Bundesagenten haben am 12. Oktober 2026 das Haus der US-Abgeordneten Ilhan Omar im Raum Washington durchsucht; dies geschah im Rahmen einer sich ausweitenden Untersuchung des Justizministeriums zu jahrzehntealten Einwanderungsunterlagen. Der ungewöhnliche Schritt kurz vor den Wahlen hat scharfe Kritik von Ex-Präsident Barack Obama hervorgerufen und juristische Auseinandersetzungen über parlamentarische Schutzrechte ausgelöst.
Homeland Security durchsucht das Haus von Ilhan Omar
Am 12. Oktober 2026 vollzogen Bundesagenten die Razzia, während die Abgeordnete für ihre Wiederwahl kandidiert.
Dabei wird untersucht, ob Omars Vater im Jahr 2000 bei der Einbürgerung falsche Angaben über ihr Alter machte. Omar kam 1995 als Kind aus Somalia in die Vereinigten Staaten und wurde im Jahr 2000 im Alter von 17 Jahren durch die Einbürgerung ihres Vaters selbst Staatsbürgerin.
Juristischer streit um beschlagnahmung und Richterliche Anordnungen
Omars Anwälte warfen dem Justizministerium vor, die Anordnungen eines Richters verletzt und festgelegte Schutzvorgaben für die verfassungsmäßigen Interessen von Kongressmitgliedern missachtet zu haben. Laut CBS News kritisierte das Verteidigungsteam das Vorgehen als unzulässig, forderte die Rückgabe beschlagnahmten Eigentums und bemängelte die Weitergabe eines Schreibens an die Presse. Der versiegelte Durchsuchungsbefehl war der zuständigen Bundesrichterin etwa eine Woche vor der Vollstreckung vorgelegt worden.
Interne Richtlinien des Justizministeriums sehen vor, dass Ermittler offene Schritte kurz vor Wahlen vermeiden sollten, um die Wählerschaft nicht zu beeinflussen. Ein Sprecher des Justizministeriums wies die Vorwürfe zurück.
Barack Obama erklärte: „Die Tatsache, dass irgendein Präsident oder irgendeine Regierung bereit ist, sich an solchen offensichtlichen Bemühungen zu beteiligen, jemanden zu einschüchtern, sollte alle Amerikaner empören, unabhängig davon, wie sie über die politischen Ansichten von Kongressabgeordneter Omar denken.
Obama Verurteilt Vorgehen als politische Einschüchterung
Der ehemalige US-Präsident Barack Obama übte scharfe Kritik an den Ermittlungen und bezeichnete das Vorgehen als empörend. Ähnlich äußerte sich das Büro der prominenten somalisch-amerikanischen Politikerin, das von einer systematischen Kampagne sprach. Auch der Heimatschutzsekretär Markwayne Mullin hatte zuvor auf eine laufende Untersuchung hingewiesen, während andere Regierungsvertreter offen über mögliche Konsequenzen wie eine Entbürgerung sprachen.

Das Weiße Haus wies die Vorwürfe einer Politisierung der Justiz zurück. Regierungssprecherin Lauren Bis betonte laut Fox News, dass das Justizministerium unabhängig agiere und sich auf die Wahrung von Recht und Ordnung konzentriere. Präsident Donald Trump erklärte seinerseits gegenüber Medienvertretern, dass er mit der Durchsuchung nichts zu tun habe.
Prüfung historischer Einwanderungsakten und Reaktionen aus der Politik
Während die Bundesregierung bisher keine offiziellen Schritte zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft eingeleitet hat, weist das Umfeld der Untersuchung auf eine verstärkte Prüfung historischer Akten hin. Experten für Einwanderungsrecht verweisen darauf, dass zivile Aberkennungsverfahren strengen Bedingungen unterliegen, während Kritiker der Regierung vorwerfen, Vorwürfe aus der Vergangenheit gezielt für politische Zwecke zu nutzen. Eine frühere Untersuchung der Finanzen und Kontakte der Abgeordneten während der Regierung von Joe Biden war ohne Anklageerhebung geblieben.
Repräsentantenhaus-Demokraten sowie hochrangige Politiker wie der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, werteten die Hausdurchsuchung als einen schwerwiegenden Machtmissbrauch. Ilhan Omar erklärte in einer Stellungnahme, dass sie sich durch derartige Einschüchterungsversuche nicht zum Schweigen bringen lassen werde.