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Welt

USA versorgen Ukraine wieder mit Geheimdienstdaten

Die USA haben die Ukraine nach einer kurzen Unterbrechung im Oktober 2026 wieder mit Geheimdienstinformationen zur Abwehr von Raketenangriffen versorgt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Neustart der Zusammenarbeit in einem Fernsehinterview, während Kiew zugleich vor den anhaltenden Folgen russischer Infrastrukturangriffe und eingeschränkter Satellitenkommunikation warnt.

Nach tagelangen Reibereien und Unklarheiten über den Kurs der US-Regierung gibt es in der ukrainischen Luftverteidigung wieder operative Unterstützung aus Washington. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Sonntag, dass die zuvor unterbrochene Weitergabe militärischer und sicherheitspolitischer Geheimdienstdaten wieder freigegeben worden sei und die Zusammenarbeit funktioniere.

Ohne diesen elektronischen Rückhalt war das Land im Abwehrkampf stark eingeschränkt. Die US-Aufklärung ist für die ukrainischen Streitkräfte von zentraler Bedeutung, um die von Russland in Wellen abgefeuerten ballistischen Raketen rechtzeitig zu orten und die Zivilbevölkerung vor den Schlägen zu warnen.

USA versorgen Ukraine wieder mit Geheimdienstdaten
Foto: Spiegel

Streit um Raffinerie-Angriffe und US-Sanktionspolitik

Ausgelöst worden war die kurze Blockade der Informationen durch diplomatische und strategische Spannungen zwischen Kiew und Washington. US-Präsident Donald Trump hatte ukrainische Fernangriffe auf russische Ölraffinerien und petrochemische Anlagen für stark gestiegene Spritpreise in den USA verantwortlich gemacht, die vor den anstehenden Kongresswahlen im November politischen Druck erzeugten.

In diesem Zusammenhang hatten US-Geheimdienstmitarbeiter der ukrainischen Botschaft in Washington formell übermittelt, dass der Informationsaustausch bei weiteren Angriffen auf russische Energieinfrastruktur sofort eingestellt werden würde. Gleichzeitig hatte Trump zuvor Sanktionen gegen russischen Diesel ausgesetzt, was er damit begründete, Moskau am Verhandlungstisch halten zu wollen.

Ich bin dabei, einen Frieden im Krieg zwischen Russland und der Ukraine auszuhandeln, und möchte nichts tun, was Russland törichterweise vom Verhandlungstisch vertreiben würde.

Donald Trump, US-Präsident

Die Entscheidung der US-Regierung, neue Sanktionen und Strafzölle gegen Russland kurz vor deren Inkrafttreten auszusetzen, stieß im US-Kongress sowohl bei Demokraten als auch bei Republikanern auf Kritik. Außenminister Marco Rubio erklärte dazu, dass die ausgesetzten Sanktionen bis zu 60 Tage lang geprüft werden sollten, um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu bewerten. Kirill Dmitrijew bezeichnete die Aussetzung der Sanktionen als einen wichtigen Moment und äußerte sich zuversichtlich, dass sich die bisherige Koppelung von Vereinbarungen an ein Friedensabkommen ändert, da das Eis beginne zu brechen. Der russische Präsident Wladimir Putin schlug laut einem Medienbericht zudem ein Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping im kommenden Monat vor, um ein Ende des Ukraine-Krieges zugunsten Moskaus auszuhandeln.

Unterdessen meldete die russische Armee, darunter das Verteidigungsministerium in Moskau, Angriffe auf zahlreiche ukrainische Infrastrukturziele. Zu den getroffenen Objekten zählte auch das größte Stahlwerk des Landes in Krywyj Rih, das dem Konzern ArcelorMittal gehört. In Sankt Petersburg waren nach Angaben aus Russland Brände ausgebrochen, während Ozon bestätigte, dass sein Logistikzentrum in Flammen stehe. In Kiew kam bei einem russischen Luftangriff nach Angaben ein Mensch ums Leben. Zudem meldete die Moskauer Stadtverwaltung den Einsatz gegen zahlreiche anfliegende Drohnen. Der Energieminister der Türkei, Alparslan Bayraktar, kündigte an, dass sein Land von dem Diesel-Deal zwischen den USA und Russland profitieren und einen Teil der Lieferungen beziehen wolle, um die Energieversorgung breiter aufzustellen.

