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Welt

USS Abraham Lincoln kehrt nach 321 Tagen im Einsatz nach San Diego zurück

Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln ist nach 321 Tagen im Einsatz in seinen Heimathafen San Diego zurückgekehrt. Die Mission umfasste 265 aufeinanderfolgende Tage auf See ohne Hafenaufenthalt, heftige Gefechte im Nahen Osten und eine von psychischen Belastungen sowie Suizidversuchen überschattete Rückkehr.

Rückkehr nach San Diego nach einer der längsten Missionen der Marinegeschichte

Unter dem Jubel von Hunderten Angehörigen und Freunden lief der amerikanische Flugzeugträger USS Abraham Lincoln am Donnerstag, den 8. Oktober 2026, in die Bucht von San Diego ein. Die Besatzung der Nimitz-Klasse wurde auf dem Marinestützpunkt Naval Air Station North Island von winkenden Familienmitgliedern und Wasserwerfern empfangen. Die Mission dauerte insgesamt 321 Tage, wie aus den Berichten hervorgeht, und markiert damit einen der längsten Einsätze der US-Marine seit dem Ende des Kalten Krieges.

Die lange Abwesenheit schloss einen neuen Rekord ein: Die Lincoln verbrachte 265 Tage ohne jeden Hafenstopp auf See, die längste derartige Phase in der modernen Marinegeschichte. An Bord des Kriegsschiffs und der gesamten Kampfgruppe befanden sich Tausende von Matrosen und Marines, die nach dem monatelangen Dauereinsatz von Verwandten mit amerikanischen Flaggen und Willkommensplakaten empfangen wurden. Robert Loughran, der Kommandeur der Strike Group, erklärte vor Medienvertretern am Kai, dass Familien und Freunde eine extreme Last während dieser zehn Monate getragen hätten und die erfolgreiche Mission ohne diesen Rückhalt im Heimatland undenkbar gewesen wäre.

USS Abraham Lincoln kehrt nach 321 Tagen im Einsatz nach San Diego zurück
Foto: stripes.com

Einsatzbilanz im Kampf gegen iranische Truppen und Drohnenangriffe

Während der monatelangen Präsenz im Nahen Osten unterstützte der Flugzeugträger aktiv die militärischen Operationen gegen den Iran. Das US-Militär veröffentlichte eine umfassende Bilanz der Kampfhandlungen, an denen der Verband über 40 Tage lang direkt beteiligt war.

  • 3.693 Kampfflüge wurden vom Flugdeck des Trägers gestartet.
  • 64 iranische Kriegsschiffe wurden nach offiziellen Angaben versenkt.
  • 450 Tomahawk-Marschflugkörper kamen zum Einsatz.
  • 77 feindliche Angriffsdrohnen wurden abgeschossen.

Für diese Operationen wurde der Verband nach der Ankunft ausgezeichnet. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth verlieh der Einheit die Presidential Unit Citation, die höchste Auszeichnung für Tapferkeit im Kampfeinsatz auf Einheitsebene. Die Besatzung des Kriegsschiffs leistete dabei einen harten Beitrag im Persischen Golf, wobei Soldaten wie Aduloju von der intensiven Arbeit auf dem beanspruchten Deck berichteten, wo tausendfache Starts erfolgreich abgewickelt wurden.

USS Abraham Lincoln kehrt nach langem Einsatz nach San Diego zurück

Ich plädiere auf schuldig, erstens wegen der unglaublichen Effektivität, die ihr auf dem Schlachtfeld unter Beweis gestellt habt, und der Notwendigkeit. Aber zweitens, weil die Mission es erforderte, und drittens, weil Präsident Trump volles Vertrauen hatte, dass ihr für das amerikanische Volk liefern würdet, und das habt ihr getan.

Pete Hegseth, Verteidigungsminister, via ABC News und Stars and Stripes

Harte physische Belastungen, Materialverschleiß und psychische Krisen an Bord

Trotz der militärischen Erfolge hinterließ der Dauereinsatz massive Spuren an Schiff und Besatzung. Am Rumpf des Trägers zeigten sich nach der langen Seefahrt deutliche Rostspuren. An Bord klagten Matrosen über Lebensmittel- und Wasserknappheit, gestörte Postzustellung sowie lange Arbeitstage ohne nennenswerte Erholungsphasen. Die Erschöpfung drückte die Moral der rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten drastisch.

Im August machten Berichte über mentale Probleme die Runde. Der kommissarische Marinestaatssekretär Hung Cao bestätigte später in einem offiziellen Brief an die Senatorin Kirsten Gillibrand, dass es während des Einsatzes zu acht Suizidversuchen unter den Soldaten des Flugzeugträgerverbandes gekommen war. Keiner davon verlief glücklicherweise tödlich, doch der Fall rief heftige politische Debatten im Kongress und Forderungen nach lückenloser Aufklärung hervor.

Die Trump-Administration wies die Kritik an den Lebensbedingungen an Bord zunächst als Stimmungsmache zurück und erklärte die Negativschlagzeilen zu reiner politischer Einflussnahme, während Berichte über Zustände und die Verlegung anderer Schiffe wie der USS George Washington als völlig falsch dargestellt wurden.

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Dan Keeler, Kapitän und Kommandant der USS Abraham Lincoln, via ABC News

Umstrittener Landgang in Thailand und die Heimreise nach Kalifornien

Bevor das Schiff den Kurs auf die US-Westküste nahm, legte es Anfang September zu einem lange ersehnten Landgang im thailändischen Hafen Laem Chabang nahe Pattaya an. Für die Besatzung bedeutete dies die erste Möglichkeit nach 265 Tagen, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Der Aufenthalt war jedoch an strenge Auflagen geknüpft, um Zwischenfälle zu vermeiden.

In San Diego angekommen, blickten viele Familien auf Monate der Ungewissheit zurück. Väter trafen auf ihre Neugeborenen, die während der Abwesenheit zur Welt gekommen waren, während die Besatzung nun versucht, das Erlebte zu verarbeiten, und sich einige Angehörige angesichts der langen Strapazen und zweifacher Verlängerungen überwältigt zeigten.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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