Die KI-Entwicklungsgesellschaft Anthropic plant, 5 Prozent ihrer Unternehmensanteile in einen neuen Fonds für das Gemeinwohl einzubringen. Die Ankündigung erfolgt im Vorfeld eines potenziellen Börsengangs, der das Unternehmen mit mehr als einer Billion US-Dollar bewerten könnte.
Das von Anthropic als Public Benefit Fund bezeichnete Vehikel soll als hundertprozentige Tochtergesellschaft in der Rechtsform einer Limited Liability Company organisiert werden. Die Stiftung oder Gesellschaft soll Spenden für den gemeinnützigen Zweck ermöglichen und Ressourcen bereitstellen, um die Folgen der künstlichen Intelligenz auf dem Arbeitsmarkt abzufedern.
Die mechanischen Schwellenwerte und der geplante Börsengang
Neben der initialen Zusage von fünf Prozent sieht die Struktur eine automatische Aufstockung vor. Vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre werden heute 5 % der Anteile von Anthropic bereitgestellt, wobei bei jedem Anstieg des Unternehmenswerts um 50 % über einen festgelegten Ausgangswert nach Ermessen des Vorstands weitere 2 % hinzukommen,
teilte das Unternehmen mit, wie unter anderem Briefs berichtete. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass das Volumen des Fonds parallel zum Unternehmenswert wächst.
Der Zeitpunkt dieser Verpflichtung fällt mit den Vorbereitungen für einen der grössten Börsengänge der Geschichte zusammen.

Reaktionen aus der Technologiebranche und politische Leitplanken
Elon Musk kommentierte den Schritt auf der Plattform X mit den Worten: Ich empfehle, die Anteile direkt an die Öffentlichkeit zu geben.
Hinzu fügte er: Das ist es, was ich tun werde,
wie die BBC dokumentierte. Das Management von Anthropic schloss derweil aus, dass die Beteiligungen des Fonds für Parteispenden oder Lobbyismus in den USA oder im Ausland eingesetzt werden.
Im operativen Geschäft setzt das Unternehmen auf Aufklärung und Regulierung. In seinem Emissionsprospekt widmete Anthropic rund 80 Seiten den Risikofaktoren von KI. Zudem legte das Unternehmen Gesetzgebern in den USA einen Entwurf zur Regulierung der Sicherheit vor, der einen behördlichen Stopp von Modellen vorsieht, wenn potenzielle Schäden mehr als eine Milliarde US-Dollar oder Verletzungen von über 50 Personen befürchten lassen. Im September hatte ausserdem der damalige Austausch zwischen US-Präsident Donald Trump und Silicon-Valley-Grössen wie Anthropic-Chef Dario Amodei im Weissen Haus stattgefunden.
Der disziplinierte Blick auf den Arbeitsmarkt und globale Prognosen
Die Verknüpfung von Unternehmensanteilen mit sozialer Verantwortung reagiert direkt auf die Verunsicherung über den technologischen Wandel. Weltweit haben Technologiekonzerne Stellen abgebaut, während sie gleichzeitig Milliarden in die Automatisierung durch KI stecken. Diese Entwicklung deckt sich mit Analysen des Internationalen Währungsfonds.
Kristalina Georgieva, Managing Director des Internationalen Währungsfonds, äußerte sich zu diesen Entwicklungen.
IWF-Chefin Kristalina Georgieva warnte im Oktober 2026, dass Künstliche Intelligenz fast 40 Prozent der Arbeitsplätze weltweit betreffen könne, wobei der Wert in fortgeschrittenen Volkswirtschaften auf bis zu 60 Prozent steige. Vor diesem Hintergrund baut Anthropic auf einer früheren Zusage von 200 Millionen US-Dollar auf, die gezielt der Erforschung und Bewältigung von Arbeitsmarktstörungen gewidmet sind.
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