USA versorgen Ukraine wieder mit Geheimdienstdaten
Foto: n-tv.de

Europäische Spitzenpolitiker und internationale Beobachter begleiten die diplomatischen Verwerfungen mit Sorge. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj warnte in Interviews mit internationalen Medien vor einem Entzug der US-Unterstützung und bezeichnete diesen als historischen Fehler sowie als große Tragödie, da sein Land andernfalls nicht überdauern könne. Zu den kritischen Äußerungen Trumps über seine Person wollte sich Selenskyj nicht äußern, betonte jedoch, dass man zwar strategische Partner sei, aber nicht applaudieren könne, wenn sich jemand gegen die Ukraine wende. Auf die Äußerung Trumps, dass er besser mit Kremlchef Wladimir Putin verhandeln könne, entgegnete der ukrainische Präsident, dass Putin ein Killer sei und es in seinen Augen besser sei, einen offenen und ehrlichen Partner zu haben als einen Killer mit einem Lächeln im Gesicht. Er hoffe sehr, dass Trump seine Haltung gegenüber Putin bald ändere. Bundesaußenminister Johann Wadephul versicherte Kiew im ZDF indessen die volle Unterstützung der Bundesregierung. Auch Kanzler Friedrich Merz bekräftigte zum Abschluss des EU-Gipfels, dass es richtig und verständlich sei, wenn die Ukraine ihrerseits Ziele in Russland angreife, die die russische Kriegsführung beeinträchtigen.

Drosselung bei Starshield und finanzielle Unterstützung für den Winter

Parallel zu den Irritationen beim Nachrichtenaustausch geriet auch die militärische Satellitenkommunikation unter Druck. Ukrainische Regierungsvertreter warfen dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX vor, die Nutzung des Satellitennetzwerks Starlink eingeschränkt zu haben. Laut übereinstimmenden Berichten wurde die Übertragungsgeschwindigkeit bestimmter Starshield-Terminals veranlasst zu haben. Die Einschränkung beeinträchtigt vor allem die Steuerung von Abfangdrohnen bei Geschwindigkeiten von über 160 Kilometern pro Stunde.

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Foto: WELT

Ukrainische Behörden teilten zudem mit, dass von US-Vertretern erklärt worden sei, die Drosselung gehe auf technische Probleme zurück.

Im Zuge der militärischen und energetischen Krisenlage blickt Kiew zugleich auf die anstehenden Wintermonate und den Finanzbedarf für das kommende Jahr. Selenskyj bezifferte die Unterstützung, die europäische Partner beisteuern sollten, auf 70 Milliarden Euro. Angesichts der anhaltenden Blockade bemüht sich die Ukraine zudem um den Getreidetransit über Nachbarländer, wobei staatliche Maßnahmen in Transitländern dazu dienen sollen, den Preisdruck auf einheimische Bauern durch günstiges Getreide zu verhindern.

Zusätzliche Irritationen riefen Berichte über Vorfälle im In- und Ausland hervor. So stürzte eine Drohne in litauischen Luftraum ab, woraufhin sich die Ukraine einige Stunden nach Bekanntwerden dafür entschuldigte. Ein Nato-Vertreter bestätigte, dass zwei italienische Eurofighter unter Nato-Kommando als Reaktion über litauischem Luftraum im Einsatz waren. In der westukrainischen Stadt Lwiw wurde zudem der Kriegsveteran und Historiker Wladyslaw Starodubzew von einer Gruppe von etwa 20 Männern, zu denen laut der Organisation „Soziale Bewegung“ auch der frühere Stadtrat Ihor Scholtys gehörte, angegriffen und geschlagen. Die bulgarische Militärstaatsanwaltschaft leitete zudem Ermittlungen wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen nach einem Drohnenangriff auf das Handelsschiff „Chelsea 3“ vor der bulgarischen Küste ein. Unabhängig davon leistet die Schweizer Hilfsorganisation Glückskette weiterhin Spenden für die Zivilbevölkerung, um Millionen von Menschen zu helfen, die auch Jahre nach Kriegsbeginn ohne verlässlichen Zugang zu Strom, Heizung und medizinischer Versorgung leben.””

Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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Foto: MDR
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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