Anthropic hat Investoren im dritten Quartal einen Umsatz von 16,8 Milliarden US-Dollar mitgeteilt. Das Unternehmen bereitet sich auf einen geplanten Börsengang vor.
Der boomende Sektor für künstliche Intelligenz blickt auf neue Zahlen aus San Francisco. Anthropic, das Unternehmen hinter dem Claude-Chatbot, präsentierte potenziellen Investoren am Mittwoch aktuelle Finanzdaten während einer geschlossenen Veranstaltung in der Zentrale. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um rund 45 Prozent auf 16,8 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 11,6 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal und 4,7 Milliarden US-Dollar zum Jahresauftakt. CNBC berichtete zuerst über die Details des Treffens mit institutionellen Investoren.
Milliardenschwerer Börsengang im November
Die Veröffentlichung der Zahlen markiert den ersten offiziellen Blick auf die Bilanz des Unternehmens seit der Einreichung der IPO-Unterlagen im Juni. Das für November erwartete Börsendebüt könnte nach Einschätzung von Bankiers ein Volumen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar erreichen.
Neben dem reinen Umsatzwachstum betonte die Unternehmensführung gegenüber den Anlegern, dass Anthropic auf bereinigter Basis im dritten Quartal profitabel gearbeitet habe und cashflow-positiv sei. Wie die Financial Times zuerst berichtete, erwirtschaftete das Unternehmen im vergangenen Quartal für jeden ausgegebenen US-Dollar an Rechenleistung 1,70 US-Dollar an Umsatz.
Im Mai gab das Unternehmen den Abschluss einer Finanzierungsrunde bekannt, und Anthropic benötigt diese enormen Summen, um die Rechenleistung der Chips zu bezahlen, mit denen seine KI-Modelle trainiert und betrieben werden.

Wachstumskurve im Schatten von Skepsis und Marktkorrekturen
Den beeindruckenden Kennzahlen stehen zunehmende Zweifel am breiteren KI-Markt gegenüber. Derweil treiben auch Meta, Google und SpaceXAI die Fähigkeiten ihrer Modelle und KI-Produkte weiter voran, während sich Open-Source- und Open-Weight-Modelle verbessert haben und manche Entwickler Aufgaben dorthin verlagern, um Kosten zu sparen.
Sicherheitsdebatte und globale Konkurrenz
Neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen begleiten regulatorische und sicherheitspolitische Fragen den Weg an die Börse. Die weltweite Expansion wurde unterdessen fortgesetzt, als das Unternehmen an einem Mittwoch ein Büro in Singapur eröffnete.
Hinzu kommt der Preiskampf von Konkurrent OpenAI, dessen Chef Sam Altman im September erklärte, dass sein Unternehmen wegen der Bewältigung von Sicherheitsbedenken in diesem Jahr nicht an die Börse gehen wird. Die von Sam Altman geleitete ChatGPT-Firma peilt ebenfalls ein großes Börsendebüt an, bei dem das Unternehmen mit mehr als einer Billion US-Dollar bewertet werden soll. Auch Anthropic sieht sich dem Wettbewerb durch Open-Weight-Modelle ausgesetzt, deren öffentlich verfügbare Gewichte Unternehmen eine kostengünstigere Alternative bieten und Kunden abwerben können.

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