WhatsApp verfügt in der offiziellen Version der App über keinen grünen Punkt an den Profilbildern zur Anzeige des Online-Status. Gemäß den Hilfeseiten von Meta wird die Aktivität von Nutzern lediglich durch den Schriftzug Online unter dem Namen im geöffneten Chat-Fenster signalisiert, nicht jedoch über ein Symbol am Bild.
Verwechslung mit anderen Meta-Plattformen
Nutzer assoziieren den grünen Aktivitätsindikator häufig mit anderen Diensten des Meta-Konzerns. Bei Facebook Messenger und Instagram ist ein grüner Punkt direkt am Profilbild integriert, um eine aktuelle Präsenz in der App zu signalisieren. WhatsApp verfolgt hier eine andere Design-Strategie.
Während Instagram und Messenger als soziale Netzwerke konzipiert sind, bei denen die Sichtbarkeit und die schnelle Interaktion im Vordergrund stehen, ist WhatsApp primär als privater Messaging-Dienst positioniert. Die bewusste Entscheidung gegen eine globale Statusanzeige in der Kontaktliste reduziert den sozialen Druck zur sofortigen Antwort, da die Präsenz eines Nutzers nicht auf einen Blick für alle Kontakte ersichtlich ist.
In der Standard-Version von WhatsApp bleibt die Information über die Online-Präsenz auf die Chat-Ansicht beschränkt. Ein Nutzer muss den spezifischen Chat mit einer Person öffnen, um zu sehen, ob diese Online ist. Eine globale Anzeige in der Kontaktliste oder an den Profilbildern in der Übersicht existiert in der offiziellen Software nicht.
Sicherheitsrisiken durch modifizierte WhatsApp-Versionen
Ein grüner Punkt am Profilbild tritt primär in inoffiziellen, modifizierten Versionen der App auf. Anwendungen wie GBWhatsApp oder WhatsApp Plus erweitern den Funktionsumfang der Original-App durch nicht autorisierte Programmierung. Diese sogenannten „Mods“ bieten Funktionen wie die Anzeige des Online-Status direkt in der Kontaktliste oder das Verbergen des „Gelesen“-Häkchens.
Solche Modifikationen basieren oft auf dem Reverse Engineering der Original-App. Da diese Versionen nicht über die offiziellen App-Stores von Google oder Apple vertrieben werden, müssen Nutzer APK-Dateien (Android Package Kit) aus unsicheren Quellen installieren. Dieser Prozess des „Sideloadings“ umgeht die Sicherheitsprüfungen von Google Play Protect, wodurch die Gefahr steigt, dass Schadsoftware zusammen mit der App installiert wird.
Meta warnt in den Nutzungsbedingungen vor der Verwendung solcher Drittanbieter-Apps.
Die Nutzung von inoffiziellen WhatsApp-Versionen kann dazu führen, dass Ihr Konto vorübergehend oder dauerhaft gesperrt wird, da diese Anwendungen gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen und Sicherheitsrisiken für Ihre Daten darstellen.
Meta Platforms
Neben der Gefahr einer Kontosperrung besteht ein Risiko für die Datensicherheit. Modifizierte Apps durchlaufen keine offiziellen Sicherheitsprüfungen. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die in der Original-App auf dem Signal-Protokoll basiert und sicherstellt, dass nur Sender und Empfänger die Nachrichten lesen können, kann in modifizierten Versionen kompromittiert sein. Da die Entwickler dieser Mods Zugriff auf den Programmcode haben, könnten sie theoretisch eine Hintertür einbauen, die den Zugriff Dritter auf private Nachrichten ermöglicht.
Steuerung der Sichtbarkeit des Online-Status
WhatsApp erlaubt es Nutzern, die Sichtbarkeit ihres Online-Status und des Zeitstempels Zuletzt gesehen manuell zu konfigurieren. Diese Einstellungen befinden sich im Menü unter Einstellungen > Datenschutz > Zuletzt gesehen und online.
In aktuellen Versionen der App können Nutzer diese beiden Indikatoren getrennt voneinander steuern. So ist es möglich, den Zeitstempel „Zuletzt gesehen“ für bestimmte Gruppen freizugeben, während der aktuelle „Online“-Status für alle verborgen bleibt.
Es gibt drei primäre Optionen für die Sichtbarkeit:
- Jeder: Alle Kontakte und Personen mit der Telefonnummer können den Status sehen.
- Meine Kontakte: Nur Personen, die im Adressbuch gespeichert sind, sehen die Information.
- Niemand: Der Status wird für alle Nutzer verborgen.
Ein wesentliches Prinzip der WhatsApp-Privatsphäre ist die Gegenseitigkeit. Wer die Option wählt, dass niemand seinen eigenen Online-Status sehen kann, verliert gleichzeitig die Möglichkeit, den Online-Status anderer Nutzer einzusehen. Dies verhindert, dass Nutzer die Privatsphäre-Einstellungen manipulieren, um heimlich die Aktivität anderer zu überwachen.
Unterschied zwischen Online-Status und Zeitstempel
Die App unterscheidet technisch zwischen zwei Zuständen der Präsenz. Der Status Online erscheint nur, wenn die App im Vordergrund geöffnet ist und eine aktive Internetverbindung besteht. Sobald die App in den Hintergrund geschoben oder das Gerät gesperrt wird, verschwindet dieser Status in der Regel unmittelbar.
Der Zeitstempel Zuletzt gesehen gibt hingegen den Zeitpunkt der letzten App-Aktivität an. Dieser Wert wird auf den Servern von Meta gespeichert und aktualisiert, wenn der Nutzer die App verlässt.
Während der Online-Status flüchtig ist und sofort verschwindet, sobald die App geschlossen wird, bleibt der Zeitstempel bis zur nächsten Aktivität oder bis zum Ablauf der festgelegten Sichtbarkeitsdauer bestehen. Beide Informationen werden in der offiziellen App ausschließlich als Text dargestellt. Die Einführung eines visuellen Symbols wie eines grünen Punktes am Profilbild würde eine Änderung der Benutzeroberfläche (UI) erfordern, die Meta bislang nicht implementiert hat, um die strikte Trennung zwischen der Kontaktliste und der aktiven Chat-Interaktion beizubehalten.
Find more reporting in our Technik und Wissenschaft section.