Ein Austrian-Airlines-Flug von Tel Aviv nach Wien musste am Sonntagabend nach einer Bombendrohung außerplanmäßig in Sofia notlanden. Die bulgarischen Behörden schickten einen Kampfjet zur Begleitung der Maschine, während an Bord 51 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder evakuiert und in Sicherheit gebracht wurden.
Anonyme Drohung zwingt Airbus A320 zur Zwischenlandung in Sofia
Der Austrian-Airlines-Flug mit der Kennung OS82 war am späten Sonntagabend von Israel in Richtung der österreichischen Hauptstadt gestartet. Kurz nach dem Eintritt in den rumänischen Luftraum gegen 21:10 Uhr drehte die Maschine nach Süden ab und kehrte in den bulgarischen Luftraum zurück. Grund für die abrupte Routenänderung war eine Bombendrohung gegen das Flugzeug.
Die Besatzung hatte nach Angaben des bulgarischen Verkehrsministeriums an der rumänischen Grenze ein Bombendrohungssignal gemeldet und sich zu einer außerplanmäßigen Landung in Sofia entschlossen. Israelische Medienberichte präzisierten, dass dem Zwischenfall eine anonyme Meldung über einen verdächtigen Gegenstand an Bord vorausgegangen war. Wir bestätigen, dass es gegen den Flug OS82 von Tel Aviv nach Wien eine Drohung gab, die eine Zwischenlandung des Flugs in Sofia notwendig gemacht hat
, erklärte eine Sprecherin der Fluggesellschaft gegenüber dem Standard.
Kampfjet-Eskorte und Evakuierung am Flughafen Sofia
Nach dem abgesetzten Notsignal, das gleichzeitig von der Flugdatenplattform ADS-B Exchange registriert wurde, reagierten die bulgarischen Sicherheitsbehörden sofort. Das Verkehrsministerium in Sofia teilte mit, dass die Luftwaffe des Landes einen MiG-29-Kampfflieger zur Begleitung der Linienmaschine losschickte bis zur sicheren Landung des Airbus A320.
An Bord befanden sich laut Unternehmensangaben insgesamt 57 Personen, aufgeteilt auf 51 Passagiere und sechs Crewmitglieder. Nach dem Aufsetzen auf dem Flughafen Sofia wurden alle Insassen unverzüglich in Sicherheit gebracht. Rund eine halbe Stunde nach dem Eingang der Drohung begann ein spezialisiertes Team mit der Durchsuchung des Flugzeugs. Ein eigens eingerichteter Krisenstab koordiniert seither die behördlichen Untersuchungen.

Umbuchung der Passagiere und anhaltende Sicherheitsrisiken im Nahost-Luftraum
Sobald die polizeiliche Durchsuchung der Maschine abgeschlossen ist, will die Fluggesellschaft die betroffenen Fluggäste schnellstmöglich auf alternative Flüge umbuchen. Die zuständigen bulgarischen Behörden haben derweil eine umfassende Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.
Der Zwischenfall reiht sich in eine Serie von Sicherheitsvorfällen im internationalen Flugverkehr rund um Verbindungen aus Israel ein. Erst in der vergangenen Woche kam es laut Berichten des Fachmagazins Austrian Wings zu zwei weiteren anonymen Bombendrohungen gegen Israel-Flüge von Delta Air Lines, die sich im Nachhinein als haltlos erwiesen. Ende September hatte zudem ein versuchter Anschlag auf einer Route von Dubai nach Tel Aviv für internationale Schlagzeilen gesorgt, als ein Copilot den Kapitän mit einer Rettungsaxt angriff und die zweite Cockpitbesatzung die Maschine in Saudi-Arabien landen musste.
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