwich, auch bestimmte Areale des Striatums unterschiedlich reagierten. Die erklärte Zahlungsbereitschaft der Studienteilnehmer unterschied sich zwischen den beiden Verarbeitungskategorien jedoch nicht signifikant.

Die Autoren der Studie verweisen auf methodische Einschränkungen, da es sich um eine relativ kleine Untersuchung handelt, die zudem nur eine einzelne Mahlzeit bei jungen, gesunden Erwachsenen betrachtete. Sandra Zhang empfiehlt vor diesem Hintergrund, im Alltag vorwiegend auf minimal verarbeitete Lebensmittel zu setzen und industriell stark verarbeitete Produkte nur in Maßen zu genießen. Weitere Untersuchungen mit anderen Lebensmitteln, größeren Portionen und unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sollen künftig klären, welche spezifischen Merkmale der Lebensmittelverarbeitung die beobachteten Stoffwechselreaktionen im Detail auslösen.

Hinweis: Bei gesundheitlichen Fragen oder einer Ernährungsanpassung sollten Sie stets einen qualifizierten Arzt oder eine professionelle Ernährungsberatung konsultieren.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

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